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Man möch­te es eigent­lich nicht wahr haben, aber der Win­ter steht schon wie­der vor der Tür. In der kal­ten Jah­res­zeit wer­den Auto­rei­fen ganz beson­ders gefor­dert. Nicht nur, dass Näs­se, Matsch und Schnee auf der Fahr­bahn die Rutsch­ge­fahr erhö­hen, schon nied­ri­ge Tem­pe­ra­tu­ren haben auf tro­cke­ner Fahr­bahn merk­li­che Aus­wir­kun­gen auf die Fahr­si­cher­heit. Ob und wie aktu­el­le Win­ter­pneus die­se Her­aus­for­de­run­gen bestehen und wie der tech­ni­sche Stand der Rei­fen­ge­nera­ti­on für den künf­ti­gen Win­ter 201415 ist, hat die GTÜ Gesell­schaft für Tech­ni­sche Über­wa­chung im Win­ter­ein­satz geprüft.

Zusam­men mit dem deut­schen Auto­mo­bil­club ACE und dem ARBÖ in Öster­reich hat die GTÜ zehn gegen­wär­ti­ge Win­ter­rei­fen der Grö­ße 20555 R 16 auf einem VW Golf einem Win­ter­check unter­zo­gen. Alle getes­te­ten Rei­fen schaff­ten das Pro­gramm auf Schnee und Näs­se ohne kom­pli­zier­te­re Aus­rut­scher, die Unter­schie­de sind eher mini­mal. Auch bei einer Voll­brem­sung auf tro­cke­ner Stra­ße aus Tem­po 100 kamen alle geprüf­ten Rei­fen nach spä­tes­tens 40 Metern zum Ste­hen. Im Ver­gleich zu Som­mer­rei­fen bedeu­tet das eine hal­be bis eine gan­ze Wagen­län­ge mehr. Auch auf dem tro­cke­nen Hand­ling­par­cours ist der Unter­schied zu Som­mer­pneus nicht mehr so mas­siv wie noch vor ein paar Jah­ren.

Als Test­sie­ger mit der GTÜ-Best­no­te „sehr emp­feh­lens­wert“ stell­te sich der Noki­an WR D3 (394 Euro pro Satz) her­aus. Der fin­ni­sche Rei­fen konn­te in den Dis­zi­pli­nen Hand­ling, Brem­sen und Trak­ti­on punk­ten, so die GTÜ. Auch die Sicher­heits­prü­fun­gen auf nas­ser und tro­cke­ner Pis­te absol­vier­te der Sie­ger-Rei­fen tadel­los. Den zwei­ten Platz mit eben­falls einem „sehr emp­feh­lens­wert“ beleg­te der Con­ti­nen­tal TS 850 (470 Euro pro Satz). Er über­traf sämt­li­che Mit­be­wer­ber in der Test­dis­zi­plin „Näs­se“.

Auf den Plät­zen drei und vier lie­gen mit einem „sehr emp­feh­lens­wert“ die Rei­fen Goo­dye­ar Ultra Grip 9 (452 Euro pro Satz) und der Dun­lop Win­ter Sport D4 (454 Euro pro Satz). Nur knapp danach auf den Plät­zen fünf bis zehn mit der Bewer­tung „emp­feh­lens­wert“ die Gum­mis Sem­pe­rit Speed­grip 2 (402 Satz pro Euro), der Pirel­li Snow­con­trol 3 (444 Euro pro Satz), der Hank­ook Win­ter i*cept RS (390 Euro pro Satz), der Vre­destein Snow­trac 5 (434 Euro pro Satz), der Brid­ge­stone Bliz­zak LM 32 (420 Euro pro Satz) sowie der Kum­ho I‘ZEN KW23 (350 Euro pro Satz).

In Deutsch­land exis­tiert eine situa­ti­ve Win­ter­rei­fen­pflicht (auch Ganz­jah­res­rei­fen sind zuläs­sig). Seit dem 4. Dezem­ber 2010 darf, unab­hän­gig von der Jah­res­zeit, bei Schnee-, Eis-, Reif- oder Schnee­matsch­glät­te nur noch mit den Rei­fen gefah­ren wer­den, die ein Schnee­flo­cken-Sym­bol besit­zen oder die Ken­nung M+S tra­gen. Wird man ohne die­se Berei­fung erwischt, dro­hen 40 Euro Stra­fe. Wird außer­dem der Ver­kehr behin­dert, sind 80 Euro zu bezah­len. Im Fal­le eines Unfalls erlischt des Wei­te­ren der Ver­si­che­rungs­schutz.