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Volkswagen stellt auf der IAA 2013 den 300 PS starken und mindestens 38 325 Euro teuren VW Golf R – und damit den stärksten und teuersten Serien-Golf aller Zeiten – vor. Im Vergleich mit dem bis zu 230 PS starken Golf GTI legt der Golf VII R abermals ganze 70 PS drauf. Zu seinem Vorgänger, auf Grundlage des Golf VI, distanziert er sich um immerhin 30 PS. Als Antrieb kommt nach wie vor der zwei Liter große Turbobenziner zum Einsatz. Jedoch wurde der Vierzylinder umfassend überarbeitet und mit zusätzlichen Finessen versehen. Um die 70 PS Mehrleistung rauszukitzeln, wurde der Zylinderkopf inklusive Auslassventilen, Ventilsitzringen und Ventilfedern neu konstruiert, überdies kommen andere Kolben zum Einsatz. Damit Kraft- und Sauerstoff mit zusätzlichem Druck in die Brennkammern injiziert werden können, legten die Techniker auch bei den Einspritzventilen sowie am Abgasturbolader Hand an.

Die maximale Leistung von 300 Pferdestärken liegt zwischen 5500 und 6200 Touren an. Ebenso das Drehmoment steigt im Vergleich zum GTI um 30 auf 380 Newtonmeter zu – welches sogar in einem breiten Drehzahlspektrum von 1800 bis 5500 Umdrehungen rangiert. Trotz aller leistungssteigernden Maßnahmen verheißt VW weniger Verbrauch: Eine vollelektronische Kühlmittelregelung gewährleistet ein effizienteres Thermomanagement mit verkürzter Warmlaufphase. Die Abgasführung zum Turbolader ist nun wassergekühlt und in den Zylinderkopf integriert. Außerdem arbeitet der Motor mit einem dualen Einspritzsystem (Direkt- und Saugrohreinspritzung), variabler Ventilsteuerung mit doppelter Nockenwellenverstellung sowie zweifach verstellbarem Ventilhub auf der Auslassseite. Das Ergebnis des Technik-Feuerwerks sind 7,1 Liter Normverbrauch und rund eineinhalb Liter weniger als im 270 PS starken Vorgänger. Mit DSG reduziert sich der Wert weiter auf 6,9 Liter.

Zum Sparen wurde dieser Golf selbstverständlich nicht entwickelt, das verraten bereits die Fahrleistungen: Mit manuellem Schaltgetriebe soll der Standardsprint auf Tempo 100 nach 5,3 Sekunden machbar sein, mit DSG sind es sogar nur 4,9 Sekunden. Ohne 4Motion-Allradantrieb wären diese Werte mit Sicherheit nicht möglich. Das überarbeitete System schickt bei Bedarf fast 100 Prozent an die Hinterachse. Je nach Fahrsituation, Gaspdeal- und Lenkradstellung verteilt die Haldexkupplung sehr schnell das Drehmoment zwischen Vorder- und Hinterachse. Bei geringer Last oder im Schub erfolgt der Kraftschluss primär über die Vorderachse, um Treibstoff zu sparen. Um die Kurvendynamik zu erhöhen und die Kraft effektiv auf die Straße zu befördern, simuliert das elektronische System XDS+ durch Anbremsen der einzelnen Räder die Funktion einer Quersperre an beiden Achsen. Die Performance-Maßnahmen reichen noch weiter: Für die optimale Pistentauglichkeit lässt sich das zweistufige ESC (Electronic Stability Control) auch vollständig deaktivieren. Volkswagen betont, dass diese Funktion ausschließlich im Golf R verfügbar ist.