Euro für Luft

Esso - Luft­ho­len kos­tet Geld

Es erin­nert schon etwas an den Spruch aus der Fuß­gän­ger­zone: „Haste mal ‘nen Euro?“ Und es ist nicht immer die freund­lichste Art, um eine finan­zi­elle Zuwen­dung gebe­ten zu wer­den. Nun macht sich Esso das Prin­zip zu eigen, nach­dem Shell schon zwei­mal die Tank­kun­den mit der Euro-Masche scho­ckierte und 2011 sowie 2013 einen Sturm der Ent­rüs­tung ern­tete, den Ver­such damals aber als gelun­gen bezeich­nete. Immer­hin ste­hen, ver­teilt auf ganz Deutsch­land, rund 150 Sta­tio­nen des Sprit­gi­gan­ten Shell, die bereits Geld für gepresste Luft kas­sie­ren. Das reizt nun den Kon­kur­ren­ten Esso zum Nach­ma­chen. Auch die genann­ten Gründe blei­ben die alten: Die mobi­len Befüll­ge­räte wer­den angeb­lich zu oft gestoh­len, statt­des­sen will Esso nun sta­tio­näre Geräte ein­set­zen. Der Obu­lus von einem Euro trage dann auch dazu bei, even­tu­elle Repa­ra­tur­kos­ten zu decken. Der Ölmulti Esso will es aber nicht beim Ver­such belas­sen, son­dern einem Zei­tungs­be­richt zufolge das ganze Land flä­chen­de­ckend mit schi­cken digi­ta­len Gerä­ten aus­rüs­ten. Die Kun­den kön­nen hier gra­tis den Rei­fen­druck kon­trol­lie­ren. Soll aber der Kom­pres­sor in Gang kom­men ist zum Nach­fül­len der Luft ein Euro fällig.

Nun ist aller­dings der Tank­kunde gewohnt, das Auf­pum­pen sei­nes Rei­fens als kos­ten­lo­sen Ser­vice zu betrach­ten. Und nicht nur das: Es ist ein Ser­vice, der Sicher­heit bringt. Ver­brau­cher­ver­bände haben schon befürch­tet, dass die Auto­fah­rer nun weni­ger ihren Rei­fen­druck kon­trol­lie­ren. Auch der ADAC sieht Gefah­ren für die Ver­kehs­si­cher­heit. Auch der Bun­des­ver­band Rei­fen­han­del und Vul­ka­nis­eur­hand­werk e.V. (BRV) hat die­sen Nach­teil schon beklagt. Aller­dings liegt hier auch eine Chance für die Ver­bands­kli­en­tel - wenn Rei­fen­han­del und Auto­werk­stät­ten Luft kos­ten­los bieten.