RobertNyholm / fotolia

Subaru verkauft Rund 550 000 Autos jährlich in den USA. In Deutschland reduziert sich die Zahl auf 6 200. Ab dem 28. März 2015 gibt es das SUV nun mit einer frischen Motor-Getriebe-Kombination: Boxer-Diesel und CVT-Automatik.

Bei Fahrzeugen, in denen man nicht schalten muss, setzt der Volkswagen-Konzern auf das Doppelkupplungsgetriebe, Mercedes auf die Wandlerautomatik und Subaru schließlich auf das CVT-Getriebe. Bei der Continuously Variable Transmission wird die Übersetzung kostant variabel eingestellt. Bei Subaru wird das Lineartronic genannt. Auch der Forester wurde damit schon angeboten, jedoch nicht die Dieselversion. Das hohe Drehmoment von 350 Newtonmeter des 2,0-Liter-Selbstzünders wurde vom CVT-Getriebe bislang nicht bewältigt. Jetzt hat sich das geändert, und so gibt es in Zukunft auch einen Subaru Forester 2.0D Lineartronic.

Den wesentlichen Nachteil des CVT-Getriebes kennt man unter dem Schlagwort „Gummibandeffekt“: Beim Beschleunigen mit hohem Gaseinsatz wird das Auto zunächst schlagartig laut und erst dann wieder leise, wenn man vom Gas geht, da die gewünschte Geschwindigkeit erreicht ist. Das Geräusch wird also nicht andauernd lauter, nicht parallel zum Schnellerwerden, was die meisten Fahrer als lästig empfinden. Die Lineartronic ist nun das einzige CVT ohne Gummibandeffekt. Hier stört nichts, die Akustik klingt stark nach der einer normalen Automatik.

Auch Gangwechsel werden nachgeahmt, und sogar Schaltwippen besitzt der Testwagen. Sieben Gänge besitzen diese. Komfortnachteile gegenüber einer modernen Wandlerautomatik existieren nicht, aber auch die Vorteile halten sich in Grenzen. Höchstens bei der Effizienz kann man einen ausmachen: Der zusätzliche Verbrauch der Lineartronic gegenüber der serienmäßigen Sechsgang-Schaltung ist mit 0,4 Liter Diesel in der Tat nicht hoch: Bei der Sechsgang-Automatik eines analog motorisierten Mazda CX-5 liegt der Mehrverbrauch bei 0,3 bis 0,7 Liter, und beim Toyota RAV4 2.2 D-4D mit 110 kW ist es sogar ein ganzer Liter. Insgesamt ist der Forester 2.0D Lineartronic aber kein Verbrauchswunder: Der Normverbrauch von 6,1 Liter ist nur mittelmäßig. Der entsprechende RAV4 liegt mit 6,6 Liter etwas drüber, der CX-5 mit 5,5 Liter darunter.

Der 108 kW starke Boxer-Diesel im Forester ist kein schlechter Antrieb, aber das Beschleunigungsgefühl ist zumindest in Verbindung mit dem CVT-Getriebe nicht mehr als ausreichend. Anders als bislang hält der Forester 2.0D jetzt die Euro-6-Norm ein. Hierfür benutzt Subaru eine Niederdruck-Abgasrückführung (Niederdruck-AGR). Wer bis dato nur Speicherkat und SCR-System kannte, sei daran erinnert: Auch durch eine AGR lassen sich die Stickoxid-Emissionen reduzieren, da der Sauerstoffgehalt des Brennraums sinkt. Bei der Niederdruck-AGR befördert man das Abgas von weit hinten, nach dem Partikelfilter. Dadurch können auch die strengen Partikelgrenzwerte der Euro-6-Norm gehalten werden.

Optisch ist der Forester kein Glanzstück. Ein Vorteil der großen Glasflächen, wie sie der Forester hat, ist jedoch die erstaunliche Übersichtlichkeit. Das Cockpit ist akzeptabel. Es gibt an etlichen Stellen billiges Hartplastik, aber der Forester möchte wohl auch nicht viel mehr sein als ein robustes Arbeitsgerät. Neu ist das optionale Sieben-Zoll-Entertainmentsystem, welches auch eine Einbindung von Apps und das Zoomen mit zwei Fingern gewährleistet.

Das Fahrwerk ist in der getesteten Ausstattung Sport mit 18-Zoll-Rädern für lange, schnelle Autobahnetappen ein wenig zu holperig: Bei circa 140 km/h wird es unkomfortabel. Der standardmäßige Allradantrieb macht sich auf trockenen Straßen nicht bemerkbar. In eng gefahrenen Kurven bleibt das SUV-notorische Wanken im Rahmen, hier stören jedoch die an den Oberschenkeln wenig Seitenhalt bietenden Sitze. Der Raum im Fond ist löblich, vor allem vor den Knien bleibt außerordentlich viel Platz. Der Kofferraum liegt typisch für ein SUV hoch, lässt sich aber gut nutzen. Wahlweise gibt es eine elektrische Bedienung und Hebel an der Seite des Stauraums, mit denen sich die Rücksitze umlegen lassen. Das Volumen ist mit 505 bis 1 592 Liter eher dürftig – CX-5 und RAV4 verfügen über mehr.

Den Forester 2.0D gibt es ab 30 500 Euro, mit Lineartronic muss man 32 200 Euro ausgeben. Im Konkurrenzvergleich ist das preiswert: Den RAV4 2.2D-4D 4×4 mit Automatik gibt es ab 33 390 Euro, den Mazda CX-5 Skyactiv-D 150 AWD mit Automatik für mindestens 34 990 Euro. Die Basisausstattung des Subaru ist hinreichend, 17-Zoll-Alufelgen, CD-Radio, Klimaautomatik und Sitzheizung vorne zählen dazu. Elektronische Helferlein wie Abstandstempomat, Anti-Kollisionssystem, Totwinkelwarner oder Spurverlassenswarner sucht man in der Preisliste umsonst.

Motor und Antrieb Subaru Forester 2.0D Lineartronic 
Motorart Boxer-Turbodiesel
Zylinder 4
Ventile 4
Hubraum in ccm 1.998
Leistung in PS 147
Leistung in kW 108
bei U/min 3.600
Drehmoment in Nm 350
bei U/min 1.600
Antrieb permanenter Allradantrieb
Getriebe CVT
Kraftverteilung 50:50, bei Bedarf von 70:30 bis 30:70
Geländekompetenz  
Böschungswinkel vorn in Grad 25
Böschungswinkel hinten in Grad 25
Rampenwinkel in Grad 22
Bodenfreiheit in mm 220
Maße und Gewichte  
Länge in mm 4.595
Breite in mm 1.795
Höhe in mm 1.735
Radstand in mm 2.640
Leergewicht in kg 1.615
Zuladung in kg 465
Kofferraumvolumen in Liter 505
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.592
Anhängelast, gebremst in kg 2.000
Fahrleistungen / Verbrauch  
Höchstgeschwindigkeit in km/h 188
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,9
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,1
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 7,3
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,4
CO2-Emission in g/km 158
Schadstoffklasse Euro 6