Sie gehört zu den welt­weit wich­tigs­ten Auto­mes­sen. Des­halb schaut die Welt auf die Attrak­tio­nen der Frank­fur­ter IAA 2017, die noch bis zum 24. Sep­tem­ber ihre Tore geöff­net hat. Hier hal­ten die Fans den Atem an, wenn die gro­ßen Her­stel­ler ihre High­lights vor­fah­ren. Aber wer glaubt, dass ange­sichts von Die­sel-Gate oder dem Elek­tro­hype beim Blick in die Auto­zu­kunft eine neue Beschei­den­heit aus­ge­bro­chen ist, wird stark ent­täuscht. In der schö­nen, neu­en Auto­welt von Mer­ce­des, BMW und Co ist eher das Gegen­teil der Fall.

Elektrisch in die Autozukunft

Eine der Haupt­at­trak­tio­nen, die noch nicht schon im Vor­feld die Bericht­erstat­tung domi­nier­te, ist das AMG Pro­ject One. Das ist aber kein beschei­de­ner Elek­tro-Stro­mer, son­dern ein Super­sport­wa­gen mit über 1.000 PS und F1-Tech­nik - sehr schnell, aber auch sehr spar­sam - aller­dings nur beim Ver­brauch, nicht beim Preis. Ange­trie­ben wird die­ses Hyper­car von einem Hybrid-Tur­bo-Ben­zi­ner mit 1,6 Liter Hub­raum und ins­ge­samt 4 Elek­tro­mo­to­ren. Und jedes der auf 275 Stück limi­tier­ten Exem­pla­re kos­tet über 2,7 Mil­lio­nen Euro. Nicht gera­de ein Schnäpp­chen aber es sym­bo­li­siert den Trend der Zukunft, und der ist elek­trisch.

Span­nend? Lesen Sie hier mehr zum The­ma Elek­tro­mo­bi­li­tät.

Zukunft live auf der IAA: Der AMG Pro­ject One, Hyper­car mit über 1.000 PS.

 

Audi, das autonome Auto

Über­ra­schend bringt Audi den Aicon. Bei die­sem Kon­zept­au­to geht es weni­ger um das Sel­ber­fah­ren, als viel mehr um das Gefah­ren­wer­den. Da haben sich die Kon­struk­teu­re bei dem 5,44 Meter lan­gen Gefährt schon mal das Lenk­rad gespart. So könn­te ein A8 der Zukunft aus­se­hen, der nicht nur auto­nom, son­dern auch elek­trisch fährt. Eine moder­ne Luxus­kut­sche also, die die Hil­fe eines Fah­rers nicht mehr benö­tigt und natür­lich auch kei­ne Peda­le­rie mehr hat. Ein sol­ches Auto fährt auch ohne Pas­sa­gie­re. Immer­hin erweckt das Fahr­zeug den Ein­druck, als ob die Auto­zu­kunft schon begon­nen hat. Lesen Sie hier mehr zum The­ma auto­no­mes Fah­ren.

Audi Aicon, auto­no­mes Fahr­zeug ohne Lenk­rad und ohne Peda­le.

iVision Dynamics - BMW kontra Tesla

Bei BMW wird schon deut­li­cher sicht­bar, wo die Rei­se hin­ge­hen soll. Der iVi­si­on Dyna­mics will der bes­se­re Tes­la wer­den. Die­ser Anspruch ist schon äußer­lich nach­voll­zieh­bar. Die Bay­ern wol­len zwei Din­ge ver­bin­den: Auto­no­mes Fah­ren und ein sport­li­ches Fahr­erleb­nis in die­sem elek­trisch ange­trie­be­nen Fahr­zeug. Der BMW iVi­si­on Dyna­mics soll mehr sein als nur eine Fahr­zeug­stu­die, die den Blick in die Zukunft frei gibt, denn er soll irgend­wann in Serie gehen, nur wann, das lie­ßen die Bay­ern noch offen. Mit Blick auf die Ver­kaufs­zah­len des Tes­la ent­wi­ckelt BMW sei­nen Anspruch: „Wir wer­den auch in der E-Mobi­li­tät der füh­ren­de Pre­mi­um-Anbie­ter sein“, erklär­te BMW gegen­über der Mün­che­ner Abend­zei­tung. Und so lang­sam fül­len sich die baye­ri­schen Auto-Rega­le mit E-Mobi­len. Der iVi­si­on Dyna­mics soll zwi­schen dem Klein­wa­gen i3 und dem Roads­ter i8 ange­sie­delt wer­den.

Auto­zu­kunft bei BMW: Der iVi­si­on Dyna­mics ist nicht nur Stu­die, son­dern Vor­schau auf die künf­ti­ge Freu­de am Fah­ren.

Autozukunft: noch mehr SUV?

