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Die Gewohn­heit des heu­ti­gen Men­schen, alles mit Fotos oder Film­auf­nah­men fest­zu­hal­ten, schlägt nach­hal­ten­de Wel­len. Seit eine Kame­ra auf ein klei­nes For­mat gebracht wer­den kann, ste­cken die klei­nen Welt­auf­zeich­ner ein­fach über­all. Eben­so im Fall von Dash­cams.

Die klei­nen Kame­ras wer­den hin­ter die Wind­schutz­schei­be bezie­hungs­wei­se auf das Arma­tu­ren­brett gehef­tet. So sol­len Ver­kehrs­un­fäl­le oder ande­re Ver­stö­ße im Stra­ßen­ver­kehr doku­men­tiert wer­den.

Aber woher kommt plötz­lich die­ser Drang, alles um sein Auto her­um auf­zu­zeich­nen? Macht es die Stra­ßen siche­rer, wenn Ver­kehrs­teil­neh­mer live und in Far­be mit­fil­men und sich jeder von jedem über­wacht füh­len muss?

 

Dashcam-Hype kommt aus Russland

 

Berühmt wur­den die klei­nen Doku­men­tar­fil­mer durch Platt­for­men wie You­tube. Zahl­rei­che Rus­sen stel­len ihre selbst­ge­mach­ten Vide­os ins Inter­net. So konn­ten sich die Clips, reich an Kurio­si­tä­ten und Unfäl­len, wie ein Lauf­feu­er über das Inter­net aus­brei­ten. Die har­ten Sit­ten des rus­si­schen Stra­ßen­ver­kehrs mach­ten Dash­cams zu einer Art Seri­en­aus­stat­tung. Kaum ein Rus­se fährt noch ohne sie, denn die poli­zei­li­che Kor­rup­ti­on und die effek­ti­ve Auf­klä­rungs­ra­te von Ver­kehrs­un­fäl­len sind in dem rie­si­gen Land sehr gering.

 

Dashcam als Beweismittel

 

Die Auf­nah­men sol­len als Beweis­mit­tel her­hal­ten. Vie­le deut­sche Auto­fah­rer möch­ten sich nun recht­lich und bild­lich absi­chern. Aber der Gesetz­ge­ber hat dazu noch kei­ne Ent­schei­dung gefällt. Auf­nah­men vom flie­ßen­den Ver­kehr sind erlaubt, soweit „dies zur Wahr­neh­mung berech­tig­ter Inter­es­sen für kon­kret fest­ge­leg­te Zwe­cke erfor­der­lich ist und kei­ne Anhalts­punk­te bestehen, dass schutz­wür­di­ge Inter­es­sen der Betrof­fe­nen über­wie­gen.“ Der Ein­satz der Kame­ra muss also gerecht­fer­tigt und der recht­li­che Nut­zen höher als der recht­li­che Scha­den sein. Des Wei­te­ren könn­ten die Doku­men­te auch gefälscht wer­den. So ent­schei­det aktu­ell der zustän­di­gen Rich­ter, ob er die Film­auf­nah­men als Beweis­mit­tel akzep­tiert oder nicht.

Bis der Staat eine Ent­schei­dung gefällt hat, wird wohl noch etwas Zeit ver­ge­hen. Bis dahin gilt die Video­auf­zeich­nung in Fahr­zeu­gen als recht­li­che Grau­zo­ne. Trotz­dem ist auch der deut­sche Markt für die klei­nen Ver­kehrs­be­ob­ach­ter kon­stant gewach­sen. Etli­che Gerä­te sind inzwi­schen HD-fähig und lie­gen preis­lich schon häu­fig unter 100 Euro.