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Wenn das Auktionshaus Bonhams Autos versteigert, werden keine alltäglichen Fahrzeuge angeboten. Exklusive Kleinserien, Rekordfahrzeuge oder prominente Vorbesitzer sind keine Ausnahmen. Nun versteigerte Bonhams im belgischen Knokke-le-Zoute einen Wagen, welcher all diese Eigenschaften vereint.

Ein Ferrari F40 ist an sich schon etwas Außergewöhnliches: Er ist der letzte Ferrari, der vom Firmengründer Enzo Ferrari persönlich beauftragt wurde. Grund war das 40-jährige Firmenjubiläum 1987. Der gerade mal 1,1 Megagramm leichte Supersportler hat einen 2,9-Liter-V8 mit 351 kW verbaut, der ihn in nur 4,1 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt. Das Maximum liegt erst bei 325 km/h. Diese Zahlen waren nicht nur Ende der 80er-Jahre rekordverdächtig.

Anfangs war geplant, nur 450 Exemplare des F40 zu bauen. Da der Wagen aber ordentlich Zuspruch erhielt, entschied Ferrari, zusätzliche Fahrzeuge herzustellen. Bis 1992 wurden 1 315 F40 zu einem Preis von 444 000 DM (ca. 227 000 Euro) fabriziert. Einer von ihnen wurde am 30. März 1989 an Nigel Mansell ausgeliefert. Der Brite startet damals bereits erfolgreich in der Formel 1. 1992 erhielt er dann sogar den Formel-1-Weltmeister-Titel.

Als Mansell Weltmeister wurde, hatte er seinen F40 schon seit Längerem verkauft. Weniger als ein Jahr war der Rennfahrer der eingetragene Besitzer. Schon Ende 1989 fand der Wagen so seinen Zweitbesitzer. Ein dritter Besitzer und etliche weitere sollten in den nächsten Jahren folgen, bis der F40 mit der Chassisnummer „ZFFGJ34B000080022 a“ im Jahr 2012 in Frankreich erneut auftauchte. In Paris wurde er für 374 561 Euro versteigert.

Gerade mal zwei Jahre später folgte jetzt bei Bonhams in Belgien die nächste Versteigerung. Der Preis für den Boliden des Ex-Formel-1-Fahrers stieg dabei mächtig: Erst bei 690 000 Euro gab es den Zuschlag. Viel Geld für ein Auto mit knapp 36 000 Kilometer auf dem Tachometer. Ein Ferrari F40 mit weniger bekannten Vorbesitzern erzielt üblicherweise Preise zwischen 300 000 und 400 000 Euro.