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Vor 20 Jah­ren hat Audi mit dem Avant RS 2 den ers­ten all­tags­taug­li­chen Wahn­sinns-Kom­bi auf die lin­ke Spur beför­dert. Um Fami­li­en­vä­ter zu begeis­tern, wur­den dem bis dahin recht nüch­ter­nen Mit­tel­klas­se-Audi Gene aus dem Tou­ren­wa­gen­sport ein­ge­pflanzt. Der Boli­de wur­de zusam­men mit Por­sche ent­wi­ckelt und in Stutt­gart-Zuffen­hau­sen gebaut. Por­sche lie­fer­te dabei die 17-Zöl­ler, die innen­be­lüf­te­ten Brems­schei­ben und die rot lackier­ten Vier­kol­ben-Sät­tel.

Als star­kes Herz poch­te ein 2,2-Liter-Fünfzylinder, wel­chem unter ande­rem ein gro­ßer Tur­bo­la­der und ein hoher Lade­druck 315 PS abpress­te. Bei 3 000 Tou­ren lagen 410 New­ton­me­ter Dreh­mo­ment an, der Begren­zer setz­te erst ab 7 200 Umdre­hun­gen ein. Dadurch kata­pul­tier­te sich der Kom­bi in 5,4 Sekun­den auf Tem­po 100 und kam schaff­te 262 km/h. Damit zog der Fünf­sit­zer mit den meis­ten Elfer-Por­sche der dama­li­gen Zeit gleich­auf. Ein nor­ma­ler Car­re­ra der 993er-Bau­rei­he hat­te 272 PS, lief 270 km/h Spit­ze, brauch­te jedoch 5,6 Sekun­den bis in den drei­stel­li­gen Bereich.

Vorn gab es beim Avant mäch­ti­ge Luft-Schlün­de in der Schür­ze, der Grill war schwarz lackiert. Die Außen­spie­gel kamen eben­falls von Por­sche, im hin­te­ren Bereich prang­te ein durch­gän­gi­ges Leucht­band zwi­schen den Heck­lam­pen. Innen gab es Sei­den­nap­pa­le­der und Alcant­a­ra, die Reca­ros lie­ßen sich elek­trisch ver­stel­len. Die Uhren hat­ten wei­ße Zif­fer­blät­ter, klei­ne Zusatz-Anzei­gen auf der Mit­tel­kon­so­le zeig­ten Infor­ma­tio­nen zu Öldruck, Öltem­pe­ra­tur und Bord­netz­span­nung. Wer woll­te, konn­te den RS 2 in der exklu­si­ven Lackie­rung Noga­ro­blau ordern. Die Bezeich­nung soll­te die bei­den Sie­ge wür­di­gen, die Frank Bie­la 1993 in der fran­zö­si­schen Tou­ren­wa­gen­meis­ter­schaft auf der Pis­te von Noga­ro errang. Der RS 2 kos­te­te min­des­tens 98 900 Mark, schlicht umge­rech­net wären das heu­te ein Traum­preis von etwa 50 000 Euro. In knapp zwei Jah­ren Bau­zeit ent­stan­den 2 908 Exem­pla­re, für gut erhal­te­ne Aus­füh­run­gen muss man gegen­wär­tig um die 20 000 Euro hin­le­gen.

Ein ana­lo­ger Kom­bi der heu­ti­gen Zeit ist der RS 4 Avant. Sein 4,2-Liter-V8 wum­mert mit 450 PS bei 8 250 Tou­ren, als maxi­ma­les Dreh­mo­ment gibt es 430 New­ton­me­ter auf die Kur­bel­wel­le. Der Boli­de knackt die 100er-Mar­ke nach 4,7 Sekun­den und wird übli­cher­wei­se bei 250 km/h abge­re­gelt. Das Auto gibt es für 77 100 Euro.

In Erin­ne­rung an den RS 2 hat Audi das Son­der­mo­dell Noga­ro selec­tion auf­ge­legt. Es wird erst­mals auf dem Gen­fer Auto­sa­lon (6. bis 26. März 2014) zu sehen sein und ist danach für 87 300 Euro bestell­bar. Zu den Beson­der­hei­ten zäh­len der spe­zi­el­le Noga­ro­blau-Perl­ef­fekt­lack, schwar­ze Akzen­te an Grill und Fens­ter­leis­ten, eine matt­schwar­ze Dach­re­ling und schwarz glän­zen­de Aus­puf­fen­den. Der Noga­ro bewegt sich auf glanz­ge­dreh­ten 20-Zöl­lern fort. Für die spe­zi­el­len RS-Sport­sit­ze und die Türin­nen­ver­klei­dun­gen ste­hen in Anleh­nung an den RS 2 fei­nes Leder und Alcant­a­ra in Schwarz oder Noga­ro­blau zu Ver­fü­gung. Die Arm­auf­la­gen, das Lenk­rad sowie die Wähl­he­bel­man­schet­te tra­gen schwar­zes Leder, dazu kon­tras­tie­ren blaue Näh­te. Eine Pla­ket­te am Wähl­he­bel­knauf und Schrift­zü­ge auf den Ein­stiegs­leis­ten deu­ten auf das Jubi­lä­ums­mo­dell hin. Die Vmax-Anhe­bung auf 280 km/h ist im Preis mit inbe­grif­fen.