Stephane Bonnel / fotolia

Vor 20 Jahren hat Audi mit dem Avant RS 2 den ersten alltagstauglichen Wahnsinns-Kombi auf die linke Spur befördert. Um Familienväter zu begeistern, wurden dem bis dahin recht nüchternen Mittelklasse-Audi Gene aus dem Tourenwagensport eingepflanzt. Der Bolide wurde zusammen mit Porsche entwickelt und in Stuttgart-Zuffenhausen gebaut. Porsche lieferte dabei die 17-Zöller, die innenbelüfteten Bremsscheiben und die rot lackierten Vierkolben-Sättel.

Als starkes Herz pochte ein 2,2-Liter-Fünfzylinder, welchem unter anderem ein großer Turbolader und ein hoher Ladedruck 315 PS abpresste. Bei 3 000 Touren lagen 410 Newtonmeter Drehmoment an, der Begrenzer setzte erst ab 7 200 Umdrehungen ein. Dadurch katapultierte sich der Kombi in 5,4 Sekunden auf Tempo 100 und kam schaffte 262 km/h. Damit zog der Fünfsitzer mit den meisten Elfer-Porsche der damaligen Zeit gleichauf. Ein normaler Carrera der 993er-Baureihe hatte 272 PS, lief 270 km/h Spitze, brauchte jedoch 5,6 Sekunden bis in den dreistelligen Bereich.

Vorn gab es beim Avant mächtige Luft-Schlünde in der Schürze, der Grill war schwarz lackiert. Die Außenspiegel kamen ebenfalls von Porsche, im hinteren Bereich prangte ein durchgängiges Leuchtband zwischen den Hecklampen. Innen gab es Seidennappaleder und Alcantara, die Recaros ließen sich elektrisch verstellen. Die Uhren hatten weiße Zifferblätter, kleine Zusatz-Anzeigen auf der Mittelkonsole zeigten Informationen zu Öldruck, Öltemperatur und Bordnetzspannung. Wer wollte, konnte den RS 2 in der exklusiven Lackierung Nogaroblau ordern. Die Bezeichnung sollte die beiden Siege würdigen, die Frank Biela 1993 in der französischen Tourenwagenmeisterschaft auf der Piste von Nogaro errang. Der RS 2 kostete mindestens 98 900 Mark, schlicht umgerechnet wären das heute ein Traumpreis von etwa 50 000 Euro. In knapp zwei Jahren Bauzeit entstanden 2 908 Exemplare, für gut erhaltene Ausführungen muss man gegenwärtig um die 20 000 Euro hinlegen.

Ein analoger Kombi der heutigen Zeit ist der RS 4 Avant. Sein 4,2-Liter-V8 wummert mit 450 PS bei 8 250 Touren, als maximales Drehmoment gibt es 430 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Der Bolide knackt die 100er-Marke nach 4,7 Sekunden und wird üblicherweise bei 250 km/h abgeregelt. Das Auto gibt es für 77 100 Euro.

In Erinnerung an den RS 2 hat Audi das Sondermodell Nogaro selection aufgelegt. Es wird erstmals auf dem Genfer Autosalon (6. bis 26. März 2014) zu sehen sein und ist danach für 87 300 Euro bestellbar. Zu den Besonderheiten zählen der spezielle Nogaroblau-Perleffektlack, schwarze Akzente an Grill und Fensterleisten, eine mattschwarze Dachreling und schwarz glänzende Auspuffenden. Der Nogaro bewegt sich auf glanzgedrehten 20-Zöllern fort. Für die speziellen RS-Sportsitze und die Türinnenverkleidungen stehen in Anlehnung an den RS 2 feines Leder und Alcantara in Schwarz oder Nogaroblau zu Verfügung. Die Armauflagen, das Lenkrad sowie die Wählhebelmanschette tragen schwarzes Leder, dazu kontrastieren blaue Nähte. Eine Plakette am Wählhebelknauf und Schriftzüge auf den Einstiegsleisten deuten auf das Jubiläumsmodell hin. Die Vmax-Anhebung auf 280 km/h ist im Preis mit inbegriffen.