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Ab dem 1. Novem­ber 2012 soll ein neu­es Label die Kauf­ent­schei­dung beim Rei­fen­kauf erleich­tern. Denn ab dann gilt in der EU eine ein­heit­li­che Pflicht zur Kenn­zeich­nung für Neu­rei­fen. Betrof­fen sind alle Pkw-Rei­fen sowie Leicht­trans­por­ter- und Lkw-Rei­fen, die nach dem 1. Juli 2012 pro­du­ziert wer­den. Das Vor­bild ist das bereits bekann­te Effi­zi­enz­la­bel für Kühl­schrän­ke oder Wasch­ma­schi­nen.

Im Unter­schied zu Haus­halts­ge­rä­ten wird die Rei­fen­kenn­zeich­nung aber nicht aus­schließ­lich die Effi­zi­enz – in die­sem Fall den Ver­brauch – berück­sich­ti­gen, son­dern dazu auch Sicher­heits­as­pek­te und die Geräusch­ent­wick­lung, erläu­tert Jean-Pierre Jeu­set­te, Gene­ral­di­rek­tor des Inno­va­ti­ons­zen­trums von Goo­dye­ar Dun­lop. Das EU-Rei­fen­la­bel soll über drei grund­le­gen­de Pro­duk­t­ei­gen­schaf­ten eines Pneus infor­mie­ren: den Roll­wi­der­stand, die Nass­haf­tung und das Außen­ge­räusch beim Abrol­len.

Das Zapf­säu­len­sym­bol auf der 7,5 mal elf Zen­ti­me­ter gro­ßen Mar­kie­rung steht für den jewei­li­gen Roll­wi­der­stand des Rei­fens. Je nied­ri­ger der Wert, des­to gerin­ger ist der Ver­brauch des Fahr­zeugs. Ein­ge­teilt wird in Buch­sta­ben von A bis G. Um über­haupt eine euro­päi­sche Zulas­sung zu erhal­ten, muss ein Rei­fen in Zukunft den Min­dest­stan­dard G errei­chen. A ist in dem Fall die Best­no­te. Bei Goo­dye­ar Dun­lop ver­deut­licht man, dass die Ansprü­che für die A-Bewer­tung ziem­lich hoch gesetzt sind und zunächst schwer zu errei­chen sein wer­den. Mit ihren anspruchs­vol­len Kri­te­ri­en will die EU ver­hin­dern, dass – wie bei Kühl­schrän­ken gän­gig – die Klas­si­fi­zie­run­gen bis A+, A++ oder A+++ aus­ge­reizt wer­den müs­sen, um für den Ver­brau­cher Dif­fe­ren­zen klar und deut­lich zu machen.

Das Regen­wol­ken­sym­bol auf dem Rei­fen­la­bel mar­kiert die Haf­tung auf feuch­ter Fahr­bahn. Dies spielt für die Ver­kehrs­si­cher­heit eine ent­schei­den­de Rol­le, denn Rei­fen mit opti­ma­ler Nass­haf­tung kön­nen den Brems­weg fühl­bar redu­zie­ren. Auch die­se Kate­go­rie wird durch A bis G klas­si­fi­ziert.

Als Drit­tes Sym­bol fin­det sich auf dem neu­en Rei­fen­la­bel ein Laut­spre­cher. Damit wird die Geräusch­ent­wick­lung auf­ge­zeigt, die ein Rei­fen bewirkt, wenn er auf der Fahr­bahn­ober­flä­che abrollt. Die Geräusch­emis­si­on ist in Dezi­bel ange­ge­ben und dar­über hin­aus durch ein, zwei oder drei Schall­wel­len abge­bil­det. Ein Rei­fen, der mit drei schwar­zen Wel­len mar­kiert ist, kann bis zu sechs Dezi­bel mehr Laut­stär­ke pro­du­zie­ren als einer mit nur einer schwar­zen Wel­le – das heißt ein rund vier­fach höhe­res Geräusch­ni­veau.

Für die Prü­fung und die Beur­tei­lung jedes Rei­fen­typs und jeder Rei­fen­grö­ße sind die Her­stel­ler selbst ver­ant­wort­lich. „Für die­se Selbst­zer­ti­fi­zie­rung wer­den Test­me­tho­den ver­wen­det, die von der EU genau defi­niert sind“, erläu­tert Emma­nu­el Robi­net, der Lei­ter der Rei­fen­be­wer­tung bei Goo­dye­ar Dun­lop. „Anschlie­ßend obliegt es den natio­na­len Behör­den zu über­wa­chen, ob die­se auch befolgt wur­den.“ Wie die­ses Moni­to­ring kon­kret aus­se­hen soll, ist aller­dings noch nicht geklärt.

Auch wenn die EU-Rei­fen­la­bel-Ver­ord­nung erst im Novem­ber 2012 beginnt, dür­fen Rei­fen­her­stel­ler das Label schon vor der ver­bind­li­chen Ein­füh­rung benut­zen. Zur Zeit dür­fen die Kenn­zeich­nun­gen jedoch noch nicht geführt und publi­ziert wer­den. Die Begrün­dung dafür ist, dass die Nass­haf­tungs-Anfor­de­run­gen für Leicht­trans­por­ter und Lkw noch nicht klar defi­niert sind. Dies soll aber noch 2011 gesche­hen. Wer sich jetzt also Win­ter­rei­fen kau­fen möch­te oder im Vor­griff aufs kom­men­de Früh­jahr schon Som­mer­rei­fen, der muss sich noch ohne Label begnü­gen.

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