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Die Ansprüche an die Verfügbarkeit von Informationen im Auto werden Jahr für Jahr größer, doch vom Fahren sollten die diversen Medien keinesfalls ablenken. Dieses schwierige Problem will der Automobilzulieferer Continental mit dem Magic User Interface auflösen.

Mittelpunkt der Technik ist eine spezielle Datenbank im Internet, in der die Interessen des Fahrers hinterlegt sind. Durch eine Onlineverbindung stehen sie dann im Auto jederzeit zur Verfügung. Die jeweiligen Inhalte werden auf das Kombiinstrument und einen Touchscreen in der Mittelkonsole übertragen. Die verschiedenen Elemente lassen sich per Geste drehen, zoomen und verschieben – oder auch vom Touchscreen auf das Kombiinstrument oder das Handy übertragen. Eben noch als Karte auf dem Bildschirm, erscheint der Navigationspfeil dann hinter dem Lenkrad oder das Foto vom Zielort auf dem jeweiligen Smartphone.

Sensoren und Kameras wachen dabei zusätzlich über die Aufmerksamkeit des Fahrers. Wird er zu sehr durch Medienfluss abgelenkt, lenkt das System die Aufmerksamkeit mit optischen und akustischen Signalen und Warnungen sowie einem kleinen Ruck am Gurt wieder zurück auf die Straße. Drei Beispielanwendungen, die der Nutzer so wie eine App herunterladen kann, zeigen die vielfältigen Möglichkeiten der Technik. So stellt zum Beispiel ein Reiseführer aufgrund der individuellen Interessen ein touristisches Programm für eine zugeschnittene vorgegebene Zeit zusammen und fährt dieses dann selbstständig ab. Sound- oder Videoeinspielungen veredeln das ganze Geschehen recht beeindruckend. Die Infos können auf das Handy übertragen und auch außerhalb des Autos weiter genutzt werden. Für Elektrofahrzeuge gibt es eine besondere Anwendung, die die Stopps zum Aufladen so verlegt, dass etwa der Kulturinteressierte in der Zwischenzeit zum Beispiel ein Museum besuchen kann. Eine weitere App zeigt beim Stopp an der Ampel je nach Interesse des Fahrers Fernsehnachrichten, Videoclips, E-Mails, einen Vokabeltrainer oder sogar Cartoons. Es sei dahin gestellt, ob diese Überflutung von Informationen letztlich nicht zu mehr Unfällen führen könnte. Nach Angaben von Continental könnte das System innerhalb weniger Jahre in Serie gehen.