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Wer mit sei­nem Auto schon mal bei Eises­glät­te hilf- und steu­er­los einen Berg run­ter­ge­rutscht oder beim Hoch­fah­ren in des­sen Mit­te hän­gen geblie­ben ist, wird sich in die­sem Moment Spikes gewünscht haben. Die­se klei­nen, nagel­ähn­li­chen Stif­te in den Rei­fen geben auch auf spie­gel­glat­ten Flä­chen ordent­li­chen Grip und machen Auto­fah­ren im Win­ter siche­rer.

 

Spikes auf PKW nicht erlaubt

 

Doch dem Wunsch, Spikes in öffent­li­chen Fahr­zeu­gen zu ver­wen­den, schiebt der Gesetz­ge­ber in Deutsch­land seit 1975 einen Rie­gel vor. Wer kein Ein­satz­fahr­zeug fährt, darf auch kei­ne Spikes-Rei­fen auf­zie­hen. Schließ­lich könn­ten die Metall­stif­te die Fahr­bahn­ober­flä­chen beschä­di­gen. Ande­re Län­der wie bei­spiels­wei­se Öster­reich, die Schweiz oder Nor­we­gen hand­ha­ben das ein wenig locke­rer, unter bestimm­ten Bedin­gun­gen dür­fen die Nagel-Pneus dort beim rutsch­ar­men Vor­an­kom­men unter­stüt­zen.

 

Nokian entwickelt zulässige Spikes-Reifen

 

Aber auch für deut­sche Auto­fah­rer könn­te der trak­ti­ons­lo­se Tanz auf dem Eis künf­tig ein Ende haben. Die Hil­fe kommt in Form von Noki­an-Rei­fen mit aus­fahr­ba­ren Spikes. Sie funk­tio­nie­ren so ähn­lich wie die Pfo­ten einer Kat­ze: Bie­tet die Fahr­bahn-Ober­flä­che den Gum­mis Halt, rauscht wie gewöhn­lich nur das Pro­fil der Rei­fen über den Unter­grund. Sobald es rich­tig glatt wird, kann der Fah­rer auf Knopf­druck die Kral­len her­aus­fah­ren. An allen vier Rei­fen zugleich kom­men dann die Stahl­stif­te zum Vor­schein, packen sich ins Eis, sor­gen für siche­re Fahrt und kön­nen genau­so leicht wie­der in ihrer Füh­rung ver­schwin­den. Wie die­ses cle­ve­re Sys­tem genau funk­tio­niert, offen­ba­ren die Fin­nen jedoch nicht.

Der fin­ni­sche Her­stel­ler will zum 80. Geburts­tag des Win­ter­rei­fens zei­gen, was es in Zukunft für Mög­lich­kei­ten geben wird. Denn noch ist der fle­xi­ble Spikes-Rei­fen in der Ent­wick­lungs­pha­se. Die Ver­suchs­rei­fen haben die Lauf­flä­che und die Struk­tur des neu­en Noki­anHak­ka­pe­liit­ta 8″ SUV-Win­ter­rei­fens, wie er unter ande­rem beim Por­sche Cayenne auf­ge­zo­gen wird. Bei Noki­an zeigt man sich opti­mis­tisch, was die Seri­en­rei­fe des Kon­zept-Pneus angeht: „Sein ein­zig­ar­ti­ges Spikes-Kon­zept kann tat­säch­lich eines Tages Rea­li­tät wer­den“, erläu­tert Mat­ti Mor­ri, der Kun­den­dienst-Chef von Noki­an Tyres.

Noki­an Tyres erfand nach eige­nen Aus­sa­gen den ers­ten Lkw-Win­ter­rei­fen der Welt für den stren­gen skan­di­na­vi­schen Frost 1934. Zwei Jah­re dar­auf ent­wi­ckel­ten die Inge­nieu­re eine opti­mier­te Ver­si­on für Pkw-Fah­rer, wel­che sich auf rut­schi­gen Win­ter­stra­ßen durch­kämp­fen muss­ten. Noki­an Schnee-Hak­ka­pe­liit­ta wur­de er genannt. Laut Inter­net-Lexi­kon Wiki­pe­dia kommt das vom Fin­ni­schen „hak­kaa pääl­le“, was wohl über­setzt „hau drauf!“ bedeu­tet. Gegen­wär­tig ist der Noki­an Hak­ka­pe­liit­ta-Win­ter­rei­fen eine der bekann­tes­ten Win­ter­rei­fen-Mar­ken der Welt.