Lackierung - Der Schutz für die Außenhaut
Die Lackierung eines Fahrzeuges hat in der Regel hauptsächlich die Aufgabe, das Fahrzeugblech vor Korrosion zu schützen. Natürlich verleiht eine Lackierung einem Fahrzeug auch optisch ein ansehnliches Außenkleid. Lack baut auf einen flüssigen oder pulverförmigen Beschichtungsstoff auf, der dünn auf die Blechteile aufgetragen wird und sich dann zu einem durchgehenden und festen Lackfilm verdichtet. Dies geschieht z. B. durch das Verdampfen von Lösungsmitteln im Lack.
Die ersten Lackierungsmethoden waren noch sehr aufwendig. Es wurden in langwierigen Schritten die flüssigen Lacke in mehreren Schichten und über mehrere Tage, auch sogar Wochen, auf die Fahrzeugbleche aufgetragen. Dabei musste gewartet werden, bis der langsam trocknende Flüssiglack für die nächsten Schichten bereit war.
In den Anfängen der Lackierung wurden Naturlacke aus Harz oder Lein- o. Terpentinöl als Lösungsmittel verwendet. Mit Beginn der Serienproduktion von Fahrzeugen in den 20er Jahren wurden schnell trocknende Lackierungen benötigt. Die Nitrocelluloselacke revolutionierten die Autolackiererei weltweit. Diese Lacke trockneten schneller, jedoch war ein aufwendiges Polieren der Lacke auf Hochglanz erforderlich. Kurze Zeit später wurden in den USA die ersten Alkydharze verwendet. Hier entfiel das aufwendige Polieren der Fahrzeuge, und die Lacke boten auch erstmal schon einen Schutz gegen umweltbedingte Einflüsse. Jedoch wurden diese Lacke erst in den 60er Jahren großflächig angewandt.
Seit den 80er Jahren werden hauptsächlich 2-Komponenten-Acrylharze als Bindemittel verwendet. Diese Lacke beinhalten einen Isocyanat-Härter, welcher einen exzellenten UV-Schutz, lange Haltbarkeit und eine hohe Beständigkeit gegen äußere Einflüsse besitzt. Mittlerweile werden in der Serienproduktion und auch bei der Reparatur Lacke auf Wasserbasis eingesetzt.
Auftragungsverfahren von Lacken (Lackierung)
Autolacke werden durch Streichen, Spritzen, Tauchen oder das elektrische Spritzverfahren auf die Fahrzeugaußenhaut aufgetragen.
Spritzen
Beim Spritzen werden die Lacke mittels einer speziellen Spritzpistole mit Druckluft aufgetragen. Bei dieser Art der Lackierung wird mit Druck der Lack durch eine Düse gepresst. Es entsteht ein feiner Farbnebel, der sich gleichmäßig auf die Oberfläche niederschlägt. Man unterscheidet Kalt- und Heißspritzen. Beim Kaltspritzen wird durch Zugabe eines Lösungsmittels der Lack verdünnt, bis er spritzbar ist. Das Lösungsmittel verdunstet nach dem Auftragen. Beim Heißspritzen wird der Lack auf 50 °C bis 120 °C aufgeheizt, dadurch verringert sich die Viskosität des Lackes, und der Lack kann ohne Lösungsmittel aufgetragen werden.
Tauchen
Das Tauchen wird hauptsächlich in der Serienfertigung zum Grundieren von Autoteilen genutzt. Hierbei werden die Teile in einer mit Grundierungslack gefüllten Wanne getaucht. Um bei der Lackierung Lacksümpfe zu verhindern, werden die Teile in Hängelage getrocknet oder es werden Ablaufbohrungen in die zu lackierenden Teile gebohrt.
Elektrostatische Spritzverfahren
Das elektrostatische Spritzverfahren wird in der Serienfertigung als Lackierung angewendet. An der zu lackierenden Karosserie wird ein Pluspol und an der Farbspritzdüse ein Minuspol einer Gleichspannungsquelle angelegt, wobei die Spannungen bis zu 200 000 V betragen können. Bei dieser Art von Lackierung wird der negativ aufgeladene Lacknebel von der positiv geladenen Karosserie angezogen. Dadurch wird der Farbverlust verringert, welcher beim herkömmlichen Lackieren entsteht. Die Lackierung läuft meist vollautomatisch innerhalb und außerhalb der Karosserie. Dadurch werden auch alle schlecht zugänglichen Stellen erreicht.
Reparatur-Lackierung
Die Reparatur von Lackschäden wird per Hand verrichtet. Bevor jedoch die Schadenstelle mit einer Lackierung versehen werden kann, muss diese von Schmutz, Rost, Silikon- und Fettresten befreit werden. Danach wird die Schadstelle angeschliffen, gespachtelt und abschließend nass geschliffen. Die blank geschliffenen Stellen werden mit Washprimern behandelt, damit die Grundierung besser auf der Karosserie haftet.
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