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Die deutsche Taxilandschaft steht häufig in der Kritik und das nicht nur wegen der mehr als 800 unterschiedlichen Tarife. Fehlende Informationen, lückenhafte Quittungen und vermeidbare Umwege zählen zu den häufigsten Mängeln. Das ist für den Endverbraucher, den Fahrgast, nicht nur ein Ärgernis, sondern auch schlecht zu durchschauen. Zeit also für den Automobilclub ADAC, Taxifahrten in acht deutschen Großstädten auf ihre Transparenz, Kundenfreundlichkeit und Defizite hin zu testen.

Sämtliche Teststrecken wurden im März und April 2014 von zwei verschiedenen Testern befahren. Dabei fuhren sie wochentags, zwei Mal nachts und zwei Mal am Tag. Versehen mit Trolley und Business-Kleidung, sollten die Testpersonen einen ortsfremden Geschäftsreisenden simulieren. Von 160 Fahrten wurde knapp ein Viertel (35) mit der Schulnote „sehr gut“ benotet. Bei mehr als der Hälfte (87) vergaben die Tester ein „gut“. „Ausreichend“ waren 17 der Fahrten. 21 erhielten nur ein „mangelhaft“ oder auch ein „sehr mangelhaft“.

Die häufigsten Defizite waren wie zu erwarten: Meistens fehlten die Hinweise auf die herrschenden Tarife. So entstehen Preisspannen für eine sieben Kilometer lange Fahrt einschließlich fünf Minuten Wartezeit und ein Gepäckstück von 16,10 Euro in Dresden bis zu 19,90 Euro in Hamburg. In nahezu 90 Prozent der Fälle wurden die Quittungen nur unvollständig erstellt. Außerdem hatten die Tester bei jeder zehnten Fahrt einen Umweg mithilfe ihrer GPS-Geräte aufgezeichnet. Zu Verkehrsverstößen kam es ebenfalls: 17 Prozent der Taxi-Fahrer missachteten Verkehrsregeln. In vier Fällen konnte es sogar nicht einmal zu einem Test kommen, da die Fahrer die Fahrt verweigerten.

Eine Testfahrt stach besonders heraus: Ein Fahrer in Frankfurt am Main fuhr nicht nur einen großen Umweg, über rote Ampeln und erstattete zum Schluss zu wenig Wechselgeld. Er fiel außerdem durch mangelnde Orts- und Sprachkenntnisse, keinen Hinweis auf seine Fahrerlaubnis und eine nicht vorhandene Tarifübersicht auf.

Was kann man tun? Der Automobilclub empfiehlt eine Vereinheitlichung der Taxiordnung und ein verständliches und transparentes Tarifsystem. Für eine kurzfristige Umsetzung der geforderten Punkte könnte die Konkurrenz sorgen. Die klassischen Taxiunternehmen stehen seit kurzer Zeit unter enormen Druck. Moderne Taxiunternehmen organisieren sich mit Privatpersonen und Privat-PKW. Sie sind oft deutlich preiswerter. Der Konkurrenzdruck könnte auf diese Weise bei den alten etablierten Unternehmen nicht nur für günstigere Tarife, sondern auch allgemein für einen besseren Rundum-Service sorgen. Denn besonders der Service bleibt bei den „neuen privaten“ nach ersten Tests unberücksichtigt.

Kurz nach der Publikation der Testergebnisse äußerte sich der Präsident des deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes BZP, Michael Müller: „Wir nehmen solche Testergebnisse sehr ernst, sie helfen uns dabei, die Qualität unsere Dienstleistung weiter zu verbessern. Auch wenn es nur Stichproben aus acht Städten sind, die nicht unbedingt repräsentativ sind.“ Außerdem beantwortete Müller die Frage zum Tarifdschungel. Dieser ginge auf die Kommunen zurück, welche unabhängig voneinander die Tarife bestimmen. Der BZP wäre ebenso hier zu Gesprächen und Änderungen bereit, die die Transparenz für Kunden verbessern könne.