zenstock/ fotolia

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Die neuen Motoren von Volvo fußen auf einem gemeinsamen Block, unerheblich ob es sich um Benziner oder Diesel handelt. Gemeinsam ist auch der Zylinderabstand, die Bohrung sowie der Hub. Dazu gesellen sich Gleichteile wie Kurbelwelle, Ölwanne und Lichtmaschine. Das spart Kosten in der Herstellung, ebenso die Straffung der Getriebeauswahl auf eine manuelle Box mit sechs Gängen und eine Automatik mit acht Gängen. Seitens Volvo wird die kompakte Bauweise der so genannten „Drive-E“-Motorenfamilie betont. Damit das so bleibt, erhalten die Aggregate je nach Leistung einen oder mehrere Turbolader verpasst. Im Topmodell T6 mit 306 PS ist sogar ein Kompressor mit dabei. Günstiger sollen die neuen Euro-6-Maschinen natürlich auch sein.

Beim XC70 handelt es sich um die höher gelegte und mit schwarzem Plastik behängte Version des V70 genannten Kombis. Andere Autohersteller machen es ähnlich, man denke beispielsweise an den VW Passat Alltrack oder Audi A6 allroad quattro. Seit dem Sommer 2013 hat der XC70 einen Grill in Wabenoptik plus größerem Markenlogo sowie eine leicht geänderte Heckpartie.

Beeindruckend ist die Mischung beim Volvo XC70: Auf der einen Seite eine klassisch gute Übersichtlichkeit und ein bis zu 1 600 Liter großer Kofferraum, auf der anderen Seite ein äußerst modernes Cockpit im schlichten skandinavischem Stil. Die digitalen Instrumentenanzeigen sind aus dem V40 bekannt, zur Auswahl stehen drei verschiedene Ansichten. Ein wohliges Überbleibsel aus der Volvo-Ehe mit Ford ist die beheizbare Windschutzscheibe. Für den Test wird ein T5-Benziner gewählt, allerdings maßvoll. Denn obwohl der Motor aus den erwähnten zwei Liter Hubraum anständige 245 PS holt und in 6,8 Sekunden auf 100 km/h sprintet, erzieht der XC70 zu einer lockeren Fahrweise. Schnell gefahrene Kurven sind nicht sein Metier, beim Kavaliersstart stößt der Frontantrieb schnell an seine Grenzen. Die Kombination aus hoher Laufruhe und der serienmäßigen Achtgang-Automatik machen gelassen und entspannt. Rasen sollen bitte die anderen.

Also alles picobello beim XC70 T5? Nicht ganz, denn wer einen Benziner mit Allrad will, muss bei dieser Modellreihe zum 304 PS starken T6 mit Sechszylinder greifen, welchen es nur mit Sechsgang-Automatik gibt. Ähnlich verhält es sich bei Dieseln: Der neue D4 mit vier Zylindern und 181 PS ist vorerst nur mit Frontantrieb verfügbar. Sein Namensvetter mit Allrad ist zwar genauso stark, nutzt jedoch weiterhin einen 2,4-Liter-Fünfzylinder. Das ist selbst für Profis verwirrend, daher ein Tipp: Im Katalog nach dem Hubraum gucken. Und: Anstatt mit Allrad den XC70 D4 mit der Achtgang-Automatik wählen. Zwar ist die serienmäßige Sechsgang-Schaltung erstaunlich knackig und gefällt mit kurzen Wegen, doch der Automat passt besser zum Charakter des großen Wagens mit dem akustisch reservierten Diesel. Der mit Automatik auf 4,9 Liter auf 100 Kilometer bzw. 129 Gramm CO2 kommt. Klar, das ist reine Katalogpoesie, aber dem Finanzamt ist das egal. Grundsätzlich gilt: Es ist das Gefühl von Sicherheit, was den Schweden-Kombi ausmacht: Eine rote Lampe warnt in der Windschutzscheibe vor zu kleinem  Abstand, während die Verkehrsschilderkennung eine Markierung neben die passende Zahl im Tacho setzt. Es ist als möchte Volvo sagen: Es geht uns nicht ums Geld bei den Assistenzsystemen. Wir möchten wirklich dein Leben schützen.

Für den XC70 D4 mit Automatik muss man mindestens 44 880 Euro zahlen. Im Gegenzug gibt es die Basisversion namens Kinetic einschließlich einer Klimaautomatik und einem Notbremsassistenten für die Stadt. Damit nicht inbegriffen sind die schicken digitalen Instrumente. Dazu müssen wir zur mittleren Momentum-Ausstattung greifen. Sie kostet 48 980 Euro und bietet zusätzlich 17-Zoll-Alus, die Frontscheibenheizung, Parkpiepser hinten und auch Lederpolster mit Sitzheizung vorne. Sinnvolle Extras sind das optimierte Navigationssystem (1 390 Euro im Paket) sowie das Fahrerassistenzpaket mit Totwinkelwarner, Abstandsregeltempomat, Distanzwarner und Verkehrszeichenerkennung (2 200 Euro). Verzichtbar ist aber die 250 Euro teure Lenkradheizung, sie wärmt ebenso wie die Sitzheizung nur sehr schwach. Wir fügen lieber noch Parkpiepser vorne für 290 Euro und Metalliclack für 900 Euro dazu.

Alles in allem landen wir so bei 53 760 Euro. Bei VW kostet ein vergleichbarer Passat Alltrack mit 177 Diesel-PS und DSG fast 50 000 Euro, hat dann jedoch immerhin Allrad serienmäßig.