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Mit einem breiten Grinsen beginnt der derzeitige VW Touareg in die zweite Halbzeit seines Modell-Lebens. Der freundlichere Gesichtsausdruck rührt von einer geänderten Schürze, welche mit schräg stehenden Streben und mehr Chromlamellen optisch für zusätzliche Breite sorgt. Neu designt wurden auch die Bi-Xenonscheinwerfer, die nun immer ab Werk dabei sind. Am Heck hat sich eigentlich nur das Innenleben der Leuchten geändert. Bei Volkswagen haben dezente Liftings aber Tradition: Getreu dem Moto, dass man ein siegendes Rennpferd nicht austauschen soll, ändert der Hersteller auch beim Bestseller Golf das Design seit Jahren nur bedächtig – und der Erfolg gibt ihm Recht.

Den Touareg gibt es auch im neuen Modelljahr in Deutschland wahlweise mit einem von zwei V6-Dieseln, einem V8-Selbstzünder oder als Benzinhybriden. Der stärkste V6 befand sich auch im Testwagen. Seine Leistung wuchs im neuen Modelljahr von 180 auf 192 kW, das Drehmoment erhöhte sich von 550 auf stolze 580 Newtonmeter. Das Fahrzeug beschleunigt in 7,3 Sekunden auf Tempo 100, das sind zwei Zehntel weniger als ein Golf GTD benötigt. Geschmeidig durchlauft das große SUV Zwischenspurts, die Maschine vermittelt dabei nie den Eindruck an der Leistungsgrenze zu sein. Dabei ist der Motor mit kräftigem Sound im Hintergrund stets präsent, wird aber nie aufdringlich. Die serienmäßige Achtgang-Automatik sortiert bei Vollgas ihre Stufen mit einem kleinen Rucken, bei normaler Fahrt ist sie nicht spürbar. Das 2,2 Megagramm schwere SUV erreicht immerhin 225 km/h Maximalgeschwindigkeit, jedoch lässt der Vortrieb ab circa 200 km/h spürbar nach.

Diese Maschine ist der in Europa mit Abstand am häufigsten gewählte Motor fürs VW-SUV, etwa 90 von 100 Touareg werden mit V6-Diesel geordert und davon die Mehrheit in der stärkeren Variante. Beim Update des Touareg wurde daher auch ein besonderes Augenmerk auf die Sauberkeit der beiden V6-TDIs gelegt. Mit Hilfe eines SCR-Katalysators und AdBlue-Harnstoffeinspritzung werden die Stickoxide herabgesetzt, so dass die beiden Maschinen nun die Euro-6-Norm erfüllen. Der V8 und der Otto beim Hybridmodell kommen nur auf Euro 5.

Sämtliche Motoren sind sparsamer geworden: Unter anderem Feinschliff-Maßnahmen an der Karosserie haben die Aerodynamik verbessert und dazu beigetragen, den Verbrauch zu reduzieren. Das Start-Stopp-System wurde außerdem neu programmiert, es schaltet den Motor jetzt schon im Ausrollen bei unter sieben km/h ab. Dazu kommt eine Segelfunktion: Wenn man den Fuß vom Gas nimmt, wird der Motor selbständig vom Getriebe getrennt, das hilft ebenso beim Sprit sparen. Die 192-kW-Ausführung soll jetzt laut VW 6,6 Liter verbrauchen, der etwas schwächere Vorgänger nahm sich 7,2 Liter

Der Testwagen hatte eine Luftfederung mit adaptiven Dämpfern mit an Bord. Außer einem Automatikmodus lassen sich noch die Stufen „Comfort“ und „Sport“ einstellen. In der Komforteinstellung werden Querrillen und kleinere Unebenheiten angenehm glattgebügelt. Im Sportmodus senkt sich der Touareg um 2,5 Zentimeter, kann aber bei schneller Kurvenfahrt seinen hohen Schwerpunkt gleichwohl nicht ganz verbergen. Um das Schwanken bei Rechts-Links-Wechseln zu verringern, kann das SUV auf Wunsch mit einem Fahrdynamikpaket und adaptivem Wankausgleich gekauft werden. Das kostet allerdings 3 140 Euro extra.

Der Touareg kommt auch im Gelände zurecht. Schon mit der Luftfederung kann ein besonderes Geländeniveau mit verbesserter Bodenfreiheit angewählt werden. Wer häufig schwierige Passagen mit steilen Hängen, Wasserdurchquerungen und hügeligem Untergrund überwinden möchte, sollte das 2 000 Euro teure Geländepaket bestellen – das geht jedoch ausschließlich in Verbindung mit dem starken V6 TDI. Das „Terrain-Tech“ genannte Package hat nicht nur eine Geländeuntersetzung und eine Differenzialsperre an der Hinterachse dabei, sondern in Kombination mit der Luftfederung auch eine ordentliche Bodenfreiheit von bis zu 3 Zentimeter.

Man sitzt sehr bequem, schön hoch und vorn sowie hinten mit genügend Platz für Kopf und Knie. Im Interieur gibt es bei der Facelift-Variante nur geringfügige Veränderungen. Das aufgeräumte Cockpit ist wie von VW gewohnt übersichtlich und bedienerfreundlich designt. So wurden auch nur die Aluminiumschalter neu konzipiert und die Hintergrundbeleuchtung von Rot in Weiß gesetzt. Ein wenig mehr hat sich bei den Assistenzsystemen getan. So ist nun immer ab Werk eine so genannte Multikollisionbremse an Bord. Sie bremst nach einem Crash den Unfallwagen ab und soll dadurch verhindern, dass das Fahrzeug unkontrolliert weiterrutscht und Folgeunfälle bewirkt.

Der 150 kW starke Touareg V6 TDI kostet 52 25 Euro, das sind circa 1 270 Euro mehr als bisher. Der V6 TDI mit 192 kW ist ab 55 625 Euro erhältlich, für den V8 TDI sind 74 725 Euro erforderlich. Serienmäßig hat der V6 TDI immer eine Klimaautomatik, eine elektrische Parkbremse und Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dabei.

Motor und Antrieb VW Touareg V6 TDI 4Motion 262 PS 
Motorart V-Turbodiesel
Zylinder 6
Ventile 4
Hubraum in ccm 2.967
Leistung in PS 262
Leistung in kW 193
bei U/min 3.800-4.400
Drehmoment in Nm 580
bei U/min 1.750-2.500
Antrieb Allradantrieb, permanent
Gänge 8
Getriebe Automatik
Kraftverteilung variabel
Fahrwerk  
Spurweite vorn in mm 1.656
Spurweite hinten in mm 1.676
Maße und Gewichte  
Länge in mm 4.801
Breite in mm 1.940
Höhe in mm 1.709
Radstand in mm 2.893
Leergewicht in kg 2.185
Zuladung in kg 770
Kofferraumvolumen in Liter 697
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.642
Anhängelast, gebremst in kg 3.500
Tankinhalt in Liter 85
Kraftstoffart Diesel
Fahrleistungen / Verbrauch  
Höchstgeschwindigkeit in km/h 225
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 7,3
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,6
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 7,7
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 6,0
CO2-Emission in g/km 174
Schadstoffklasse Euro 6