Das Auto als Daten­quel­le: Der ADAC hat unter­sucht, wel­che Daten Her­stel­ler aus dem Fahr­zeug sam­meln.

Der ADAC hat am Bei­spiel von vier Fahr­zeu­gen unter­sucht, wel­che Daten die Her­stel­ler sam­meln. Sie las­sen dabei nach Erkennt­nis­sen des Auto­mo­bil­clubs nicht nur Rück­schlüs­se auf den tech­ni­schen Zustand des Pkw zu, son­dern spie­geln teil­wei­se auch das Nut­zungs­pro­fil des Fah­rers wider.

 

automatische Datenübermittlung zeigt individuelle Nutzungsprofile der Fahrer

 

Bei Fahr­zeu­gen der B-Klas­se von Mer­ce­des-Benz, die mit dem Sys­tem „me-con­nect“ aus­ge­stat­tet sind, fan­den die vom ADAC beauf­trag­ten Exper­ten bei­spiels­wei­se her­aus, dass das Sys­tem etwa alle zwei Minu­ten die GPS-Posi­ti­on des Fahr­zeugs sowie Kilo­me­ter­stand, Ver­brauch und Rei­fen­druck über­mit­telt. Auch die Zahl der Gurt­straf­fun­gen wird gespei­chert, etwa auf­grund star­ken Brem­sens. Beim Renault Zoe sei auf­ge­fal­len, dass der Her­stel­ler via Mobil­funk­ver­bin­dung belie­bi­ge Infor­ma­tio­nen aus­le­sen und im Pan­nen­fall Fern­dia­gno­sen vor­neh­men kön­ne. Außer­dem sei Renault in der Lage, das Auf­la­den der Bat­te­rie zu ver­hin­dern, etwa auf­grund nicht bezahl­ter Lea­sing-Rech­nun­gen.

Bei zwei Fahr­zeu­gen von BMW, die bereits im August 2015 unter­sucht wur­den, konn­ten die IT-Exper­ten im Daten­satz unter ande­rem die Anzahl der ein­ge­leg­ten CDs und DVDs (BMW 320d) bzw. die 100 letz­ten Abstell­po­si­tio­nen des Autos (BMW i3) aus­le­sen.

Daim­ler ver­wies nach Bekannt­wer­den der Ergeb­nis­se auf ent­spre­chen­de Hin­wei­se in der Betriebs­an­lei­tung der Fahr­zeu­ge. Dem­nach könn­ten die Kun­den auch selbst bestim­men, wel­che Daten sie über­mit­teln möch­ten und wel­che nicht. BMW gab an, die Daten nur im Rah­men der gesetz­li­chen Vor­ga­ben und rein zu tech­ni­schen Zwe­cken zu nut­zen .

 

Vor- und Nachteile des Datentransfers

 

Der Daten­trans­fer sei von Vor­teil, wenn es bei­spiels­wei­se dar­um gehe, an die fäl­li­ge War­tung zu erin­nern. Oder den Stand­ort des in einer frem­den Stadt gepark­ten Wagen anzei­gen zu las­sen, meint der ADAC.

Nach­tei­lig kön­ne sich dage­gen aus­wir­ken, dass die Auto­kon­zer­ne und die nach­ge­la­ger­ten Ver­si­che­run­gen oder Finanz­dienst­leis­ter Infor­ma­tio­nen über den Fahr­stil eines Auto­len­kers bekom­men und ent­spre­chend ihre Prä­mi­en anpas­sen. D

er Auto­mo­bil­club for­dert daher, dass der Fahr­zeug­hal­ter über die Art der Daten infor­miert wird und über deren Über­mitt­lung selbst ent­schei­den kann. „Der Ver­brau­cher hat nicht nur einen Anspruch auf Daten­trans­pa­renz. Er muss auch frei wäh­len kön­nen, ob und wel­che Daten er dem Her­stel­ler zur Ver­fü­gung stellt. Er braucht Wahl­frei­heit für den Daten­trans­fer“, betont Tho­mas Burk­hardt, ADAC-Vize­prä­si­dent für Tech­nik. Dies beinhal­te auch, dass der Nut­zer auch ande­ren Anbie­tern als her­stell­erei­ge­nen Werk­stät­ten oder Pan­nen­diens­ten frei­en Zugang zu allen Daten im Auto gewäh­ren kön­nen müss­te. Die Sicher­heit der Daten müs­se eben­falls gewähr­leis­tet sein. Der ADAC plä­diert des­halb für eine Ver­pflich­tung der Her­stel­ler, die IT-Sicher­heit ihrer Sys­te­me per neu­tra­lem Zer­ti­fi­kat nach­zu­wei­sen.