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Die derzeitige Mercedes E-Klasse ist schon seit 2009 auf dem Markt und das letzte Facelift ist nun auch schon etwa zweieinhalb Jahre her. Jetzt steht fest: Binnen der nächsten zwölf Monate wird der Nachfolger beim Händler stehen. Ihre Weltpremiere dürfte die neue E-Klasse allem Anschein nach auf der Detroit Auto Show im Januar 2016 haben.

Auf den neuesten Erlkönigbildern ist nun ersichtlich, dass Daimlers obere Mittelklasse Stück für Stück ihre Tarnung ablegt. Optisch erinnert das alles doch sehr an die momentane C-Klasse und vom kleinen Bruder (oder dem gerade vorgestellen SUV GLC) erhält die E-Klasse auch die modulare MRA-Plattform. Das heißt: weniger Gewicht, mehr Steifigkeit sowie eine größere Effizienz. Die MRA-Plattform baut auf leichte Materialien wie beispielsweise Aluminium und ist auch für alternative Antriebe konzipiert. Wie das Bild eines Prototypen-Interieurs offenbart, wird das Cockpit näher an das der S-Klasse gerückt. Mit zwei riesigen, ins Armaturenbrett eingelassenen Bildschirmen wird der E-Klasse-Innenraum spürbar luxuriöser daherkommen als zuletzt.

Die Nutzung der neuen Neungang-Automatik, die partiell bereits in der aktuellen E-Klasse, dem CLS oder dem gerade gelifteten SUV GLE verwendet wird, soll erweitert werden. Des Weiteren wird es einen neuen Reihensechszylinder geben. Er ist modular aufgebaut und soll sich Komponenten wie Produktionsprozesse mit kleineren Vier- und sogar Dreizylindermotoren teilen, welche ebenfalls (wenn auch vorerst nicht für die E-Klasse) geplant sind. Ähnliche Strategien beobachtet man gegenwärtig bei BMW und Jaguar.

Entscheidend für den Erfolg der nächsten E-Klasse wird ebenso die Implementierung der neuesten Assistenzsysteme sein. Dabei wird Technik verwendet, die so außerhalb der Oberklasse noch nicht existiert hat. Wie der neue BMW 7er wird die E-Klasse in der Lage sein, auch bei erhöhten Geschwindigkeiten teilautonom zu fahren, also auch auf kurvigeren Landstraßen oder Autobahnen selbständig zu lenken, zu beschleunigen und zu bremsen. Aufgrund verfassungsmäßiger Regulierungen wird der Fahrer aber trotz alledem die Hände am Lenkrad behalten müssen. Darüber hinaus soll es eine Fußgängererkennung geben, die bei unerwartet auftauchenden Personen oder Objekten dazu im Stande ist, bis zum Stillstand abzubremsen oder sogar eine Umfahrung einzuleiten. Das alles soll bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h gelingen.

Bei allen Fortschritten auf dem Weg zum autonomen Fahren ist aber auch der Spaß ein wichtiger Faktor. Neue Erlkönigbilder offenbaren nämlich, dass auch die Entwicklung des Mercedes-AMG E 63 vorangeht. Unter der Haube dürfte sich die kommende Entwicklungsstufe von AMGs neuem 4,0-Liter-Biturbo-V8 befinden, der bislang den AMG GT sowie den C 63 antreibt. Leistungsdaten sind noch unbekannt, mit etwa 404 kw im E 63 und um die 441 kW im Spitzenmodell E 63 S sollte man aber rechnen.

Noch nicht offiziell bestätigt, aber bei der Länge dieses Prototyps durchaus denkbar, wird die nächste E-Klasse wohl einen größeren Radstand haben. Wie bislang soll es fünf Versionen geben: Limousine, Limousine mit langem Radstand (für den chinesischen Markt), das T-Modell, Coupé und Cabriolet. Weil die gegenwärtige C-Klasse auch Coupé- und Cabrio-Varianten bekommt, sollen die zweitürigen E-Klassen einen spürbaren Sprung in Richtung Luxus machen. Auch eine dritte Generation des Mercedes CLS ist in Planung.