Die Tester der GTÜ habe sich zehn Reiniger für Velours- und Polster-Sitzbezüge vorgenommen und ihre Wirksamkeit in einem Praxistest gemeinsam mit der AutoZeitung verglichen. Testsieger mit dem Prädikat „sehr empfehlenswert“ wurde der Aktivschaum-Reiniger von Nigrin, der mit 6,70 Euro für die 500-ml-Flasche auch noch besonders günstig zu haben ist. Platz zwei belegte der ebenfalls sehr empfehlenswerte, jedoch fast doppelt so teure Auto-Innenreiniger von Clean Extreme, gefolgt von den empfehlenswerten Armor All Universal Aktiv Schaum Reiniger, Kim Tec Polster- & Innenraum-Reiniger, Sonax PolsterSchaumReiniger, Sonax Xtreme Polster- & Alcantara-Reiniger, Dr. Wack A1 Polster-Schaum-Reiniger, Mannol 9931 Textile Foam und Caramba Polster-Reiniger.

Senf, Kechup und Orangensaft

Gewertet haben die GTÜ-Prüfer in den vier Hauptkategorien Anwendung, Reinigung, Verträglichkeit und Kosten. Die meisten Punkte konnten sich die Reiniger natürlich mit der eigentlichen Wirkungsprüfung verdienen. Dabei ging es darum, hochfloriges Velours sowie einen einfacheren glatten Webstoff vom Autosattler von ziemlich üblen Flecken zu befreien. Thomy Delikatesssenf mittelscharf, Heinz Ketchup Original, klassisches Coca Cola gemixt mit Orangensaft, Lidl Vollmilchschokolade Fin Carré oder TiP Latte Macchiato mit drei Viertel Milchanteil werden vielfach gekauft und geschätzt, nicht jedoch auf Autopolstern. Genauso wenig wie Kugelschreiber- und Filzstiftstriche, Wagenschmiere der Marke MolykoteBR 2 plus und 5-prozentige Salzlösung, die für Dreckspritzer von winterlichen Straßen steht.

Kuli ruiniert das Polster

Die Testbedingungen waren hart. Denn bevor die Reinigungsversuche nach Herstellervorgabe gestartet wurden, kamen die verschmutzten Stoffe erst mal 18 Stunden bei 40 Grad Celsius in den Trockenschrank. Umso mehr überrascht das Ergebnis. Denn Cola/Saft und Milchkaffee, aber auch die Salzlösung beseitigten die meisten Polsterreiniger makellos, ohne dass die GTÜ-Tester bei der Reinigung einen allzu großen mechanischen Aufwand hätten treiben müssen. Halbwegs gut stehen die Chancen auch noch für eingebackenes Ketchup und Schokolade, merkwürdigerweise aber nicht für Senf. Kugelschreiber und Filzstift, aber mehr noch Wagenschmiere à la Molykote sind am Ende die echt harten Brocken, mit denen man seine Autopolster ziemlich effizient ruinieren kann.

Ganz grundsätzlich raten die GTÜ-Experten daher auch dazu, bei jeglichen Verschmutzungen von Polsterstoffen im Auto schnellstmöglich eine Reinigung zu versuchen. Je kürzer die Einwirkdauer von Kaffee, Ketchup, Kuli & Co., desto höher die Chance, mit einem guten Polsterreiniger den Dreck auch vollends wieder loszuwerden.

Dem Schmutz keine Chance – Foto: GTÜ