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Schräg­heck­li­mou­si­nen der Kom­pakt­klas­se gibt recht häu­fig: Nahe­zu 30 ver­schie­de­ne Modell­rei­hen wer­den ange­bo­ten. Beschränkt man sich jedoch auf Pre­mi­um­an­ge­bo­te, dann wird die Aus­wahl schon über­sicht­li­cher. Im Wesent­li­chen blei­ben zur Zeit nur noch der Audi A3, der BMW 1er und der Vol­vo C30 übrig – die Mer­ce­des A-Klas­se ist erst in der neu­en, bald begin­nen­den Genera­ti­on eine Opti­on. Bei Audis kom­pak­tem Modell star­tet im August 2012 die neue Genera­ti­on.

Der neue A3 ist das ers­te Auto des VW-Kon­zerns, wel­ches auf dem Modu­la­ren Quer­bau­kas­ten basiert. Eine Kon­se­quenz die­ses Lay­outs für Autos mit quer instal­lier­tem Antriebs­ag­gre­gat: Der Motor wird um zehn Grad nach hin­ten geneigt ein­ge­bet­tet. Damit und durch die außer­or­dent­lich kom­pak­ten Aggre­ga­te kann die Vor­der­ach­se um vier Zen­ti­me­ter nach vor­ne rut­schen, und der Über­hang ver­kürzt sich. Unter die Hau­be gibt es zum Markt­start den 1.4 TFSI mit 122 PS, den 1.8 TFSI mit 180 PS und den 2.0 TDI mit 150 PS. Ein 1.6 TDI mit 105 PS, ein 1.4 TCNG mit 110 PS sowie eine Hybrid­va­ri­an­te sind in Pla­nung.

Der Tur­bo­ben­zi­ner des 1.8 TFSI scheint auf den ers­ten Blick annä­hernd bür­ger­lich. Man fährt damit auto­ma­tisch sehr ver­kehrs­be­wusst. Dass 180 Pfer­der­stär­ken unter der Hau­be ste­cken, bemerkt man erst bei höhe­ren Dreh­zah­len. Dann berei­tet das Aggre­gat rich­tig Freu­de, ver­wöhnt auch mit der­bem Klang. Für die Stan­dard­auf­ga­be Tem­po-100-Sprint braucht der A3 1.8 TFSI S tro­nic 7,2 Sekun­den. Die Höchst­ge­schwin­dig­keit beträgt 232 km/h. Den Ver­brauch der S-tro­nic-Ver­si­on – die Daten für die Hand­schal­ter­va­ri­an­te sind noch nicht fest – gibt Audi mit 5,6 Liter je 100 Kilo­me­ter an. Beim Sprit­spa­ren hel­fen seri­en­mä­ßig eine Start-Stopp-Auto­ma­tik, eine Brems­ener­gie-Rück­ge­win­nung sowie eine Gang­wahl­emp­feh­lung.

Die vier auf­fal­len­den Luft­aus­strö­mer sind – aller­dings nur optio­nal – jeweils von einem ele­gan­tem Chrom­ring umge­ben, der satt läuft und in den End­stel­lun­gen (Auf/Zu) mit einem ein­zi­gen Klick ein­ras­tet. Eine zusätz­li­che Beson­der­heit: Durch Zie­hen bezie­hungs­wei­se Drü­cken am Mit­tel­teil einer Düse lässt sich der Luft­strom von kon­zen­triert bis dif­fus ver­stel­len.

Hin­ten ist der Sitz­kom­fort eher mau. Nach oben ist zwar genü­gend Raum, aber die Knie­frei­heit ist stark begrenzt. Die hin­te­ren Fens­ter las­sen sich beim Drei­tü­rer nicht auf­ma­chen. Außer den beson­de­ren Luft­aus­strö­mern hat der A3 noch eine wei­te­re Uni­que Sel­ling Pro­po­si­ti­on (USP): ein Extra­fach für die Warn­wes­te. Es wur­de so in der Rück­bank ver­staut, dass man von vorn her Zugriff dar­auf hat, indem man zwi­schen den Vor­der­sitz­leh­nen durch­fasst.

Der Kof­fer­raum bie­tet jetzt 365 bis 1 100 Liter. Beson­ders das Maxi­mal­vo­lu­men bei umge­klapp­ten Rück­sit­zen und dach­ho­her Bela­dung ist dürf­tig. Ein VW Golf gewähr­leis­tet mit 350 bis 1 305 Liter deut­lich mehr. Man spürt beim Kom­pakt-Audi, dass Fond und Kof­fer­raum nicht zu den Prio­ri­tä­ten zähl­ten: Die Ziel­grup­pen sind nach Anga­ben der Ingol­städ­ter Sin­gles, kin­der­lo­se Paa­re und Paa­re, deren Kin­der aus dem Haus sind.

Den A3 gibt es in den Aus­stat­tungs­va­ri­an­ten Attrac­tion, Ambi­ti­on und Ambi­en­te. Für die Ver­si­on 1.8 TFSI Attrac­tion mit Hand­schal­tung zahlt man 26 000 Euro. Ein BMW 120i mit 170 PS kos­tet 26 550 Euro, wobei eine Kli­ma­an­la­ge jedoch noch nicht an Bord ist. Ande­re Pre­mi­um­an­ge­bo­te mit ana­lo­ger Moto­ri­sie­rung gibt es zum aktu­el­len Zeit­punkt nicht. Ein VW Golf GTI mit 210 PS gibt es für 27 700 Euro. Beim A3 kann man schon mit der Basis­aus­stat­tung gut aus­kom­men. An Bord sind sie­ben Air­bags ein­schließ­lich Fah­rer-Knie­air­bag, ein ESP, elek­trisch ein­stell­ba­re Außen­spie­gel, eine Zen­tral­ver­rie­ge­lung mit Fern­be­die­nung, eine Kli­ma­an­la­ge, elek­tri­sche Fens­ter­he­ber vor­ne und ein CD-Radio mit MP3-Unter­stüt­zung und Aux-Ein­gang. Wer möch­te, kann sei­ne Bestel­lung durch eine nahe­zu end­lo­se Zahl von Elek­tro­nik­hel­fern, vom Abstands­tem­po­ma­ten bis zum Ein­par­kas­sis­ten­ten, teu­er machen. Auch etli­che ande­re Extras, wie Xenon­licht, adap­ti­ve Stoß­dämp­fer, eine Leder­aus­stat­tung, ein sünd­teu­res Navi­ga­ti­ons­sys­tem inklu­si­ve Touch­pad ein oder ein Glas­schie­be­dach, kön­nen geor­dert wer­den. Die S tro­nic kos­tet 1 800 Euro zusätz­lich.