Vor allem im Winter müssen Autobatterien Schwerstarbeit leisten. Immer mehr Stromverbraucher belasten die Batterie.  Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) hat zusammen mit der „Auto Zeitung“ zehn Batterien im Labor auf den Zahn gefühlt. Das Ergebnis: Neben den modernen AGM-Batterien schlugen sich die konventionellen Akkus erstaunlich gut.

Konventionelle und Start-Stopp-Batterien

Unter den Testkandidaten sind auch vier konventionelle Blei-Säure-Akkus, wie sie auch heute in der Erstausrüstung noch häufig verbaut werden. Dazu gehören die „intAct Start Power“ von Keckeisen,  die „Kaminastart“ von Moll, „Magic Eye“ von BIG und „Sealed High Performances“ von Uni1Energy. Hinzu kommen drei, unter anderem für Fahrzeuge mit Start-Stopp-Automatik geeignete Akkus mit EFB-Technik (Enhanced Flooded Battery). Beim Test mit dabei sind hier „Start-Stopp“ von Exide, „EFB“ von Ford und „Blue Dynamic E45“ von Varta.

Was taugen Batterien im Neuzustand? Die GTÜ testet zehn Exemplaren der Stromspender im Labor.

AGM-Autobatterien – das Beste vom Besten

Zur Gruppe der besonders zyklenfesten AGM-Batterien im Test – das Kürzel steht für AbsorbentGlass Matt“, in denen der Elektrolyt in ein Vlies aus Glasfaser gebunden ist – zählen „Running Bull“ von Banner, „S5 A08“ von Bosch und „Silver Dynamic E39“ von Varta. Zwar gelten EFB- und AGM-Batterien als die technisch beste Lösung. Dafür liegen sie preislich deutlich über den konventionellen Batterien. Allerdings können sie nicht auslaufen und bieten die dreifache Zyklenlebensdauer.

Energie durch Bremsen

Funktionen wie das Rückspeisen von Bremsenergie neben einer Start-Stopp-Automatik verändern nicht nur die Leistungsanforderungen, sondern auch das Ladeverhalten. Beim Ersatz einer nicht mehr standfesten Batterie ist daher neben der Kapazität und Einbaugröße auch auf den speziellen Batterietyp zu achten. Hier gibt das Fahrerhandbuch Aufschluss über die Freigaben des Herstellers.

Varta siegt im Test

Angetreten sind die Testkandidaten mit einer Kapazität zwischen 70 und 75 Ah, passend für Benziner der Golf-Klasse und Fahrzeuge mit Dieselmotor unter zwei Liter Hubraum. Was uns in erster Linie interessierte, waren Kapazität, Zyklenfestigkeit, Kaltstartvermögen und Preis-Leistungs-Verhältnis. Erste Überraschung: Preisgünstig muss nicht leistungsschwach bedeuten. Ganz im Gegenteil, als Preis-Leistungs-Sieger geht die „intAct Start Power“ von Keckeisen für 102 Euro hervor. Der Gesamtsieger des GTÜ-Tests, die „Silver Dynamic E39“ von Varta liegt preislich etwa im Mittelfeld.

AGM glänzt im Kaltstart

Zweite Erkenntnis: Kaum eine der getesteten Autobatterien zeigt im Labor die angegebene Nenn-Kapazität. Allein die „Start-Stopp“ von Exide (EFB) entspricht dem Nennwert, die „Running Bull“ von Banner (AGM) übersteigt ihn leicht. In der Testdisziplin „Kaltstartvermögen“ glänzen die AGM-Batterien. Nach zwölf Stunden in der Kältekammer bei minus 20 Grad Celsius punkten die möglichen Startvorgänge in Folge: bei Varta sind es 28 Starts, bei Bosch 27 Starts und bei Banner 24 Starts auf den ersten drei Rängen. Die weiteren Plätze gehen an den Blei-Säure-Stromspender von Keckeisen mit 18 und die EFB von Ford mit 17 erfolgreichen Startvorgängen.

Autobatterien auf hohem Niveau

Auch in Sachen Zyklenfestigkeit geben sich die AGM-Batterien mustergültig. Alle erreichen mehr als die vorgegebenen 15 Entladezyklen. Danach rangieren die EFB-Batterien von Ford (13 Zyklen), Exide (elf Zyklen) und Varta Blue Dynamic (fünf Zyklen). Interessante Resultate liefert der Test auch auf die Frage, wie gut sich die Akkus nach den Entladezyklen wieder regenerieren. Hier liegen erneut die AGM-Vertreter mit Banner, die es auf 102 Prozent der Anfangskapazität bringt, Varta Silver Dynamic mit 90 und Bosch mit 89 Prozent vorne. Auf den weiteren Rängen reihen sich der Blei-Säure-Akku von Keckeisen (66 Prozent), die EFB-Batterie von Ford (61 Prozent) und die EFB-Vertreter Exide sowie Varta Blue Dynamic (jeweils 60 Prozent) ein.

Insgesamt haben die zehn getesteten Fahrzeugbatterien erstaunlich gut abgeschnitten. Die Hälfte der Testkandidaten erhält das GTÜ-Urteil „sehr empfehlenswert“. Vier der getesteten Batterien bringen es immerhin noch auf ein „empfehlenswert“. Ein weiteres Resultat: Auch konventionelle Autobatterien können gut sein. Preis-Leistungs-Star ist eine Blei-Säure-Batterie, die „intAct Start Power“ von Keckeisen.