Eins ist sicher: 2012 wird ein kolossales Autojahr. Über 160 neue Modelle und Varianten stehen in den Startlöchern und erweitern das Angebot um interessante Facetten. Ebenfalls sicher: Trotz aller Spritspar-Bemühungen wird an Leistung, Luxus- und Fahrerleichterungen nicht gespart.

Das alte Motto des Mercedes-Designs („Auf Rufweite hinter der Mode“) war gestern, nun setzen die Schwaben selbst die Trends. Nach dem ersten viertürigen Coupé (2004) erfolgt im September auf Basis der zweiten CLS-Generation mit dem CLS Shooting Brake ein Sportkombi mit großer Heckklappe sowie einstellbaren Laderaum in der Tradition damaliger Jagdwagen. Mit seinem vornehmen Design, dem ausgesteckten Motorenspektrum sowie dem optionalen Allradantrieb soll der Shooting Brake aber auch jene Nische schließen, die die R-Klasse nie ganz ausfüllen konnte.

Gegen Ende 2012 gleitet die Mazda 6-Reihe in ein fließendes Kleid im Stil der Studie Takeri. Verbesserte Aerodynamik, Leichtbau sowie optimierte Motoren helfen Treibstoff zu sparen. Analog zum Mercedes CLS veröffentlicht BMW im Juni mit dem 6er CS einen coupéhaften, sportlich-eleganten Viertürer. Als zweite Fassung des neuen 3er erscheint im September der Kombi. Innen- und Kofferraum werden deutlich erweitert. Zum ersten Mal legt Volkswagen vom Passat Variant eine Offroad-Version auf – nach Audi-Allroad-Muster brilliert der Passat Alltrack mit Allradantrieb, Schlechtwegefahrwerk sowie rustikalen Anbauteilen.

Lediglich Vorderradantrieb und Quermotor bleiben bestehen, ansonsten wandelt sich die Mercedes A-Klasse nach zwei Generationen vom kurzen, hohen Microvan zum verhältnismäßig konventionellen, aber fixen Kompakten im Stil von Audi A3 Sportback und BMW 1er. Zur Jahresmitte erhält die Renault Mégane-Baureihe ein Facelift mit prägnanter Vorderseite im neuen Markendesign und höherwertigem Innenraum, darüber hinaus kleine Turbo-Benziner statt der bisherigen 1,6-Liter-Saugmotoren.

Als erstes Modell im Volkswagen-Konzern verwendet der Audi A3 ab Frühjahr den quermodularen Baukasten (QMB), der sehr anpassungsfähig ist und bis hinauf zum nächsten Passat zum Einsatz kommt. Während der Golf VI nicht mehr als ein Facelift war, wird die siebte Generation des Bestsellers optisch sowie technisch vollständig revidiert. Mehr Chrom, straffe Linien und glänzende Leuchten unterstreichen die Hochwertigkeit, mehr Radstand und Außenlänge gewährleisten ein deutliches Plus an Beinfreiheit hinten. Außerdem steht eine noch weitreichendere Motorenpalette zu Auswahl, wozu ab 2013 auch Erdgas-, Hybrid- und Elektrovarianten gehören. Die starken TDI- und GTI-Modelle schaffen zehn Pferdestärken mehr, und der 1.4 TSI mit 140 PS erfüllt in Zukunft die Euro 6-Abgasnorm. Durch die gesenkten Produktionskosten sollen die Preise nahezu unverändert bleiben. Die Technik von A3 und Golf verwendet ebenfalls der betont sportlich auftretende Seat León, der zum ersten Mal auch als Zweitürer und Kombi sowie erneut als Stufenheck-Ableger mit Namen Toledo lieferbar sein wird.

In der Kompaktklasse setzt Volvo in Zukunft auf einen Schrägheck-Viertürer nach Vorlage des Audi A3 Sportback, von dem zum Jahresende auch eine XC-Variante mit Front- oder Allradantrieb folgen soll.

Außerlich kleiner, innen größer: Nach dem Wachstumsschub beim vorherigen Modellwechsel wird der 207-Nachfolger sieben Zentimeter kürzer und im Durchschnitt um 110 Kilogramm leichter. Auch der preiswerte cW-Wert und renovierte Motoren helfen, Verbrauch und Emissionen weiter zu reduzieren. So gibt es hier zu ersten Mal einen neuen Dreizylinder-Benziner mit 68 und 82 Pferdestärken, der in der Einstiegsversion gerade mal 99 g CO2 pro Kilometer ausstoßen soll. Im Innenbereich fallen außer mehr Beinfreiheit hinten und dem größeren Kofferraum (285 statt 270 Liter) besonders die weit vorn oberhalb des Lenkrads positionierten Instrumente sowie der Berührungs-Bildschirm fürs Infotainment in der Mittelkonsole auf.

Für 850 Euro Aufpreis kriegt der Audi A1 ab März zwei Fondtüren, etwas mehr Kopffreiheit hinten und den Namens-Zusatz „Sportback“. Mit Designretuschen und einfacher Ausstattung wird aus dem VW Up der preiswertere Skoda Citigo. Opels Antwort auf den VW Up fußt auf einer verminderten Corsa-Plattform, ist ebenso rund 3,50 Meter kurz und soll Ende 2012 unter 10 000 Euro starten. Ein Jahr später stehen Elektro- und Hybridvarianten auf dem.