Die Kosten für Benzin und Diesel sind Ausgaben, auf die viele Autofahrer gerne verzichten würden. Immer wieder versprechen Hersteller sogenannter Spritsparmittel Einsparungen von bis zu 20 Prozent. Zu schön um wahr zu sein? Das dachte sich wohl auch der ADAC und hat sich die Mittel einmal genauer angesehen.

Hohe Kosten für Benzin und Diesel drücken auf die Geldbörse. Können Spritsparmittel helfen?

Pillen, Magnete und Öl-Zusätze

Diese drei Produkte werden von Herstellern am häufigsten angeboten. Da Anbieter teilweise große Versprechungen machen, hat der ADAC sich die Wundermittel einmal genauer angesehen. Zu welchen Ergebnissen die Prüfer kamen, erfahren Sie hier.

Spritsparmittel gibt es schon seit Jahrzehnten

Ob man die Umwelt oder seinen Geldbeutel schonen will – Tipps zum Sprit sparen sind beliebt. Und wo Wünsche sind, wird die Industrie sie erfüllen wollen. Jedes Jahr kommen neue Mittel auf den Markt. Die Wirkungsweisen der Mittel klingen aber oft mehr nach Alchemie als nach Wissenschaft. So behauptet ein amerikanischer Hersteller, seine Magnete würden die Benzin-Moleküle so ausrichten, dass sie leichter zu verbrennen sind. Bis zu 20 Prozent sollen so eingespart werden. Auto-Entwickler würden solche Traumwerte ausrasten lassen. Die Realität sieht leider anders aus.

Spritsparmittel widersprechen physikalischen Gesetzen

Vor einigen Jahren schon prüfte der ADAC Pillen und Magneten für den Tank sowie einen Öl-Zusatz. Keines dieser Mittel konnte messbare Einsparungen bewirken. Damit waren sie natürlich auch weit entfernt von beworbenen Versprechungen. Solche Tests sind technisch sehr aufwendig. Und sobald die Unwirksamkeit eines Produkts erwiesen wird, nehmen die Hersteller es vom Markt. Nur um es kurze Zeit später mit neuem Namen und Verpackung wieder zu vertreiben. Dabei liegt die Sache aus Sicht der Prüfer einfach. Alle Wundermittel versprechen immer wieder dieselben nicht zu realisierenden Wirkungen. Viel schlimmer aber wiegt das Sicherheitsproblem.

Schäden für Motor und Technik

Die allergrößten Bedenken richten sich aber nicht gegen die Unwirksamkeit. Sondern adressieren die potenziellen Schäden am Auto. Wird das Motor-Öl verunreinigt, ist ggf. ein Ölwechsel notwendig. Und auch wenn zusätzliche Mittel in den Tank geschüttet werden, kann dies negative Auswirkungen auf die Schmierfähigkeit des Kraftstoffes haben. So sei es nach Ansicht der Prüfer möglich, dass sich die Verbrennungstemperatur erhöht. Dies kann im schlimmsten Fall den Motor ruinieren. Ähnliche Auswirkungen als hätten Sie den falschen Sprit im Tank.

Vorsicht: Spritsparmittel können Ihren Motor ruinieren.

Garantie verfällt bei Spritsparmitteln

Gerade die Deutschen lieben es zu sparen. Doch mit Spritsparmitteln kann man sich schnell mal arm sparen. Falls der Einsatz von Wundermitteln im Tank die DIN-Norm des Sprits verändert, verfällt die Hersteller-Garantie. Sich daraus entwickelnde Schäden sind dann vollständig selbst zu tragen. Dass noch kein Auto-Hersteller ein solches Spritsparmittel freigegeben hat, spricht für wohl für sich. Und ob der Selbstversuch es wert ist, sich den Motor zu zerstören, ist mehr als fraglich.

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Bauernfängerei und Placebo-Effekt

Wundermittel zum Sprit wurden also als Gaunerei entlarvt. Interessant ist, dass sie oft doch zu Einsparungen führen. Das hat aber eher psychologische Gründe. Verwendet ein Autofahrer ein Spritsparmittel achtet er unbewusst mehr auf sein Fahrverhalten. Wie man spritsparender fährt, wissen die meisten Autofahrer von sich aus. Doch auch diese Fertigkeiten lassen sich verbessern. Richtiges Fahrverhalten sei das echte Spritsparmittel. So die Experten vom ADAC.

Eco-Training für Sprit sparendes Fahren: das einzig wahre „Wundermittel“.

Eco-Training statt Spritsparmittel

Bis jetzt wurde nur ein wirksames Mittel zum Sprit sparen gefunden. Und das heißt bedachtes Fahren. Viele Autoclubs und Fahrschulen bieten solche Eco-Trainings an. Hier lernen Autofahrer die vielen kleinen Tricks, die zum Sprit sparen dazugehören. Zum Beispiel richtiges Schalten und Beschleunigen sowie voraussehendes Fahren.