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Seit 1991 ist es bei Rinspeed Tradition, pro Jahr mindestens eine außergewöhnliche Idee zu präsentieren. Auf dem Genfer Automobilsalon 2013 (7. bis 17. März) ist die neueste Studie „microMAX“ zu bestaunen. Mit ihr möchte der Firmengründer Frank M. Rinderknecht den Nahverkehr revolutionieren.

Auf einer Länge von 3,60 Meter, das sind nur knapp sechs Zentimeter mehr als bei einem VW Up, finden außer dem Fahrer drei Mitfahrer plus Kinder- oder Handwagen Platz. Die Fahrzeughöhe von 2,20 Meter gewährleistet platzsparende Stehsitze, die mit Sicherheitsgurten ausgestattet sind. Eine Kaffeemaschine, ein Kühlschrank und ein 19-Zoll-Touchscreen sind ebenfalls an Bord.

Die Vision Rinderknechts besteht darin, dass alle microMAX-Fahrzeuge über eine besondere Cloud-Plattform kontinuierlich miteinander vernetzt sind. Eventuelle Mitfahrer können über eine Handy-App ihr Fahrtziel eingeben, das System berechnet in Echtzeit mögliche Mitfahrgelegenheiten. Auf diese Weise soll ein flexibles Verkehrssystem sowohl für Privatpersonen als auch als Geschäftsmodell entstehen. So nützlich dieses Konzept auch klingt, so abschreckend klingt ein anderer Teil der Vision. Durch NFC-Technologie (Near Field Communication) lassen sich sowohl Fahrer als auch Fahrgäste einfach identifizieren. Des Weiteren soll diese Lösung Zugriff auf persönliche Daten, Community-Profile und Abrechnungssysteme gestatten.

Die Studie ist rein elektrisch unterwegs. Es soll eine Version mit Radnabenmotor und eine zweite Version mit zentral verbautem Antrieb geben. Durch unterschiedliche Ausstattungsmodule lässt sich das skurrile Gefährt auch für Handwerker oder als Lieferwagen verwenden.

Eine Serienfertigung des „microMAX“ mit der dazugehörigen Infrastruktur ist nicht in Planung. Dem ungeachtet hat eine Unternehmensberatung berechnet, dass die Serienfertigung in 30 Monaten beginnen könnte. Je nach Ausstattung wären Preise zwischen 5 000 und 10 000 Euro vorstellbar.

2012 präsentierte Rinspeed in Genf den „Dock+Go„, einen Elektro-Smart mit einer Art Rucksacklösung für erhöhte Reichweite und mehr Stauraum. Zu den weiteren Konzepten aus den vergangenen Jahren gehören beispielsweise ein Roadster mit durchsichtiger Kunststoff-Karosserie und ein Sportwagen, welcher mit Energie aus Grünabfällen fährt.