Abgas­emis­sio­nen sind im Focus des Umwelt­bun­des­am­tes. Nach dem Abgas­skan­dal bei VW schau­en die Behör­den nun auch genau­er hin. Foto: Shut­ter­stock

Das Umwelt­bun­des­amt (UBA) stell­te fest, dass Die­sel-Pkw die Euro-Grenz­wer­te für Stick­stoff­di­oxid (NOx) auf der Stra­ße noch deut­lich stär­ker über­schrei­ten als bis­lang ange­nom­men. Bis­her sei man für das Jahr 2016 bis­lang von 575 mg NOx/km aus­ge­gan­gen.  Nun zei­ge eine neue Unter­su­chung, dass die Die­sel-Pkw-Flot­te in Deutsch­land bei durch­schnitt­lich 767 mg NOx/km lie­ge. Für die Neu­be­wer­tung wur­den in Deutsch­land typi­sche Außen­tem­pe­ra­tu­ren berück­sich­tigt, weil hohe NOx-Emis­sio­nen vor allem an kal­ten Tagen auf­tre­ten.

VDA: Die Kritik ist bekannt

Der Ver­band der Auto­mo­bil­in­dus­trie (VDA) reagier­te prompt und nicht ohne spöt­ti­schen Unter­ton wegen der offen­sicht­li­chen Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten auf die neu­en UBA-Aus­sa­gen: „Im Ergeb­nis zeigt sich nichts Neu­es: Dass die Emis­sio­nen auf der Stra­ße höher sind als im Labor, ist bekannt. Die Aus­sa­ge des VDA, dass Euro-6-Fahr­zeu­ge deut­lich bes­se­re NOx-Wer­te auf­wei­sen als Euro-5-Die­sel, wird bestätigt…Es ist eben­falls bekannt, dass Real­wer­te auch von der ver­wen­de­ten Abgas­tech­no­lo­gie abhän­gen.“ Eine Durch­schnitts­be­trach­tung sei daher wenig aus­sa­ge­kräf­tig, so der VDA.

 

Emis­si­ons­mes­sung in der Werk­statt bringt ande­re Ergeb­nis­se als beim Stra­ßen­test.

UBA: Schnelle Entlastung ist nötig

UBA-Prä­si­den­tin Maria Krautz­ber­ger for­dert: „Unse­re neu­en Daten zeich­nen ein deut­lich rea­lis­ti­sche­res und lei­der noch uner­freu­li­che­res Bild der Stick­oxid­be­las­tung durch Die­sel-Pkw in Deutsch­land. Wir brau­chen mehr denn je eine schnel­le Ent­las­tung der vie­len hun­dert­tau­send Men­schen, die in den Innen­städ­ten unter den Fol­gen der viel zu hohen Die­sel­ab­ga­se lei­den.“

VDA: Diesel bleibt unverzichtbar

Der VDA sagt vor­aus, dass es mit der Ein­füh­rung der SCR-Tech­no­lo­gie in weni­gen Jah­ren kaum noch NOx-Grenz­wert­über­schrei­tun­gen an den ver­kehrs­in­ten­si­ven Luft­mess­sta­tio­nen geben wer­de. Für den VDA ist der kom­men­de EU-wei­te Stra­ßen­test RDE (Real Dri­ving Emis­si­ons) ein wei­te­rer Schritt, um die Emis­sio­nen dem Labor­wert anzu­nä­hern. Der Ver­band bezeich­net die vom Gesetz­ge­ber ein­ge­brach­ten und beschlos­se­nen Schrit­te als rich­tig. Die Dif­fe­renz zwi­schen Real- und Labor­wer­ten wer­de so ver­rin­gert. Des­halb for­dert der Ver­band: „Das UBA soll­te auf­hö­ren, den moder­nen Die­sel pau­schal unter Gene­ral­ver­dacht zu stel­len,“ for­dert der Ver­band. Der Die­sel wer­de gebraucht, um die Kli­ma­schutz­zie­le zu errei­chen. Denn er ver­brau­che bis zu 25 Pro­zent weni­ger Kraft­stoff als ein Ben­zi­ner und sein CO2-Aus­stoß sei um 15 Pro­zent nied­ri­ger. „Dies macht Die­sel­fahr­zeu­ge zu einem unver­zicht­ba­ren Bau­stein bei der Umset­zung der euro­päi­schen Kli­ma­schutz­zie­le.“