Kara / fotolia

Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) gibt Nachhilfe zum Thema Verhaltensweisen auf der Autobahn. So lassen sich Bußgelder und die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer unterbinden:

1. Am Stau vorbei über den Standstreifen auf die nächste Ausfahrt zu fahren, verstößt nicht nur gegen 5 Abs. 1 StVO („Es ist links zu überholen“), sondern auch gegen 2 Abs. 1 StVO („Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn“).
2. Das Ausscheren nach links, um einem einfädelndem Fahrzeug Platz zu machen, sollte nur vollzogen werden, wenn der nachrückende Verkehr dabei nicht behindert wird. Es besteht keine allgemeine Pflicht, Platz zu machen, so die DVW. Nach 18 Abs. 3 StVO hat der Verkehr auf der durchgehenden Fahrbahn Vorfahrt. Existiert keine Lücke im fließenden Verkehr, so ist das auffahrende Fahrzeug gezwungen zu warten.
3. Der Auslöser für einen Stau könnte ein Unfall sein. Damit Rettungseinheiten zügig zur Unfallstelle kommen können, muss nach 11 Abs. 2 StVO eine Rettungsgasse gebildet werden. Bei zwei Fahrstreifen in der Mitte der Spuren, bei drei Fahrstreifen zwischen der linken und mittleren.
4. Dauerlinksfahrer dürfen nicht von rechts überholt werden. 5 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) gibt eindeutig vor, dass ausschließlich links überholt werden darf. Ausnahmen gibt es nur bei stehendem und langsamem Verkehr (7 Abs. 2a StVO). Was langsamer Verkehr genau ist, wird jedoch vom Gesetzgeber nicht definiert. Dies übernahm die Rechtsprechung: Laut einem BGH-Urteil von 1968 heißt es, dass die Fahrzeuge rechts die links stehenden Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h passieren dürfen. Fährt eine Kolonne auf der linken Seite mit maximal 60 km/h, so darf man rechts mit maximal 20 km/h Geschwindigkeitsüberschuss überholen. Voraussetzung ist jedoch, dass auf allen Spuren Kolonnenverkehr herrscht. Einzelne Autos dürfen rechts grundsätzlich keine Kolonne überholen.
5. Wer glaubt, dass man auf Autobahnen mit mindestens 60 km/h fahren muss, der irrt. 18, Abs. 1 StVO gibt lediglich vor, dass Autobahnen nur von Kraftfahrzeugen benutzt werden dürfen, wenn deren durch die Bauart bestimmte Höchstgeschwindigkeit 60 km/h und mehr beträgt.

Darüber hinaus rät die DVW, gelassen zu bleiben, wenn andere Fahrer gegen Verkehrsregeln verstoßen. Verkehrsteilnehmer durch Ausbremsen oder Schneiden maßregeln, sollte unterlassen werden. Des Weiteren gilt: Immer mit entsprechender Geschwindigkeit fahren und ausreichend Sicherheitsabstand wahren. Verstöße dieser beiden Punkte waren laut DVW die Hauptursache der im Jahr 2009 polizeilich erfasste Autobahnunfälle. 18 394 dieser Vorkommnisse zählte das Statistische Bundesamt, 475 Menschen starben dabei.