Achtung, auf der A1 kommt Ihnen ein Fahrzeug entgegen …„, so oder ähnlich lauten Radiowarnungen, welche Autofahrern einen Schauer über den Rücken jagen. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums gibt es jedes Jahr knapp 1 700 solcher Meldungen, der Automobilclub ADAC spricht sogar von bis zu 2 800. Mercedes hat jetzt ein neues System vorgestellt, das Falschfahrten verhindern soll.

Der neue Verkehrszeichen-Assistent wird ab April 2013 in der gelifteten E-Klasse und ab Sommer in der neuen S-Klasse verfügbar sein. Andere Modelle sollen folgen. Kernstück des Systems ist eine an der Innenseite der Frontscheibe installierte Kamera, welche auch der Verkehrszeichenerkennung dient. Diese soll Einfahrtsverbotsschilder erkennen können und nach einem Abgleich mit dem Navigationssystem eventuell optisch und akustisch Alarm schlagen. In diesem Fall weisen drei laute Warntöne sowie ein Einfahrtverbotszeichen auf dem Display auf die Gefahr hin.

Zur Markteinführung funktioniert das System ausschließlich in Deutschland, an einer Variante für andere Länder wird gearbeitet. Die Verkehrszeichenerkennung gibt es für rund 351 Euro, ist jedoch nur mit dem rund 3 150 Euro teuren Comand-Online-Navigationssystem verfügbar. In Japan setzt Toyota schon seit 2011 ein Warnsystem auf Radar-Basis ein. BMW präsentierte 2007 ein Falschfahrer-Alarmsystem, in die Serienfertigung kam es bislang nicht.

Genaue Analysen wie es zu Geisterfahrten kommt, gibt es bislang noch nicht. Experten vermuten aber oft verwirrende Beschilderung, missverständliche Straßenführung oder Stress hinter den fatalen Fehlfahrten. Auf Teilen der Bundesautobahnen 3, 8 und 94 läuft zurzeit ein Pilotprojekt zur Prävention von Falschfahrten. Neongelbe Tafeln sollen vor dem Befahren der Autobahn entgegengesetzt der Fahrtrichtung warnen. In Österreich gibt es solche Schilder bereits seit mehreren Jahren. Geisterfahrten in Suizidabsicht oder als Mutprobe werden diese Schilder auch auch nicht verhindern können.