Der Keilriemen ist ein wichtiges Bauteil am Motor eines Autos. Ist der Keilriemen gerissen oder beschädigt, kann das zur Überhitzung des Motors führen, zudem ist die Stromversorgung nicht mehr gewährleistet und wichtige Systeme fallen aus. Nur mit dem rechtzeitigen Wechsel können alle Funktionen des Pkw wieder hergestellt und schlimmere Schäden am Fahrzeug vermieden werden. In diesem Artikel erklären wir, wie Sie einen beschädigten Keilriemen erkennen und was im Folgenden zu tun ist.

Ist der Keilriemen gerissen, drohen teure Schäden am Motor – Wir zeigen, woran Sie den Riss erkennen und was dann zu tun ist. (Quelle: Michael Eichler/stock.adobe.com)

 

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Keilriemen gerissen: Funktionsweise und Schaden

Wenn der Keilriemen gerissen ist, bestehen zahlreiche Gefahren für den Motor. Daher muss zunächst einmal geklärt werden, welche Aufgaben er übernimmt. Die grundlegende Funktion des Keilriemens ist der Antrieb wichtiger Komponenten, beispielsweise der Lichtmaschine. Ist der Keilriemen gerissen, arbeitet die Lichtmaschine nicht mehr und eine wichtige Stromquelle fällt aus. Ebenfalls funktioniert die Wasserpumpe des Motors nicht mehr. Die Kühlung ist nicht mehr gewährleistet und der Motor ist überhitzt. Bereits ein Nachlassen der Spannung des Keilriemens führt zu einer geringer werdenden Funktionsfähigkeit. Der Keilriemen kann nur dann die notwendige Kraft entwickeln, wenn er über ausreichend Spannung verfügt.

Warum treten Defekte am Keilriemen auf?

Der Keilriemen führt schnelle Rotationsbewegungen aus. Hierbei entsteht eine große Kraftentwicklung, die zu einer starken Beanspruchung des Materials führt. In der Folge verschleißt das Bauteil und kann reißen. Sobald der Keilriemen gerissen ist, müssen Autofahrer einen Wechsel vornehmen lassen. Im ungünstigsten Fall sind beim Reißen des Keilriemens umliegende Bauteile beschädigt worden. In der Fachwerkstatt überprüfen die KFZ-Mechatroniker den Zustand des Motors und ermitteln, ob lediglich der Keilriemen ausgetauscht werden muss oder ob auch andere Komponenten beschädigt wurden.

Der Unterschied zwischen Keilriemen und Keilrippenriemen

Keilriemen ist die allgemeine Bezeichnung – ein Rippenriemen beziehungsweise ein Keilrippenriemen stellt eine Weiterentwicklung dar. Er bündelt die Vorteile des Keilriemens und des Flachriemens. Der Keilriemen zeichnet sich durch eine stärkere Reibung aus, was seiner Größe zuzuschreiben ist. Der Flachriemen verfügt über einen geringeren Radius. Auf dem Keilrippenriemen befinden sich längsverlaufende Rippen. Die Riemenscheibe muss über entsprechende Rillen verfügen.

Mittels des Keilrippenriemens werden im Fahrzeug diverse Nebenaggregate angetrieben. Vor allem die Servopumpe, der Klimakompressor und die Kühlwasserpumpe erhalten ihre Kraft über den Keilrippenriemen. Aufgrund der geringen Höhe ist der Riemen in beide Richtungen flexibel. Für den Betrieb in Fahrzeugen sind automatische Spannsysteme erforderlich – ein einfacher Riemen ist statisch gespannt. Die automatischen Spannsysteme sorgen dafür, dass der Keilrippenriemen in allen Situationen die optimale Spannkraft entwickelt.

Wie erkenne ich, dass der Keilriemen gerissen ist?

Reißt der Riemen während der Fahrt, bemerken Autofahrer diesen Vorgang oftmals nicht sofort. Es ist daher wichtig, die Anzeichen für einen Defekt zu kennen. Ein wichtiger Hinweis ist der Temperaturanstieg im Motor. Bei modernen Fahrzeugen befindet sich im Cockpit eine Messanzeige, die im Falle einer Erhöhung der Motortemperatur in den roten Bereich wechselt. Da die Überhitzung des Motors zu einem irreparablen Motorschaden führen kann, ist schnelles Handeln erforderlich. Das Fahrzeug ist unverzüglich an einer geeigneten Stelle abzustellen und muss verlassen werden. Ignorieren Autofahrer den Temperaturanstieg, kann Rauchentwicklung im Motorraum eintreten. Ein weiteres Symptom des gerissenen Riemens ist der Ausfall wichtiger Systeme. Da die Lichtmaschine nicht mehr funktionsfähig ist, erhält die Servolenkung keine Energie mehr – die Lenkung wird sehr schwerfällig.

