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Die vor­he­ri­ge Genera­tio­nen des Daimler’schen Luxus­cou­pés mit der Bezeich­nung Mer­ce­des CL waren ele­gant und edel, kaum sport­lich und bei aller Per­fek­ti­on immer etwas tro­cken und mono­ton. Das neue S-Klas­se Cou­pé ist ein Schön­ling zum Ver­lie­ben mit Zukunfts­tech­nik und Luxus im Über­maß. Aston Mar­tin Van­quish, Bent­ley Con­ti­nen­tal Cou­pé und Mase­ra­ti Gran­tu­ris­mo wer­den nicht nur optisch, son­dern auch funk­tio­nal auf­ge­frischt. Audi und BMW haben indes­sen über­haupt kei­nen Kon­ter in der Hin­ter­hand. „Das gro­ße Cou­pé bil­det seit je her die Spit­ze unse­res Modell­pro­gramms und heißt des­we­gen jetzt auch wie­der S-Klas­se“, äußer­te sich Daim­ler-Ver­triebs­vor­stand Ola Käl­le­ni­us. Im Ver­gleich zum Vor­läu­fer ist das neue Cou­pé 40 Kilo­gramm leich­ter und in sämt­li­chen Dimen­sio­nen – wenn auch gering – klei­ner gewor­den.

Wer glaubt, dass es sich beim 5,03 Meter lan­gen Cou­pé allein um ein Deri­vat der S-Klas­se han­delt, sieht sich innen so wie außen getäuscht. Eige­nes Design, ande­re Lini­en, neu­er Cha­rak­ter und kei­ner­lei erkenn­ba­re Gleich­tei­le – das kriegt selbst im luxu­riö­sen Wett­be­werbs­um­feld kaum einer hin. Die wei­chen Leder­ses­sel sind fast zu per­fekt, um sich es sich dar­in bequem zu machen. Das Leder­ge­stühl ist per­fekt ver­ar­bei­tet, voll­stän­dig kli­ma­ti­siert und bei Bedarf mit Mas­sa­ge­funk­tio­nen jeg­li­cher Art ver­se­hen, die es einem schwer begreif­lich machen, noch in einem Auto Platz genom­men zu haben. Selbst in den bei­den Fond­ses­seln lässt es sich ange­nehm rei­sen. Die per­fek­te Vor­stel­lung im Innern wird nur durch den bil­li­gen Rah­men des gigan­ti­schen Dop­pel­dis­plays für Instru­men­te und Navi­ga­ti­on getrübt. Der schma­le schwar­ze Steg mit Bedien­ele­men­ten für Instru­men­ten­be­leuch­tung, Heck­ja­lou­sie und Fond­kopf­stüt­zen passt eben­so wenig in die­sen Luxus­schwa­ben wie der Dreh-Drück­stel­ler neben dem Schal­ter­halb­rund auf der Mit­tel­kon­so­le. Das kön­nen Audi und beson­ders BMW bes­ser und ein­fa­cher.

Was für das Design gilt, sieht beim Antrieb nicht unter­schied­lich aus. Der Basis­mo­tor ist ein 4,7 Liter Dop­pel­tur­bo mit 335 kW / 455 PS. 0 auf Tem­po 100 in exzel­len­ten 4,6 Sekun­den und eine abge­rie­gel­te Höchst­ge­schwin­dig­keit von 250 km/h fügen sich schein­bar rei­bungs­los in das beein­dru­cken­de Gesamt­kunst­werk ein. Der Norm­ver­brauch beträgt 9,4. Trotz All­rad­an­triebs und aller Zau­ber­fahr­wer­ke sind dem ele­gan­ten Zwei­tü­rer in jedem Fahr­be­reich sei­ne 2,1 Mega­gramm anzu­mer­ken. Schnell durch­pflüg­te Kur­ven sind mit dem neu kon­zi­pier­ten ABC-Fahr­werk (Active Body Con­trol mit Magic Body Con­trol) eine ech­te Won­ne. „Das Fahr­zeug legt sich ähn­lich einem Motor­rad­fah­rer in die Kur­ve und redu­ziert so die auf die Insas­sen wir­ken­de Quer­be­schleu­ni­gung“, erklärt Ent­wick­lungs-Chef Dr. Tho­mas Weber. Die Wir­kung ist fühl­bar. Ein Muss ist das High­tech-Paket, wel­ches die Dämp­fer in Abstim­mung mit Kame­raho­ri­zont und Regel­sys­te­men um 7,8 Zen­ti­me­ter nach oben und unten anpas­sen kann, aller­dings nicht.

Denn wer­den die Radi­en enger, kön­nen auch die High­tech-Federn, mit denen sich der All­rad­ler wie ein Motor­rad­fah­rer in die Kur­ven legt, das Über­ge­wicht nicht mehr ver­ber­gen.

Der­ma­ßen viel Luxus und Per­fek­ti­on haben ihren Preis. Die Aus­stat­tungs­lis­te lässt dem Inter­es­sen­ten alle Mög­lich­kei­ten, den beacht­li­chen Basis­preis von 125 961 Euro zu erhö­hen, obwohl elek­tri­sche Leder­sit­ze, Navi­ga­ti­on oder LED-Schein­wer­fer schon an Bord sind. Wer das kom­plet­te Fah­rer­as­sis­tenz­pa­ket neben der Magic Body Con­trol, Son­nen­dach, einen stan­des­ge­mä­ßen Rad­satz oder exklu­si­ves Nap­pa-Inte­ri­eur favo­ri­siert, kommt schnell an die 150 000-Euro-Mar­ke.