Den gan­zen Okto­ber lief der Licht-Test bei Meis­ter­be­trie­ben der Kfz-Innun­gen. Kos­ten­los haben die teil­neh­men­den Werk­stät­ten die Beleuch­tun­gen an Fahr­zeu­gen über­prüft. Rund 90.000 die­ser Checks flos­sen in die Sta­tis­tik ein, die der Zen­tral­ver­band Deut­sches Kraft­fahr­zeug­ge­wer­be (ZDK) jetzt ver­öf­fent­licht hat.  Das ernüch­tern­de Ergeb­nis: Jeder 10. ist ein Blen­der.

Blen­der unter­wegs: Falsch ein­ge­stell­te Schein­wer­fer gefähr­den den Gegen­ver­kehr.

Beleuchtung zu oft mangelhaft

Das ist aller­dings nur die Spit­ze des Eis­ber­ges. Der Licht­test 2017 deck­te wei­te­re Män­gel auf: Schon jeder drit­te  Per­so­nen­kraft­wa­gen ist mit man­gel­haf­ter Beleuch­tung unter­wegs. Und jeder Zehn­te blen­det ande­re Ver­kehrs­teil­neh­mer durch falsch ein­ge­stell­te Schein­wer­fer. Das ist nicht ganz so geblie­ben. Denn jeder, der beim kos­ten­lo­sen Licht­test war, kann nun mit gutem Gewis­sen wei­ter fah­ren. Nur, pro­zen­tu­al gerech­net ergibt sich eine bedenk­li­che Bilanz.

Bilanz des Licht­test 2017: Die Män­gel­quo­te an der Pkw-Beleuch­tung hat sich leicht ver­schlech­tert. Auch die Haupt­schein­wer­fer waren häu­fi­ger defekt als 2016.

Tendenz leicht negativ

Dabei sind die Män­gel im Ver­gleich zum Vor­jahr leicht ange­stie­gen. An 32,7 Pro­zent der Pkw wur­de die Beleuch­tung bean­stan­det. Das bedeu­tet eine Ver­schlech­te­rung der Män­gel­quo­te ins­ge­samt um 0,7 Pro­zent­punk­te. Eine leicht nega­ti­ve Ten­denz ergibt sich auch bei Betrach­tung der defek­ten Haupt­schein­wer­fer. Hier ist der Anteil um 2 Pro­zent ange­stie­gen. Somit sind nicht nur mehr Schein­wer­fer defekt. Auch die­je­ni­gen, die kor­rekt funk­tio­nie­ren, streu­en stär­ker. Sowohl der Anteil der zu hoch ein­ge­stell­ten Schein­wer­fer ist ange­stie­gen. Dies sind die Blen­der. Auch die Pkw mit zu nied­rig ein­ge­stell­ten Schein­wer­fern sind ange­stie­gen. Die­se leuch­ten die Fahr­bahn nicht rich­tig aus. Jetzt Schein­wer­fer rich­tig ein­stel­len las­sen.

Die Totalausfälle

Bei 3.715 der sta­tis­tisch erfass­ten Fahr­zeu­ge war ein Haupt­schein­wer­fer kom­plett aus­ge­fal­len, bei 326 Fahr­zeu­gen sogar bei­de Front­schein­wer­fer. In 8,6 Pro­zent der Tests fiel die rück­wär­ti­ge Beleuch­tung aus und in vier Pro­zent war das Brems­licht defekt. Auch dies bedeu­tet einen leich­ten Anstieg der Män­gel gegen­über der Bilanz im Vor­jahr.

 

Licht-Test regional

Der Licht-Test ermög­licht auch eine regio­na­le Zuord­nung der Män­gel­quo­ten. Dem­nach sind die meis­ten Blen­der anschei­nend immer noch in Sach­sen-Anhalt unter­wegs. Denn die­ses Bun­des­land schnei­det wie auch schon im letz­ten Jahr am schlech­tes­ten ab, gefolgt von Meck­len­burg-Vor­pom­mern, und Schles­wig-Hol­stein.  Die bes­ten Test­ergeb­nis­se kom­men aus Thü­rin­gen, gefolgt von Ber­lin. Dage­gen hat sich Bran­den­burg deut­lich ver­schlech­tert, den wei­tes­ten Sprung nach vorn mach­te Ham­burg. Die­ses Bun­des­land konn­te die Män­gel­quo­te am stärks­ten redu­zie­ren.

Gebühren bei modernen Lichtsystemen

In Zukunft könn­te der Licht-Test aller­dings weni­ger kos­ten­frei sein. Gera­de moder­ne Autos mit  LED-Licht­sys­te­men erfor­dern einen höhe­ren Auf­wand, was die Test­ge­rä­te angeht. Auf­grund die­ses erhöh­ten Auf­wands prü­fen die gro­ßen Werk­statt­ket­ten und der Zen­tral­ver­band Deut­sches Kraft­fahr­zeug­ge­wer­be die Ein­füh­rung von Gebüh­ren. Dies geht aus einem kürz­lich erschie­ne­nen Bericht der Zeit­schrift „Auto Stra­ßen­ver­kehr“ her­vor.

Teure Prüfgeräte

Der Grund liegt unter ande­rem in dem höhe­ren Anschaf­fungs­preis. Außer­dem sind neue Stan­dards vor­ge­schrie­ben, die mehr zeit­li­chen Auf­wand erfor­dern. So ver­langt der Gesetz­ge­ber eine ebe­ne Prüf­bahn mit nicht  mehr als einem Mil­li­me­ter Abwei­chung pro Meter. Schon das stellt klei­ne­re Werk­stät­ten vor Pro­ble­me. Die dazu nöti­gen Prüf­ge­rä­te für moder­ne Licht­tech­ni­ken wie LED-, Matrix-, Laser- oder Xenon-Licht kos­ten dem Bericht zufol­ge etwa 3.500 Euro.

Auch der zeit­li­che Auf­wand steigt: „Die Prüf­rou­ti­ne  mit einem EDV-Test­stand macht den frei- bis vier­fa­chen Auf­wand gegen­über einem Auto mit H4- oder H7-Licht aus“, erläu­tert ein Händ­ler gegen­über der Zeit­schrift. Wie hoch die Gebüh­ren aus­fal­len, steht noch nicht fest. Aber 25 bis 30 Euro könn­ten es schon sein, mein­te der Händ­ler.