Darf ich mit einem gerissenen Keilriemen weiterfahren?

Da die Gefahr von Folgeschäden besteht, ist zu empfehlen, mit einem gerissenen Keilriemen nicht weiterzufahren. Sie sollten das Fahrzeug stehen lassen und eine Fachwerkstatt kontaktieren. Die Mitarbeiter schleppen den Pkw ab und bringen ihn in die Werkstatt. Es ist im Anschluss erforderlich, den Keilriemen zu wechseln, da eine klassische Reparatur nicht möglich ist.

Um das Reißen des Antriebsriemens zu verhindern, sollten Autofahrer auf ungewöhnliche Geräuschentwicklung im Motorraum achten. Ist ein Quietschen zu hören, hat sich das Material bereits stark abgenutzt. Der Antriebsriemen ist nicht mehr vollständig einsatzfähig, die Kraftübertragung ist eingeschränkt. Durch die ständige Reibung und die Wärme wird das Material spröde und dünn. Wir empfehlen den Besuch einer Fachwerkstatt, sobald Sie erstmalig das Quietschen hören. Dort werden die Ursachen abgeklärt.

Keilriemen wechseln: die Kosten

Die Materialkosten für einen neuen Keilriemen betragen rund 25 bis 50 Euro. Die Auswahl erfolgt in Abhängigkeit vom genauen Fahrzeugmodell, denn nicht jeder Keilriemen ist für jedes Fahrzeug passend. Bei den meisten Pkws ist der Keilriemen im Motorraum leicht zugänglich, was den Wechsel erleichtert. Erfahrene Kfz-Mechatroniker benötigen etwa 30 Minuten für den Austausch. Um den Keilriemen zu wechseln, berechnen die Werkstätten zwischen 60 und 110 Euro. Wir empfehlen, bei einem Wechsel des Keilriemens zusätzlich auch die Spannrolle und die Umlenkrolle zu wechseln. Ist der Keilriemen ausgebaut, sind diese Bauteile leicht zugänglich und die Materialkosten betragen lediglich rund 10 Euro.

So beugen Sie Defekten am Antriebsriemen vor

Ein gerissener Schaden kann teure Folgen haben; lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen. Die geöffneten Ventile des Motors schlagen in diesem Fall mit den Kolben zusammen, wodurch Beschädigungen an diesen entstehen können. Die meisten Automobilhersteller empfehlen den regelmäßigen Wechsel des Keilriemens. Möchten Sie den Pkw zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen, fragen potenzielle Käufer häufig nach, ob und wann der Keilriemen gewechselt worden ist. Die Pflege und Wartung des Autos kann dessen Verkehrswert positiv beeinflussen. Es empfiehlt sich, bezüglich des Keilriemenwechsels Intervalle von 80.000 bis 90.000 Kilometern einzuhalten.

Zusätzlich zu dem regelmäßigen Austausch sollten Autofahrer in gewissen Abständen Sichtprüfungen vornehmen. Ob der Zahnriemen gerissen ist, lässt sich verhältnismäßig leicht erkennen. Auch Abnutzungen sind ohne Spezialgeräte zu erkennen. Das Material wird spürbar dünner, die Erhebungen auf dem Zahnriemen sind schwerer zu erkennen. Entdecken Autofahrer bereits Risse, sollte sie die Weiterfahrt unterlassen, da der Keilriemen jederzeit reißen kann.

Keilriemen gerissen: Diese Schritte sind zu befolgen:

  1. Stellen Sie den Motor ab: Hören Sie ungewöhnliche Geräusche aus dem Motorraum, dann müssen Sie das Fahrzeug unverzüglich abstellen.
  2. Motorhaube öffnen: Nachdem Sie den Motor ausgestellt haben, können Sie die Motorhaube öffnen.
  3. Betriebsanleitung zur Hand nehmen: Hier finden Sie Hinweise auf den Einbauort des Keilriemens.
  4. Prüfung des Keilriemens: Achten Sie auf einen gespannten Sitz sowie den Zustand des Materials. Bei sichtbaren Abnutzungserscheinungen, Rissen oder nachgelassener Spannung besteht die Vermutung eines Keilriemenschadens.
  5. Abschleppdienst: Lassen Sie den Pkw ggf. in eine Fachwerkstatt abschleppen und den Keilriemen überprüfen.
  6. Prüfung durch Werkstatt: Die KFZ-Mechatroniker überprüfen bei gerissenem Keilriemen den Zustand der benachbarten Komponenten im Motorraum, um Folgeschäden auszuschließen.

 

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