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Seit 1997 haben die Pro­duk­te von Smart eine Art Son­der­stel­lung auf dem Auto­markt. Die Kleinst­fahr­zeu­ge waren über län­ge­re Zeit völ­lig kon­kur­renz­los. Aber die Seg­ment-Geg­ner schlie­fen nicht, ver­bes­ser­ten sich bestän­dig und näher­ten sich den Grö­ßen­ver­hält­nis­sen und dem smar­ten Trend­be­wusst­sein der klei­nen Ori­gi­na­le immer mehr an. Nach dem Mot­to: „Alles bleibt anders.“ gehen die Smart-Model­le nun in die nächs­te Gene­ra­ti­on. Der Test.

Weder der zwei­sit­zi­ge Fort­wo noch der vier­sit­zi­ge For­four sehen wirk­lich anspre­chend aus. Aber wie so oft, ist alles eine Fra­ge der Gewohn­heit. Da der For­four die glei­chen Desi­gnele­men­te besitzt und ledig­lich die Län­gen­ab­mes­sung abweicht, hat auch der Vier­sit­zer rasch an opti­schen Sym­pa­thie­punk­ten gewon­nen. Der Buch­um­schlag wirkt eben­so attrak­ti­ver.

Der Smart Fort­wo kommt zum ers­ten Mal mit einer manu­el­len Fünf­gang-Schal­tung. Aber uner­heb­lich, ob mit dem Ein­li­ter-Saug­ben­zi­ner, der 52 kW ent­wi­ckelt, oder mit dem 66 kW star­ken 0,9-Liter-Turbomotor gekop­pelt, die Set­ups for­dern stets nied­ri­ge Gän­ge. Mit weni­ger als 2 000 Umdre­hun­gen pro Minu­te füh­len sich weder die Drei­zy­lin­der-Aggre­ga­te im Heck noch der Fah­rer wohl. Es ruckelt, es hop­pelt und ein spon­ta­ner Leis­tungs­ab­ruf ist schwie­rig. Das hat auch eine nega­ti­ve Aus­wir­kung beim Ver­brauch: Weni­ger als 7,5 Liter auf 100 Kilo­me­ter sind nicht drin. Ab Anfang 2015 soll noch ein 44-kW-Sau­ger nach­kom­men. Ein Die­sel­mo­tor ist dann nicht mehr im Pro­gramm.

Da Selbst­schal­ten beson­ders im Stadt­ver­kehr ein müh­sa­mes Übel ist, kommt der Fort­wo ab Anfang 2015 mit einem Sechs­gang-Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be, wel­ches das alte auto­ma­ti­sier­te Schalt­ge­trie­be ersetzt. Das typi­sche Smart­fah­rer-Nicken beim Gang­wech­sel ist damit vor­bei. Das Getrie­be wür­de sogar mehr schaf­fen, den Moto­ren hapert es aber an der dazu pas­sen­den Leis­tung. So wird es beim Kick­down laut im Inte­ri­eur und nach dem Zurück­schal­ten des Getrie­bes fällt man außer­dem ins Leis­tungs­loch.

Die über­ar­bei­te­ten De-Dion-Ach­sen und McPh­er­son-Feder­bei­ne zei­gen, dass die Smarts vom Mer­ce­des-Know-how pro­fi­tier­ten. Mit dem Brei­ten­zu­wachs von zehn Zen­ti­me­ter lie­gen die smar­ten Stadt­mo­bi­le soli­der auf der Stra­ße und im Wind. Dazu fah­ren sie sich bei höhe­ren Geschwin­dig­kei­ten beque­mer. Durch den län­ge­ren Rad­stand macht der For­four eine noch bes­se­re Figur als der Zwei­sit­zer. Die tie­fe Sitz­po­si­ti­on auf den beque­men und aus­rei­chend Sei­ten­halt bie­ten­den Sit­zen könn­te einen glatt ver­ges­sen las­sen, dass man in einem Kleinst­wa­gen sitzt. Ana­log ver­hält es sich mit Assis­tenz- und Sicher­heits­sys­te­me aus höhe­ren Fahr­zeug­klas­sen, wie ein Sei­ten­win­das­sis­tent, ein Abstands- und Spurtver­las­sens­war­ner und ein seri­en­mä­ßi­ger Rund­um-Air­bag-Schutz.

Der Innen­raum ist geschmack­voll, trend­be­wusst und hoch­wer­tig. Schaut man etwas genau­er hin, offen­ba­ren sich aber ver­ein­zelt Män­gel in der Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät. Das bil­lig anmu­ten­de Bril­len­fach am Fah­rer­platz oder das klapp­ri­ge Hand­schuh­fach fal­len hier­bei auf. Der Sie­ben­zoll-Touch­screen sieht super aus, ist in sei­ner Funk­ti­ons­wei­se und Zuver­läs­sig­keit jedoch durch­aus gewöh­nungs­be­dürf­tig. Gleich­wohl ist das Kapi­tel Funk­tio­na­li­tät beson­ders für den For­four ein erfolg­rei­ches: Die Türen zum Fond kön­nen mit einem Win­kel von bis zu 85 Grad geöff­net wer­den. Das macht aus den klei­nen Ein­stie­gen hin­rei­chend bemes­se­ne Tore, die auch gro­ßen Per­so­nen einen beque­men Ein­stieg ermög­li­chen. Trotz­dem: Bei der hin­te­ren Sitz­rei­he bleibt es eher bei einer Not­lö­sung für die Fahr­gäs­te.

Nach Smart spielt das Alter bei der Ziel­grup­pe kei­ne Rol­le, jung muss man sein, in Kopf und Herz, äußer­te sich die Smart-Che­fin Annet­te Wink­ler. Aber einen ein­deu­ti­gen Absatz­markt haben die Smart-Model­le nicht. Der Basis-Zwei­tü­rer beginnt bei 10 895 Euro. Reizt man die Auf­preis­lis­te gänz­lich aus, kann man den Kauf­preis bei­na­he ver­dop­peln.