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Es gibt nur eine Handvoll Autolegenden, die optisch nahezu unverändert über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten und mehr gebaut wurden. Beispielsweise der VW Käfer, der Lada Niva, der Land Rover Defender, und die Mercedes G-Klasse. Diese feiert jetzt ihren 35. Geburtstag.

Die Entwicklung des Mercedes-Geländewagens startete 1972 mit einer Kooperation zwischen Daimler-Benz und Steyr-Daimler-Puch in Graz. Im Lastenheft der Ingenieure stand nicht nur die Geländegängigkeit im Fokus, sondern auch, dass die Karosserie weltweit unkompliziert repariert werden kann. Auf diese Weise erhielt das G-Modell seine schnörkellose, kantige Form.

Im Jahr 1979 wurde er dann veröffentlicht. Anfangs gab es vier Motorisierungen vom 240 GD mit 52 kW bis zum 280 GE mit 136 kW. Geliefert wurden nicht nur ein „Station Wagon“ mit kurzem und langem Radstand, sondern auch ein Cabrio. Etwas später wurden auch noch ein Kastenwagen sowie ein Pick-up aufgelegt, beide konnten sich aber nicht durchsetzen. Das konnte man von den anderen Ausführungen nicht behaupten: Schon bald offenbarte sich, dass es kaum Hindernisse gab, vor denen der Mercedes weichen musste. Eine Geländeuntersetzung und zuschaltbare Differenzialsperren für Vorder- und Hinterachse halfen bei der Fahrt.

Im Lauf der Jahre wurde der Geländewagen andauernd verbessert und die Baureihe gesplittet: Nun gibt es Nutzfahrzeuge für Behörden, das Militär und Kommunen, sowie „zivile“ Modelle mit PKW-Innenraum und etlichem Luxus. Dabei ist der Anschaffungspreis nicht gerade gesunken. Das billigste G-Modell ist gegenwärtig ein G 350 BlueTec mit 155 kW für bereits ganze 87 066 Euro. Das obere Ende setzt der G 65 AMG, dessen Zwölfzylindermotor gewaltige 450 kW und 1 000 Newtonmeter Drehmoment herbeischafft. Um ihn zu besitzen, muss man 268 345 Euro investieren.

Ein Ende wird oft prophezeit, jedoch absehbar ist es nicht. Die Verträge mit Magna-Steyr in Graz, wo die G-Klasse fabriziert wird, laufen bis 2020. Zum Jubiläum gibt es nun ein Sondermodell mit dem Namen „Edition 35„. Es ist als G 350 BlueTec und als G 500 orderbar. Erkenntlich wird die Editions-Auflage durch schwarz glänzenden 18-Zöllern und einer auffälligen Zweifarblackierung in Weiß und Schwarz. Wer es diskreter mag, kann die Karosserie auch vollständig in Schwarz bestellen. Ab Werk dabei ist das Sport-Paket, welches unter anderem mit AMG-Kotflügelverbreiterung und beim G 500 mit Sportauspuff aufwartet. Dazu zählen auch Chromeinlagen im Kühlergrill, Chromrahmen um die Sitzverstellschalter sowie um die Lautsprecher.

Für das Interieur kann aus zwei Lederausstattungen ausgewählt werden, ebenfalls entweder zweifarbig oder einfarbig. Beide Male kontrastieren rote Ziernähte. Für die Optik sorgt eine belederte Instrumententafel, ein AMG-Lenkrad, schwarzer Klavierlack und ein dunkler Innenhimmel. Der spezielle G 350 BlueTec kostet 101 031 Euro, der G 500 in der Edition 35 ist ab 112 812 Euro erhältlich.

Und es gibt noch eine besondere G-Klasse zum Jubiläum. Das Unikat nennt sich „Otto“ und ist jener 300 GD, mit dem Gunther Holtorf und seine mittlerweile verstorbene Frau Christine im Jahr 1988 zu einer Weltreise aufbrachen. Das Ziel war es, nach Möglichkeit alle Länder dieser Erde zu besuchen. Knapp 26 Jahre, rund 900 000 Kilometer und 215 bereiste Länder später brachte Gunther Holtorf den G zurück in die schwäbische Heimat. Das Marathonmobil bekommt einen Platz im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart-Untertürkheim, wo es ab dem 21. Oktober 2014 ausgestellt wird. Als Weltrekordler wird „Otto“ ebenso bei Guinness World Records verewigt.

Bevor „Otto“ seinen endgültigen Platz im Mercedes-Benz Museum bekommt, wird er ab Ende Februar 2015 erneut für zwei Jahre auf Reisen geschickt, und zwar durch die Mercedes-Benz Center und Niederlassungen in Deutschland und Europa. Eine speziell für das Fahrzeug konzipierte Wanderausstellung begleitet „Otto“ und erzählt von seinen interessantesten Stationen.