Trotz­dem geht es noch kon­ven­tio­nell: VW bringt den 115 PS star­ken Up GTI auf den Markt, der mit sei­nem Puris­mus dem sehr nahe kommt, was frü­her unter Fahr­spaß ver­stan­den wur­de: Direk­ter Durch­griff auf die Maschi­ne, Leicht­bau, Schnör­kel­lo­sig­keit im Auf­tritt. Wer das 2018 kom­men­de Auto schon gefah­ren ist, dem leuch­ten die Augen. Oder noch­mal BMW, die den unbe­lehr­ba­ren Lieb­ha­bern der gewich­ti­gen SUV, den X7 besche­ren.  Er spricht frei­zeit­ori­en­tier­te Fami­li­en an, denen ein X5 mit drei Sitz­rei­hen ein­fach zu klein ist – und von denen gibt es in den USA angeb­lich ganz vie­le. Sein sti­lis­ti­scher Auf­tritt ist von küh­ler Ele­ganz geprägt, und unter der ein­drucks­vol­len Front­hau­be kann man sich einen Hybrid­an­trieb genau­so gut vor­stel­len wie einen sanft grol­len­den V8.

Mehr zum The­ma SUV gib’s hier.

Das ganz nor­ma­le klas­si­sche Auto: der VW UP GTI mit 115 PS - klein, leicht und den­noch stark.

Kommt der Cayenne noch mal als Diesel?

Jagu­ar Land Rover bläst in das glei­che Horn. Bevor die Bri­ten ab 2020 alle Model­le elek­trisch moto­ri­sie­ren, kommt noch schnell ein rich­ti­ger Ben­zin-Kra­cher auf die Stra­ße. Zum Bei­spiel den Dis­co­very SVX, der mit einem per Kom­pres­sor auf­ge­la­de­nen V8-Motor stol­ze 525 PS leis­tet. Beschei­den­heit ist jeden­falls nicht gefragt. Die PS-Orgie ist noch nicht vor­bei. Erst recht nicht bei Por­sche. Hier gibt es den neu­en Cayenne, der ande­rer­seits auch als Plug-in-Hybrid auf den Markt kom­men soll. Fehlt noch der Die­sel, den Por­sche bei der Welt­pre­mie­re im August noch ver­leug­ne­te.

Land Rover mit PS-satt: Dis­co­very SVX mit V8 und 525 PS.

Konkurrenz aus China

Kein Wun­der, dass auch die Chi­ne­sen in Euro­pa auf den all­seits belieb­ten SUV set­zen. Dabei ver­fol­gen die Mar­ken unter­schied­li­che Stra­te­gi­en. Gre­at Wall kommt nicht mit der Haupt­mar­ke, son­dern setzt auf die neue Nobel­mar­ke Wey und stellt zwei sehr über­zeu­gend gestyl­te SUV namens VV5s und VV7s vor. Auf dem VV7s basiert außer­dem der Plug-in-Hybrid P8 mit stol­zen 367 PS. Nicht nur das sau­be­re Außen­de­sign, son­dern auch die lie­be­vol­le Ver­ar­bei­tung im Inte­ri­eur bele­gen den hohen Anspruch von Wey. Den Mas­sen­markt bedient dann die Mar­ke Che­ry:  Zu die­sem Zweck wer­den ein kom­pak­ter und ein mit­tel­gro­ßer SUV gezeigt – und ein aggres­siv auf­tre­ten­des Con­cept Car. Bei­de SUV-Model­le gibt es indes­sen als Schwes­ter­mo­dell von Qoros, und zwar mit höhe­rer Mate­ri­al- und Desi­gn­qua­li­tät. Man darf gespannt sein, wie sich Che­ry in Euro­pa posi­tio­niert.

Auch Chi­na kann SUV: Wey VV7 s mit 2,0-Liter-Direkteinspritzer und 238 PS.

Borgward im Premium-Segment

Fehlt noch Borg­ward, ein alter deut­scher Name unter dem Dach chi­ne­si­scher Eig­ner mit Drang ins Pre­mi­um-Seg­ment: Die Isa­bel­la Con­cept ist eine ele­gan­te, eigen­stän­di­ge und his­to­risch ori­en­tier­te Inter­pre­ta­ti­on der Tra­di­ti­ons­mar­ke. Zugleich ist es der ers­te Hin­weis auf eine neue For­men­spra­che, die unter dem von Mini kom­men­den Chef­de­si­gner Anders War­ming Ein­zug hält. Zuvor jedoch sol­len die in Chi­na bereits eta­blier­ten Model­le BX5, BX6 und BX7 ein­ge­führt wer­den und zwar mit kon­ven­tio­nel­len Otto­mo­to­ren. Der Ver­trieb wird über Sixt Neu­wa­gen orga­ni­siert, als Werk­statt­netz soll die ATU-Ket­te die­nen.

So soll er wie­der kom­men, der Borg­ward BX7 TS.