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Die Deut­sche Ver­kehrs­wacht (DVW) gibt Nach­hil­fe zum The­ma Ver­hal­tens­wei­sen auf der Auto­bahn, denn eini­ge Auto­fah­ren ken­nen die­se nicht. So las­sen sich durch rich­ti­ges Ver­hal­ten Irr­tü­mer, Buß­gel­der und die Gefähr­dung ande­rer Ver­kehrs­teil­neh­mer unter­bin­den:

1.

Am Stau vor­bei über den Stand­strei­fen auf die nächs­te Aus­fahrt zu fah­ren, ver­stößt nicht nur gegen 5 Abs. 1 StVO („Es ist links zu über­ho­len“), son­dern auch gegen 2 Abs. 1 StVO („Sei­ten­strei­fen sind nicht Bestand­teil der Fahr­bahn“).

 

2.

Das Aus­sche­ren nach links, um einem ein­fä­deln­dem Fahr­zeug Platz zu machen, soll­te nur voll­zo­gen wer­den, wenn der nach­rü­cken­de Ver­kehr dabei nicht behin­dert wird. Es besteht kei­ne all­ge­mei­ne Pflicht, Platz zu machen, so die DVW. Nach 18 Abs. 3 StVO hat der Ver­kehr auf der durch­ge­hen­den Fahr­bahn Vor­fahrt. Exis­tiert kei­ne Lücke im flie­ßen­den Ver­kehr, so ist das auf­fah­ren­de Fahr­zeug gezwun­gen zu war­ten.

 

3.

Der Aus­lö­ser für einen Stau könn­te ein Unfall sein. Damit Ret­tungs­ein­hei­ten zügig zur Unfall­stel­le kom­men kön­nen, muss nach 11 Abs. 2 StVO eine Ret­tungs­gas­se gebil­det wer­den. Bei zwei Fahr­strei­fen in der Mit­te der Spu­ren, bei drei Fahr­strei­fen zwi­schen der lin­ken und mitt­le­ren.

 

4.

Dau­er­links­fah­rer dür­fen nicht von rechts über­holt wer­den. 5 Abs. 1 der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung (StVO) gibt ein­deu­tig vor, dass aus­schließ­lich links über­holt wer­den darf. Aus­nah­men gibt es nur bei ste­hen­dem und lang­sa­mem Ver­kehr (7 Abs. 2a StVO). Was lang­sa­mer Ver­kehr genau ist, wird jedoch vom Gesetz­ge­ber nicht defi­niert. Dies über­nahm die Recht­spre­chung: Laut einem BGH-Urteil von 1968 heißt es, dass die Fahr­zeu­ge rechts die links ste­hen­den Fahr­zeu­ge mit einer Geschwin­dig­keit von 20 km/h pas­sie­ren dür­fen. Fährt eine Kolon­ne auf der lin­ken Sei­te mit maxi­mal 60 km/h, so darf man rechts mit maxi­mal 20 km/h Geschwin­dig­keits­über­schuss über­ho­len. Vor­aus­set­zung ist jedoch, dass auf allen Spu­ren Kolon­nen­ver­kehr herrscht. Ein­zel­ne Autos dür­fen rechts grund­sätz­lich kei­ne Kolon­ne über­ho­len.

 

5.

Wer glaubt, dass man auf Auto­bah­nen mit min­des­tens 60 km/h fah­ren muss, der irrt. 18, Abs. 1 StVO gibt ledig­lich vor, dass Auto­bah­nen nur von Kraft­fahr­zeu­gen benutzt wer­den dür­fen, wenn deren durch die Bau­art bestimm­te Höchst­ge­schwin­dig­keit 60 km/h und mehr beträgt.

 

Dar­über hin­aus rät die DVW, gelas­sen zu blei­ben, wenn ande­re Fah­rer gegen Ver­kehrs­re­geln ver­sto­ßen. Ver­kehrs­teil­neh­mer durch Aus­brem­sen oder Schnei­den maß­re­geln, soll­te unter­las­sen wer­den. Des Wei­te­ren gilt: Immer mit ent­spre­chen­der Geschwin­dig­keit fah­ren und aus­rei­chend Sicher­heits­ab­stand wah­ren. Ver­stö­ße die­ser bei­den Punk­te waren laut DVW die Haupt­ur­sa­che der im Jahr 2009 poli­zei­lich erfass­te Auto­bahn­un­fäl­le. 18 394 die­ser Vor­komm­nis­se zähl­te das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt, 475 Men­schen star­ben dabei.