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Jede Hauptuntersuchung startet mit einer Probefahrt. Die Plakette wird beim Überziehen des Untersuchungstermins nun nicht mehr rückdatiert. Stellt der Prüfer Defizite am Fahrzeug fest, gibt es dazu dann noch genauere Hinweise. Das sind, kurz zusammengefasst, laut dem TÜV Süd die bedeutendsten Veränderungen, die aller Voraussicht nach ab April 2012 für die Haupt- und Abgasuntersuchung von Autos gelten.

Bevor es mit dem Auto in die Prüfgasse geht, steht in der Zukunft bei der Hauptuntersuchung eine Testfahrt an. Der Sachverständige ist verpflichtet diese Runde mit mindestens 8 km/h zu drehen, das Lenkrad in beide Richtungen einschlagen und auch mal die Bremse benutzen. „Diese Probefahrt stellt sicher, dass die Assistenzsysteme des Fahrzeugs aktiviert sind und ansprechen“, sagt Jürgen Wolz, Leiter der Technischen Prüfstelle für den Kraftfahrzeugverkehr in Bayern beim TÜV Süd. Auch die elektronischen Sicherheitsassistenten – wie Airbag, ABS, ESP und Abstandsregler – rücken demnächst noch mehr in den Fokus der Hauptuntersuchung. Mit einem HU-Adapter, mit dem die TÜV-Prüfer an die OBD-Schnittstelle (On Board Diagnose) des Fahrzeugs andocken, können sie testen, ob die Sicherheitsassistenten auch tatsächlich einwandfrei funktionieren.

Allen Fahrern bleibt jedoch noch etwas Zeit, sich auf die Neuerungen einzustellen: Die 47. Änderungsverordnung zur StVZO tritt vermutlich zum 1. April 2012 in Kraft. Die Testfahrt wird ab dann schrittweise für alle Fahrzeuge relevant, die ab diesem Stichtag neu zugelassen werden. Direkt fällig wird ab dem 1. April 2012 das veränderte Vorgehen in Sachen Rückdatierung HU-Plakette. Was aber tun, wenn ein Autofahrer den Untersuchungstermin verpasst hat? Die Antwort auf diese Frage ist bisweilen möglicherweise in Straubing anders ausgefallen als in Saarbrücken und in Schwerin anders als in Stuttgart. Mit dem bevorstehenden Änderungspaket zur StVZO wird der Gesetzgeber aller Voraussicht nach ein bundesweit einheitliches Vorgehen festlegen. „Die nächste HU ist dann grundsätzlich 24 Monate nach dem Untersuchungstermin fällig“, erläutert Jürgen Wolz. Bis heute kennen die Autofahrer in Süddeutschland folgendes Vorgehen: Ist der HU-Termin zum Beispiel sei zwei Monaten fällig, orientiert sich die Gültigkeit der neuen Plakette am tatsächlichen Fälligkeitsdatum für die Fahrzeuguntersuchung. Das macht es in Zukunft wieder möglich, bei der HU „Zeit zu schinden“ – jedoch droht nach wie vor ein Bußgeld, wenn die Plakette seit drei Monaten überzogen ist. „Und wer mit abgelaufener HU-Plakette in einen Unfall verwickelt wird, muss auch damit rechnen, dass er von der Versicherung entsprechend belangt wird“, so Jürgen Wolz.