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Design, Technologie und Fahrspaß: Das sind nach Angaben des Mazda-Deutschland-Geschäftsführer Josef Schmid die drei Säulen, auf denen der japanische Hersteller in Zukunft seine Modellpalette aufbauen will. Als erster Vertreter dieser neuen Epoche kam 2012 der CX-5 auf den Markt. Das Kompakt-SUV entwickelte sich in Deutschland auf Anhieb zum beliebtesten Fahrzeug der Marke. Nun folgt mit dem neuen Mazda 6, der in der Mittelklasse gegen VW Passat, Opel Insignia und Co. antritt, das zweite Modell der Drei-Säulen-Strategie. Das Ergebnis kann sich sehen – und besonders auch – fahren lassen, wie der Test beweist.

Die Zeiten, in denen Mazda für biederes, ödes und emotionsarmes Design stand, waren bereits mit der Einführung des Vorgängermodells im Jahr 2008 vorbei. Schon damals überraschte die 6er-Baureihe mit einem zeitgemäßen und dynamischen Auftritt. Doch wohin die Reise wirklich gehen sollte, wurde zum ersten Mal 2010 mit der schwungvollen Studie Shinari demonstriert. Ein Jahr danach gab das Konzeptauto Takeri einen konkreteren Ausblick auf den folgenden Mazda 6. Glücklicherweise haben es viele Designelemente der beiden Studien bis ins Serienmodell geschafft. Kennzeichnend sind die geschwungenen Linien, ein paar wenige Kanten, weit in die Karosserie gezogene Leuchten und relativ kleine Fensterflächen. Die Limousine mit ihrem elegant abfallenden Dach erinnert an ein viertüriges Coupé, welches bei anderen Herstellern ja gerade hoch im Kurs liegt, und erlaubt vor allem den Wegfall einer Karosserievariante. Die Schrägheckvariante wurde gestrichen, zur Wahl stehen nur noch Limousine und Kombi.

Zu den Eigenheiten gehört, dass die Limousine sechseinhalb Zentimeter länger als der Kombi ist, der Radstand liegt sogar bei zusätzlichen acht Zentimeter. Erklärt wird dies unter anderem damit, dass Limousinen-Käufer mehr Wert auf die Verwendung des Fonds legen würden. Ob das der Fall ist, sei einmal dahingestellt. In Nordamerika und Asien sind lange Limousinen jedenfalls recht beliebt. In Deutschland dagegen werden sich voraussichtlich zwei von drei Käufern für den Kombi entscheiden. In der viertürigen Limousine können sich Passagiere jedenfalls über ausreichend Bein- und ausreichend Kopffreiheit freuen. Der hintere Mittelsitz dient nicht wie bei etlichen anderen Autos nur als Platz für die Armlehne oder als Notsitz, sondern ist wegen weicher Polsterung auch auf längeren Strecken nutzbar.

Der Kofferraum umfasst im Normalzustand 489 Liter Gepäck und damit fühlbar weniger als ein VW Passat (565 Liter). Wie der CX-5 besitzt auch der Mazda 6 einen ansprechend gestalteten Innenraum. Die benutzten Materialien hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Am Armaturenbrett befinden sich Schalter und Knöpfe dort, wo man sie am ehesten erwartet. Das Bedienkonzept mit Dreh-/Drück-Knopf in der Mittelkonsole ist ebenso intuitiv. Der passende Bildschirm ist komfortabel platziert, die Bildschirmgröße (5,8 Zoll in der Diagonalen) und die grafische Darstellung ist bei anderen Herstellern aber bereits eine Stufe weiterentwickelt. Dafür ist es bei Mazda relativ günstig: Das Bediensystem ist ab der mittleren Ausstattungslinie Center-Line Serie, für das integrierte Navigationssystem mit TomTom-Technologie werden gerade mal 500 Euro extra fällig.

Für den 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS werden in der Limousine gerade mal 3,9 Liter auf 100 Kilometer angegeben. Und wer vorausschauend fährt, kann tatsächlich einen Wert mit einer Vier vor dem Komma bewerkstelligen. In der Basisvariante wird der Mazda 6 mit einem Zweiliter-Benziner mit 145 PS geliefert. Dieses sehr leise und laufruhige Triebwerk treibt die gerade mal 375 Kilogramm schwere Limousine ohne Enthusiasmus, aber stetig an. Geht es dagegen bergauf, zeigt sich der Vierzylinder ohne Aufladung recht schwach auf der Brust. Die Folge ist zunehmende Schaltarbeit, um den Motor auf Trab zu halten. Die knackige, haargenaue Sechsgang-Schaltung erleichtert dem Fahrer jedoch diese Arbeit. Bescheidene 5,5 Liter geben die Japaner als Durchschnittsverbrauch an. Als weitere Triebwerke stehen Benziner mit 165 und 192 PS und ein 175-PS-Diesel zur Verfügung. Zu den Spritsparmaßnahmen zählen auch ein serienmäßiges Start-Stopp-System und das Bremsenergie-Rückgewinnungssystem i-Eloop. Es ist für sämtliche Motoren bis auf den Basisbenziner verfügbar, die Dieselmodelle sind serienmäßig damit ausgestattet. Bremst der Fahrer, wird die durch die Verzögerung erhaltene Energie in einem speziellen Kondensator gespeichert und für den Betrieb der elektrischen Verbraucher wie zum Beispiel Klimaanlage oder Audiosystem benutzt. Das spart Kraftstoff – laut Mazda immerhin bis zu zehn Prozent.

Der dritte Pfeiler der neuen Mazda-Philosophie ist das Thema Fahrspaß. Außer durch gewandte Motoren soll der durch ein dynamisch, aber nicht zu sportlich ausgelegtes Fahrwerk bewirkt werden. Der Mazda 6 liegt einwandfrei auf der Straße, ist nicht zu hart und nicht zu weich gefedert und schafft so hohen Reisekomfort. Nur auf schlechte Straßen mit vielen Querrillen reagiert das Fahrwerk ein wenig stuckerig, doch alles in allem überzeugt die Mittelklasse-Limousine auch in dieser Kategorie.

Ab dem 2. Februar 2013 kommt der neue Mazda 6 zu den Händlern – parallel als Limousine und als Kombi. Beide Karosserievarianten sind preislich gleich. Beginnend bei 24.990 Euro für den 145-PS-Benziner in der Basisausstattung Prime-Line. Hier sind beispielsweise eine Klimaanlage, 17-Zoll-Leichtmetallräder und ein CD-Radio inbegriffen. In der Center-Line-Ausstattung werden geringstenfalls 26 990 Euro fällig. Für einen analogen VW Passat 1.4 TSI müssen dagegen mindestens 30.050 Euro bezahlt werden.


Motor und Antrieb Mazda 6 2.0 Skyactiv-G 
Motorart Reihen-Ottomotor
Zylinder 4
Ventile 4
Hubraum in ccm 1.998
Leistung in PS 145
Leistung in kW 107
bei U/min 6.000
Drehmoment in Nm 210
bei U/min 4.000
Antrieb Frontantrieb
Gänge 6
Getriebe Schaltgetriebe
Fahrwerk  
Spurweite vorn in mm 1.585
Spurweite hinten in mm 1.575
Radaufhängung vorn McPherson-Federbeine, Dreiecksquerlenker, Querstabilisator
Radaufhängung hinten Einzelradaufhängung an Längslenker, unteren Querlenkern und oberem Schwertlenker, Querstabilisator
Bremsen vorn innenbelüftete Scheiben, 297 mm
Bremsen hinten Scheiben, 278 mm
Wendekreis in m 12,0
Räder, Reifen vorn 225/55 R17, 7,5 J x 17
Räder, Reifen hinten 225/55 R17, 7,5 J x 17
Lenkung Zahnstangenlenkung mit geschwindigkeitsabhängiger elektrischer Servounterstützung
Maße und Gewichte  
Länge in mm 4.865
Breite in mm 1.840
Höhe in mm 1.450
Radstand in mm 2.830
Leergewicht in kg 1.375
Zuladung in kg 635
Kofferraumvolumen in Liter 489
Anhängelast, gebremst in kg 1.300
Dachlast in kg 75
Tankinhalt in Liter 62
Kraftstoffart Super
Fahrleistungen / Verbrauch  
Höchstgeschwindigkeit in km/h 208
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,5
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,5
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 7,1
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,6
CO2-Emission in g/km 129
Schadstoffklasse Euro 5
Fixkosten  
Haftpflicht-Klasse 16
Teilkasko-Klasse 22
Vollkasko-Klasse 23