Winterreifentest des ADAC bei Ulrichen in der Schweiz.

Deutschland – ein Land der Reifentests. Kaum eine Nation nimmt Reifen derart minutiös unter die Lupe wie Deutschland. Die beiden größten Testinstanzen sind hier der Autofahrerclub ADAC, die für diesen Winter nicht weniger als insgesamt 35 Reifen in drei Dimensionen geprüft haben und die auflagenstarke Auto Bild, die im 1. Auswahlverfahren gleich mal 50 Reifenmodelle in der Kompaktwagendimension 205/55 R16 unter die Lupe nahm. Neben reinen Winterreifen kamen beim ADAC auch Ganzjahresreifen auf den Prüfstand – über die wir schon berichteten. Ein Allrounder, der zu allen Jahreszeiten verlässliche Fahreigenschaften bietet, war, so die Autoclub-Tester, nicht dabei. Ganzjahresreifen bleiben eben ein Kompromiss.

Beim ADAC Winterreifentest  zeigten sich kaum Überraschungen. Viele gute und zum Teil sehr gute Einzeleigenschaften lassen den Käufern die Wahl. Hier sollten die Verbraucher sich am besten in Bezug auf ihre individuellen Anforderungen beraten lassen. Eines fällt allerdings hinsichtlich der Reifenauswahl auf: Reifen von Continental, zum Teil Michelin, Fulda und weitere, sonst immer dabei, sind diesmal in diesem Test nicht vertreten. Grund: Wegen der Umstellung auf ein neue Modell sei der Reifen im Handel von nicht erhältlich gewesen, so der Club.

In der unteren Mittelklasse (Reifengröße 225/45 R17) gibt es unter den 13 getesteten Winterpneus nur ein gutes Modell. Die ADAC-Tester stellen für diese Reifendimension besondere Anforderungen an die Haftung, die der Dunlop Winter Sport 5 am besten erfüllt. Ein breites Feld aus zehn Modellen zeigt hier Schwächen und erreicht die Gesamtnote „befriedigend“, gefolgt von zwei Reifen, die aufgrund von Nässeschwächen nur ein „ausreichend“ erhielten.

Ergebnisse des ADAC Winterreifentest.

In der Kleinwagendimension 185/65 R15 erreichen von den 15 getesteten Modellen zwei das Urteil „gut“: Der Goodyear Ultra Grip 9 punktet mit dem geringsten Kraftstoffverbrauch, der Michelin Alpin A4 mit dem geringsten Verschleiß im Gesamtvergleich. Elf Modelle erzielen ein „befriedigend“, und zwei fallen vor allem wegen ihrer schwachen Seitenführung mit dem Urteil „mangelhaft“ durch.

Die auflagenstarke Auto Bild zog ein erstes Fazit vor allem aus dem umfangreichen Vortest, bei dem die sogenannten „Billig-Reifen“ reihenweise durchfielen. Das Urteil bestätigte sich dann auch bei den weiteren Tests für SUV-Reifen in der Auto Bild allrad und für Sportreifen in der Auto Bild sportscars. Auto Bild-Tester und Redakteur Dierk Möller fasst zusammen: „Alle drei Tests zeigen: Sicherheit und Qualität haben ihren Preis. Billig-Reifen ist nicht zu trauen.“

Diese landeten durchweg auf den letzten Plätzen, vor allem wegen der enorm langen Bremswege bei Nässe und auf trockener Piste. Für den Test kaufte die Auto Bild im Handel anonym 50 Reifensätze. Bereits nach der Vorrunde war für 23 Kandidaten Schluss wegen zum Teil deutlich verlängerten Bremswegen auf nasser Fahrbahn. Auffällig: Kein Billig-Reifen schafft es in die zweite Testrunde.  Dafür hatte Das Hamburger Blatt den Continental Winter-Contact TS 860 im Testprogramm, der glatt auf Platz eins in der Gesamtwertung kam. Zudem überzeugen der Michelin Alpin 5 und der Ultragrip 9 von Goodyear, die auf den Plätzen zwei und drei folgen.

Sowohl bei den SUV, als auch bei den Highspeed-Pneus können wiederum die Markenhersteller punkten: Die Reifen von Goodyear (Ultragrip Performance SUV Gen-1 / Ultragrip Performance Gen-1) sind Testsieger. Auf Rang zwei folgt Continental (Winter-Contact TS 850P SUV / Winter-Contact TS 850P). Die Winterreifen von Dunlop (Winter Sport 5 SUV / Winter Sport 5) sichern sich den dritten Platz.