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Wenn es nach führenden deutschen Verkehrs-Wissenschaftlern geht, wird es in Zukunft einen deutlich entschleunigten Verkehr für mehr Verkehrssicherheit auf Deutschlands Straßen geben. Der im wissenschaftlichen Beirat des Bundesverkehrsministeriums um Peter Ramsauer sitzende Dresdner Verkehrspsychologe Bernhard Schlag hat sich für Tempo 30 in Städten und eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf Autobahnen ausgesprochen. „Es muss streckenbezogen begründet werden, warum schneller gefahren werden darf – und nicht, wie heute die Regel, warum langsamer gefahren werden muss„, so seine Begründung.

Es gibt viele Belege dafür, dass Tempo 30 in den Städten zum einen den Verkehr sicherer und zum anderen die Städte lebenswerter machen kann„, so Bernhard Schlag. Die Idee von Tempo 30 ist allerdings nicht neu. Bereits 1986 wurden entsprechende Forderungen durch den Deutschen Städtetag gestellt. Jüngst hat sich auch Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast für Tempo 30 in der Hauptstadt Berlin ausgesprochen.
Bei der Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf Autobahnen gehe es darum, sich in internationale Gepflogenheiten zu integrieren. „Das Prinzip, dass jeder so schnell fahren kann, wie er es wünscht, stammt aus dem vorigen Jahrhundert„, kritisierte Schlag.

Ihren Vorstoß begründeten die Wissenschaftler unter anderem mit der zunehmend älter werdenden Fahrerpopulation sowie der starken Ablenkung durch beispielsweise Telefonate selbst über Freisprechanlagen.

Die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeiten ist allerdings lediglich ein Punkt des 40Punkte umfassenden sogenannten „Masterplans“, den der wissenschaftliche Beirat zusammengestellt hat. Ziel soll es sein, die Zahl der Verkehrstoten bis zum Jahr 2020 zu halbieren. In 2009 starben in Deutschland 4 125 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr.