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Vor ungefähr drei Jahren wurde der neue Biokraftstoff E10 in Deutschland eingeführt. Der Kraftstoff besteht zu 10 % aus Bioethanol und soll den weltweiten Verbrauch von fossilen Brennstoffen verringern. Aufgeregte Diskussionen um die Motorverträglichkeit haben bei den Autofahrern gemischte Gefühle hervorgerufen. Viele Automobilclubs und die Medien berichteten seinerzeit, dass nicht nur die Leistungsfähigkeit durch die Verwendung des Biokraftstoffs recht fragwürdig sei, sondern auch Autoteile in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Während insbesondere bei älteren Fahrzeugmodellen Vorsicht geboten ist, sind die Befürchtungen, dass E10 den Motor eines Fahrzeuges schädigt, weitgehend ausgeräumt. Tatsächlich wird heute E10 aber weder als umweltfreundlicher Kraftstoff, noch als sehr hochwertig angesehen.

Die Absatzmarge von E10 liegt immer noch weit unter den Erwartungen

2012 lag der Verbrauch an E10 deutschlandweit bei 2,6 Millionen Tonnen. Im Jahr 2013 konnte ein leichter Anstieg auf 2,76 Millionen Tonnen festgestellt. Generell erreicht der Biokraftstoff insgesamt nur 15 % am Benzinmarkt. Ursprünglich war die Mineralölwirtschaft von weitaus höheren Margen ausgegangen, zumal E10 wesentlich günstiger als die anderen Kraftstoffe angeboten wird. Aktuelle Statistiken haben ergeben, dass die meisten Autofahrer lieber das klassische E5, also das Superbenzin bevorzugen. Dieses enthält nur einen 5%igen Bioethanolanteil. Die Mineralölindustrie hat diesen Trend zwar erkannt, bietet aber nach wie vor flächendeckend E10 an. Immerhin hätte der Kunde ja ein Wahlrecht.

E10 verringert bestehende Naturräume

Das schlechte Image von E10 in der Bevölkerung ist unter anderem auch darin begründet, dass er bei vielen eine sogenannte Konkurrenz zwischen der Energie- und der Nahrungsmittelproduktion darstellt. Durch den Anbau der Energiepflanzen, die Bioethanol liefern, müssen teilweise wichtige Naturräume weichen. Als umweltfreundlicher und nachhaltiger Treibstoff wird daher E10 auch nicht mehr von der Politik bezeichnet. Erst kürzlich teilte das Umweltministerium mit, dass E10 am Ende sogar für eine schlechtere Ökobilanz sorgen würde. Die EU hat daher die weitere Nutzung von Biokraftstoffen auf den Prüfstand gestellt.