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Bei Kin­der­sit­zen ent­schei­det nicht aus­schließ­lich der Preis über die Qua­li­tät. Es gibt güns­ti­ge Pro­duk­te, wel­che über­zeu­gen, und hoch­prei­si­ge Model­le, die dras­ti­sche Män­gel auf­wei­sen. Zu die­sem Resul­tat kom­men die Stif­tung Waren­test und der Auto­mo­bil­club ADAC in ihrem jüngs­ten Kin­der­sitz­test. Bewer­tet wur­den die Punk­te Sicher­heit, Bedie­nung & Ergo­no­mie, Schad­stoff­ge­halt, Rei­ni­gung sowie Ver­ar­bei­tung. Von den 27 getes­te­ten Exem­pla­ren konn­te nur etwas über die Hälf­te ein gutes Ergeb­nis erzie­len.

Zwei der Sit­ze beka­men die Spit­zen-Wer­tung „sehr gut“, zwölf Model­le wur­den mit der Note „gut“ aus­ge­zeich­net. Nicht über­zeu­gen konn­te die Baby­scha­le „Jané Stra­ta & Stra­ta Plat­form“, wel­che nur eng an einem „man­gel­haft“ vor­bei­schramm­te. Haupt­kri­tik­punkt ist hier ein ein­deu­tig zu lan­ger Gurt, der ein neu­ge­bo­re­nes Kind nicht sichern kann – und das bei einem Preis von mehr als 400 Euro. Dass auch preis­wer­te­re Kin­der­sit­ze gute Bewer­tun­gen erhal­ten kön­nen, stell­ten im Test der „Peg Pere­go Pri­mo Viag­gio SL & Iso­fix Base 0+1″ (290 Euro) und der „Kid­dy Phoe­nix­fix Pro 2″ (199 Euro) unter Beweis. Bei­de Pro­duk­te erhiel­ten die bei Kin­der­sit­zen nur sel­ten ver­ge­be­ne Note „sehr gut“.

Unter den Test­kan­di­da­ten waren auch vier Sit­ze, mit denen Kin­der über 13 Kilo­gramm ent­ge­gen­ge­setzt der Fahrt­rich­tung gesi­chert wer­den kön­nen. Die­se sind geeig­net für groß­ge­wach­se­ne Kin­der, wel­che nicht mehr in eine Baby­scha­le pas­sen. Der Vor­teil der rück­wärts gerich­te­ten Siche­rung liegt dar­in, dass im Fal­le eines Fron­tal­auf­pralls Ver­let­zun­gen des anfäl­li­gen Nacken­be­rei­ches ver­mie­den wer­den kön­nen. Zwei die­ser vier geprüf­ten Sit­ze beka­men die Note „gut“: der „Cyb­ex Siro­na“ und der „Taka­ta Midi & Iso­fix Base“. Bei­de Model­le kön­nen nach Wunsch auch in Fahrt­rich­tung ein­ge­baut wer­den. Bezüg­lich der Schad­stoff­be­las­tung fiel im Gegen­satz zu frü­he­ren Tests kein Sitz durch. Dass die Her­stel­ler ihre Pro­duk­te ent­spre­chend nach­ge­bes­sert haben, beweist der „Bébé­car Easy­m­a­xi ELS“. Sein Vor­gän­ger­mo­dell wur­de in die­ser Kate­go­rie noch mit „man­gel­haft“ bewer­tet, nun gab es ein „sehr gut“.

Auch nach der Anschaf­fung eines Kin­der­sit­zes gilt es aller­lei zu beach­ten: So müs­sen die Kleins­ten bei jeder Fahrt fach­ge­mäß gesi­chert sein. Neben dem kor­rek­ten Ein­bau gemäß der Bedie­nungs­an­lei­tung ist gera­de auf den rich­ti­gen Gurtver­lauf zu ach­ten.