Industrieblick / Fotolia

Zum ersten Mal seit Jahren haben Autos wieder weniger Mängel, wenn sie beim TÜV vorgeführt werden: Die Mängelquote reduzierte sich. Das ist geht aus dem TÜV-Report 2015 hervor. Für die Experten offenbart dies, dass die Neufahrzeuge eine höhere Qualität aufweisen und die Autos besser gewartet werden.

Ausgangspunkt für den Mängelreport sind insgesamt 8,5 Millionen Hauptuntersuchungen zwischen Juli 2013 und Juni 2014. Dabei ging die Quote der starken Mängel um 1,4 Punkte auf 23,5 Prozent zurück – und das, obwohl nun gründlicher auf sicherheitsrelevante Fehler geprüft wird. Die häufigsten Mängel gibt es immer noch beim Licht. Knapp sieben Prozent der dreijährigen Wagen müssen daher erneut in die Werkstatt, bevor sie die TÜV-Plakette erhalten. Bei den Elfjährigen ist es sogar nahezu jedes dritte Fahrzeug. Aber auch bei der Beleuchtung bessert sich die Lage, da die gegenwärtigen Lampen – beispielsweise von Xenon-Scheinwerfern – eine längere Lebensdauer bieten. Ebenso führt die ansteigende Verbreitung der On-Board-Diagnose dazu, dass kaputte Lampen rechtzeitig bemerkt werden.

Die Mängelquoten werden vom TÜV auf die einzelnen Fahrzeugmodelle und fünf unterschiedliche Altersklassen heruntergebrochen, sodass sich für Kaufinteressenten eine Zuverlässigkeitsaufstellung mit wenig pannenanfälligen „Mängelzwergen“ und häufig defekten „Mängelriesen“ ergibt. Ein Bilanz: Deutsche Marken sind bei der Qualität vorne und belegen bei den dreijährigen Fahrzeugen die ersten zehn Plätze. Die wenigsten Mängel hat der Mercedes SLK Mängel: 2,4 Prozent sind die geringste Fehlerquote, die je bei einem Fahrzeug diagnostiziert wurde. Für die hohe Qualität der neuen Fahrzeuge spricht, dass viele der Besten mit hohen Kilometerzahlen zu ihrer ersten Prüfung vorgefahren werden: der Audi A6 mit 62 000 Kilometer, der Audi Q5 mit 64 000 Kilometer und die C-Klasse von Mercedes mit 59 000 Kilometer Laufleistung. Am meisten mit Mängeln kommt die Dauerschlussleuchte Dacia Logan zum TÜV, der Alfa Romeo MiTo und der Fiat Panda sind nur geringfügig besser.

Bei den vier und fünf Jahre alten Fahrzeugen haben der Mazda 3, der Porsche 911 und der Toyota IQ außerordentlich wenig Mängel. Bei den Sechs- und Siebenjährigen liegt der Porsche 911 ganz vorne, gefolgt vom Mazda 2 und dem Volkswagen Golf Plus. Der 911 liegt durch guter Pflege auch bei den acht und neun Jahre alten Karossen auf Platz eins, danach der Toyota Corolla Verso, der dann jedoch fast doppelt so viele Kilometer auf der Anzeige hat. Der Van hat auch nach neun Jahren noch eine niedrigere Mängelquote als der Dacia Logan bei der ersten Hauptuntersuchung. Der häufig gelobte 911 hat auch bei zehn- und elfjährigen Senioren die Nase vorn, gefolgt vom Subaru Forester. In dieser Altersklasse gibt es Überraschendes am Ende der Tabelle: Hier liegt die M-Klasse von Mercedes (W163) – beinahe die Hälfte muss in die Werkstatt. Gleichsam schlecht sieht es bei Fiat Stilo, VW Sharan und Ford Galaxy nach elf Jahren aus.

Die Mängelquoten der zehn besten Fahrzeugtypen in den jeweiligen Altersklassen:

 bis 3 Jahre bis 5 Jahre
Typ Quote Typ Quote
 1. Mercedes Benz W172 SLK-Klasse 2,4 % 1. Mazda 3 5,4 %
 2. Audi A6 2,9 %  2. Porsche 911 Carrera 6,4 %
 3. Mercedes Benz GLK 3,6 %  3. Toyota IQ 6,5 %
 4. Porsche 911 Carrera 3,9 %  3. Toyota Avensis 6,5 %
 5. BMW Z4 4,0 %  3. VW Polo V 6,5 %
 6. Mercedes Benz W207 E-Klasse Coupe/Cabrio 4,5 %  6. Audi Q5 7,5 %
 7. Audi Q5 4,7 % 7. Mercedes Benz W212 E-Klasse 7,8 %
 8. Audi A3 S3 RS3 Cabriolet 4,9 % 7. VW Golf Plus 7,8 %
 8. Ford Focus III 4,9 % 8. Volvo XC60 8,1 %
 8. Mercedes Benz W204 C-Klasse 4,9 % 9. Mercedes Benz GLK 8,6 %