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Das Jahr 2012 wird wahr­schein­lich das kost­spie­ligs­te Tank­jahr aller Zei­ten. Nach Anga­ben des Auto­mo­bil­club ADAC bezahl­ten die Auto­fah­rer in den ers­ten elf Mona­ten durch­schnitt­lich 1,604 Euro für einen Liter Super E10 – 8,2 Cent respek­ti­ve 5,4 Pro­zent mehr als im vor­he­ri­gen Jahr. Die­sel kos­te­te 2012 bis­lang im Schnitt 1,481 Euro, 2011 waren es noch 1,411 Euro. Die Zunah­me liegt hier bei sie­ben Cent bezie­hungs­wei­se 4,96 Pro­zent. Der Novem­ber 2012 war mit Prei­sen um die 1,555 Euro für E10 und 1,490 Euro für Die­sel zwar ver­hält­nis­mä­ßig güns­tig. Des­sen unge­ach­tet kennt der Sprit­preis seit Jahr­zehn­ten nur eine Rich­tung: steil berg­auf.

Im Jahr 1950 war Deutsch­land noch im Wie­der­auf­bau nach dem Krieg. 56 Pfen­nig zahl­te man damals unge­fähr für einen Liter Nor­mal­ben­zin. Aus heu­ti­ger Sicht klingt das bil­lig, doch mit einem durschnitt­li­chen Monats­ein­kom­men von 213 Mark war das für die meis­ten Men­schen viel Geld. Klei­ne Rand­be­mer­kung: Der Anteil der Mine­ral­öl­steu­er am Sprit­preis lag 1950 bei gera­de mal 37,4 Pro­zent, 2011 waren es 58,7 Pro­zent.

Den ers­ten gro­ßen Preis­sprung muss­ten die Auto­fah­rer wäh­rend der Ölkri­se 1972 ver­schmer­zen. Zwi­schen 1973 und 1974 schnell­ten die Kos­ten für einen Liter Nor­mal­ben­zin um 13,9 Pfen­nig in die Höhe. Anstel­le von 69,4 Pfen­nig muss­te man nun im Mit­tel 83,3 Pfen­nig löh­nen. Die zwei­te Ölkri­se Ende der 1970er Jah­re hat­te aber noch schwer­wie­gen­de­re Fol­gen. Zwi­schen 1978 und 1981 stieg der Preis für einen Liter Nor­mal­ben­zin von durch­schnitt­lich 89,3 Pfen­nig auf 1,383 Mark. In den Jah­ren danach san­ken die Treib­stoff­prei­se erneut, ehe der ers­te Golf­krieg die Kos­ten für einen Liter Nor­mal­ben­zin zwi­schen 1988 und 1992 von 91,8 Pfen­nig auf 1,339 Mark trieb. Seit­her stei­gen die Prei­se anhal­tend. Als 2002 der Euro das offi­zi­el­le Zah­lungs­mit­tel wur­de, zahl­te man schon 1,02 Euro für einen Liter der wert­vol­len Flüs­sig­keit. Dass die Prei­se zehn Jah­re danach die 1,60-Euro-Marke durch­bre­chen, dach­te damals wohl nie­mand. Es bleibt abzu­war­ten, ob 2013 das nächs­te Rekord­jahr folgt.