Unfallinstandsetzung
Mit der Unfallinstandsetzung werden Fahrzeuge oder auch nur Fahrzeugteile nach einem Unfall wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Zur Unfallinstandsetzung gehören folgende Bereiche: Karosserie-, Richt- und Lackarbeiten sowie die Glasreparatur, die Spur- und Achsvermessung.
Unfallinstandsetzung der Karosserie
Die häufigsten Schäden, die bei einer Unfallinstandsetzung beseitigt werden müssen, treten im vorderen Bereich sowie einseitig vorne links oder rechts auf. Weniger häufig sind Schäden an der Heckpartie. Bei der Unfallinstandsetzung können die zu reparierenden Bleche und Rahmen unterschiedliche Schäden aufweisen. Häufig entstehen bei Unfällen Stauchungen, Verbiegungen, Drehungen oder Knicke im Material, aber auch Risse und Brüche sind möglich. Um bei der Unfallinstandsetzung das Ausmaß der Beschädigung zu ermitteln, werden Vermessungen mit verschiedenen Richtsystemen angewandt.
Die Unfallinstandsetzung von tragenden Teilen
Sind nach einem Unfall tragende Teile gerissen oder geknickt, müssen diese Teile aus Sicherheitsgründen bei der Unfallinstandsetzung ausgetauscht werden und dürfen nicht wieder verbaut werden. Durch die sogenannte Kaltverformung versucht man bei der Unfallinstandsetzung, mithilfe einer Richtbank die tragende Karosserie wieder in Form zu bringen und zu richten. Bei schwierigen Fällen wird das Material auch erwärmt, um das Richten zu ermöglichen.
Die Unfallinstandsetzung von Blechteilen
Beulen in Blechteilen der Karosserie werden durch spezielle Werkzeuge entfernt. Durch Stauchen und Strecken werden die Teile wieder in Form gebracht. Mithilfe eines Richthammers und eines Handklotzes werden beschädigte Bleche gestreckt und in Ihre Ursprungsform gebracht. Durch punktuelles Erhitzen der Bleche und gezielte Schläge mit dem Hammer werden sogenannte Springbeulen entfernt.
Die Unfallinstandsetzung von stark beschädigen Teilen
Bei sehr stark beschädigten Teilen, wo ein Ausbeulen zu aufwendig und teuer wäre, werden die beschädigten Stellen aus dem Blech rausgetrennt und neue Teile eingeschweißt. Danach werden die Teile geschliffen, um die Schweißnähte zu entfernen. Abschließend werden die Teile noch in der jeweiligen Wagenfarbe lackiert.
Unfallinstandsetzung - Lackierung
Die Unfallinstandsetzung von Lackschäden wird meistens per Hand verrichtet. Die betroffenen Teile müssen jedoch vor der Lackierung von Schmutz, Staub, Fett und Unebenheiten befreit werden. Um eine bessere Haftung des Lackes zu gewährleisten, müssen die Blechteile gespachtelt und/oder angeschliffen werden. Glatt geschliffene Stellen werden mit einem Washprimer vorbehandelt, um eine bessere Haftung der Grundierung zu gewähren.
Danach werden bei der Unfallinstandsetzung die Autolacke durch verschiedene Verfahren auf die Blechteile aufgetragen. Lacke können z. B. gestrichen, gespritzt, durch Tauchbäder oder elektronische Spritzverfahren aufgetragen werden.
Autoglas – Unfallinstandsetzung
Die heutigen Fahrzeugscheiben sind aus Sicherheitsverbundglas. Sind diese zerbrochen oder haben große Risse, werden sie komplett ausgetauscht. Sind aber nur kleine Steinschläge oder Risse in der Oberfläche, lassen sich diese oft günstig reparieren. Dabei werden die Schadstellen mit hochtransparentem Kunstharz aufgefüllt, mit Vakuum eingepresst und anschließend unter UV-Licht ausgehärtet. Bei der Unfallinstandsetzung dürfen Risse keinen größeren Durchmesser haben als 3 mm und sich nicht im Sichtfeld des Fahrers oder am Rand befinden. Durch das Kunstharz erhalten die Scheiben nahezu die gleiche Festigkeit wie vor der Beschädigung.
Nach der erfolgreichen Unfallinstandsetzung erfolgt noch eine Spur- und Achseinstellung. Sie sollen dem Fahrzeug wieder die optimale Straßenlage geben und dem Verschleiß der Reifen entgegenwirken.
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