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Lange Zeit wurde darum gekämpft, nun ist es soweit: Das Wechselkennzeichen ist ab dem 1. Juli 2012 zu bekommen. Worauf ist zu achten? Nachfolgend sind alle wichtigen Informationen zusammengestellt.

Maximal können zwei Fahrzeuge auf ein Wechselkennzeichen anerkannt werden. Beide müssen das gleiche Kennzeichenformat haben und sich innerhalb derselben EU-Fahrzeugklasse befinden. Diese sind M1 (Pkw und Wohnmobil), L (Motorräder) sowie 01 (Anhänger bis 750 Kilogramm). Sowohl eines der Fahrzeuge als auch beide können dabei Oldtimer sein. Eine Paarung Pkw und Motorrad ist dagegen nicht möglich.

Das neue Wechselkennzeichen besteht aus zwei Teilen: ein kleinerer Teil mit einer Unterscheidungsziffer und, falls notwendig, dem H-Buchstaben für Oldtimer. Dieser Abschnitt bleibt fortwährend fest vorne und hinten am entsprechenden Fahrzeug befestigt. Ausgetauscht wird das Grundkennzeichen, also beispielsweise M-XY 1234, welches beide Fahrzeuge zugeteilt bekommen. So ist sofort feststellbar, welches Gefährt „aktiv“ ist und welches nicht.

Die reinen Kosten für die Schilder werden auf knapp 40 Euro geschätzt, können aber regional abweichen. Die Verwaltungsgebühr ist pro Fahrzeug sechs Euro teurer als gewöhnlich. Beispiel: In München kämen so je 33 Euro zusammen, also 66 Euro für ein Fahrzeug-Duo. Ganz wichtig: Wechselkennzeichen sind nicht verfügbar als Saisonkennzeichen, rote Nummern, Kurzzeit- oder Ausfuhrkennzeichen.

Wird ein Fahrzeug ohne komplettes Wechselkennzeichen gefahren, drohen ein Bußgeld von 50 Euro und drei Punkte in Flensburg. Das Abstellen ohne vollständiges Kennzeichen auf einer öffentlichen Straße wird mit 40 Euro gestraft. Sogar der Versicherungsschutz kann im Einzelfall gefährdet sein.

Weniger als erwartet: Anders als beispielsweise in der Schweiz müssen hier beide Fahrzeuge voll versteuert und versichert werden. Bundesverkehrsminister Ramsauer sieht in dem neuen Kennzeichen einen Ansporn für Elektroautos, da diese von der Kfz-Steuer befreit sind. Kritiker bemängeln aber, dass das Wechselkennzeichen nur jenen dient, die das jeweils andere Fahrzeug auf Privatgrund abstellen können. Dagegen ermöglicht das neue Kennzeichen, Wohnmobile oder Oldtimer im Gegensatz zu einem Saisonkennzeichen auch das ganze Jahr zu nutzen.

Viele Anbieter wollen besondere Pakete schnüren. Wie viel man genau spart, hängt von den Fahrzeugen und dem individuellen Tarif ab. Nach Angaben ds Automobilclub ADAC können das im Einzelfall fast 500 Euro jährlich sein. Nebenbei kann ein Fahrzeug vollkaskoversichert sein und das andere nur mit Teilkasko.