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Seit Jahrzehnten ist der VW Bus, oft gefühlvoll Bulli genannt, ein Synonym für Freiheit und Abenteuer. Gegenwärtig gibt es den großen VW in der fünften Auflage, werksintern auch als „T5“ betitelt. Je nach Bedarf kann er in etlichen Varianten bestellt werden. Außer einer Nutzfahrzeug-Ausführung gibt es auch eine Großraum-Pkw-Version namens Multivan. Bereits seit der dritten Auflage T3 gibt es einen Allradantrieb, seinerzeit noch unter dem Namen „Syncro“, das aktuelle System nennt sich „4Motion“.

Mit dem Multivan Alltrack zeigt VW nun, wie ein robuster Allradler mit einem außerordentlich noblen Interieur gepaart werden kann. Seinen großen Auftritt hatte das Fahrzeug auf dem Genfer Autosalon (6. bis 16. März 2014). Der Zusatz „Alltrack“ wird dabei zum ersten Mal mit dem Bulli kombiniert, bis jetzt trägt nur ein kratzgeschützer Outdoor-Passat diesen Namen.

Das Concept Auto trägt außen eher ein Jackett als eine Goretex-Jacke. Das Gefährt ist in einem weißen Farbton mit dem wohlklingenden Namen „Mondstein Perlmutteffekt“ lackiert. Ebenso die auffälligen 19-Zoll-Alufelgen hinterlassen den Eindruck, als wollen sie lieber vor der Oper glänzen, als durch ein steiniges Bachbett pflügen. Front- und Heckstoßfänger sind grau und besitzen einen integrierten Unterfahrschutz in mattem Silber. Radläufe, Seitenschutzleisten und der Ladekantenschutz glänzen in derselben Farbe wie die Stoßfänger.

Innen geht es ziemlich edel zu: So sind die Sitze mit fein gestepptem, grau-blauen Naturleder der Marke Poltrona Frau überzogen. Sie schaffen einen Gegenpol zum dunkelbraunen Echtholz-Schiffsboden. Eine handbreite und in Aluminium gefasste Dekorleiste unter der Fensterkante besteht ebenso aus diesem offenporigen Material. Die Leiste läuft beidseitig bis ins Cockpit und soll dadurch eine optische Spange fürs Acht-Zoll-Touchscreen-Infosystem bilden. Ein Dynaudio-Surround-Soundpaket mit Centerspeaker sorgt für Wohlklang.

Wie gewohnt hilft ein Schienensystem am Boden, den Innenraum variabel zu halten. Außer verschiebbaren Einzelsitzen gibt es ein mobiles Küchenmodul, welches an verschiedenen Stellen platziert werden kann. Der leicht ein- und umbaubare Block bietet eine Kühlbox, einen Gasherd sowie ein Waschbecken mit Frischwassertank. Praktischerweise kann das komplette Küchenteil herausgenommen werden und so auch außerhalb des Wagens zum Einsatz kommen.

Angetrieben wird der Alltrack-T5 von einem Zweiliter-Diesel mit 180 PS. Er schickt seine Kraft auf den Antrieb weiter, welcher sie mit seiner Haldex-Lamellenkupplung auf alle vier Räder verteilt. Der Böschungswinkel vorn liegt bei 21 Grad, hinten 15 Grad. Ob der edle Wandersmann in Serie gehen wird, ist noch unklar. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, so ein VW-Sprecher. Zurzeit hat VW zwei T5-Modelle im Programm, welche über Outdoor-Features wie beispielsweise eine robuste Beplankung verfügen: den höher liegenden Rockton und den PanAmericana. Ersterer zielt eher auf Extrem-Weltenbummler oder Revierförster, der zweite mehr auf komfortverwöhnte Urlaubsreisende, die auch mal einen Ausflug abseits des Asphalts planen.