Die Merziger haben die derzeitige Mercedes S-Klasse in die goldene „Carlsson CS50 Versailles Edition“ verwandelt. Das bizarre Sondermodell wurde für die reiche Oberschicht in China entwickelt und wird bloß 25-mal gebaut. Nach Angaben von Carlsson sind dabei schon mehr als zehn der goldenen Kutschen verkauft worden – und dies noch vor der offiziellen Premiere auf dem Genfer Automobilsalon (6. bis 16. März 2014).

Als Vorbild für den dekadenten Benz dient das französische Prunk-Schloss Versailles, welches sich Sonnenkönig Ludwig XIV. (1638 bis 1715) zum luxuriösen Barockpalast umbauen ließ. Und der goldene Überfluss der besagten Immobilie wurde von Carlsson auf ein Mercedes-Mobil übertragen, das schon in der Serienversion nicht gerade ein Exempel für bescheidenen Purismus ist. Der Stuttgarter wird im wahrsten Sinne des Wortes vergoldet: Per Hand kommen mehr als eintausend hauchdünne Echtgold-Blättchen auf die Karosserie. Das dauert über 200 Stunden, da die 80 mal 80 Millimeter großen Blätter mit einem ganz feinen Pinsel aufgelegt und geglättet werden müssen.

Danach wird die Karosse aufwändig mit Klarlack überzogen und haltbar versiegelt. Einschließlich der Trocknungsphasen zieht sich dieser Vorgang über zwei Wochen hin. Nach Tunerangaben soll die Oberfläche dann genauso alltagstauglich und beständig sein, wie eine herkömmliche Lackierung. Parkrempler dürften jedeoch noch teurer zu reparieren sein, als beim normalen Familienvan.

Wie auch Sonnenkönigs eitles Eigenheim wird der Versailles-Benz innen im rauschenden Überschuss gestylt. Metallteile wie beispielsweise Belüftungsdüsen, Griffe und sogar die Lautsprecherabdeckungen bekommen ebenso Bezüge aus Blattgold. 278 (!) Einzelteile werden in einem besonderen Verfahren galvanisch vergoldet. Für die Arbeiten im Passagierraum kalkuliert der Tuner noch einmal 100 Arbeitsstunden. Aber anders, als mancher jetzt annehmen wird, sind die Sitze nicht mit Goldstoff bezogen, sondern mit einer Kombination aus dunkelbraunem und seidenbeigem Nappa-Leder. Laut Carlsson sind aber individuellen Wünschen bei Lederfarbe und Nahtverläufen nur wenige Grenzen gesetzt.

Während das Schloss Versailles in Paris fest verankert ist, kann das Carlsson-Sondermodell selbstverständlich fahren. Dafür wurde ein spezielles Scheibenrad mit dem Namen „1/12 EVO Versailles Edition“ konzipiert. Die große verspiegelte Oberfläche und die laut Pressemitteilung „prachtvolle Erscheinung“ sollen an den berühmten Spiegelsaal des Schlosses erinnern.

Auch am äußeren Auftritt des Goldstücks feilen die Merziger ein wenig: So gibt es neue Lufteinlässe im Frontspoiler, der außerdem mittig eine Carlsson-RS-Lippe trägt. Seitenschweller und Kotflügel erhalten Aufsätze. Die Abgasanlage kann an unterschiedliche Motoren geschraubt werden, die stärkste Version ist ein getunter Zwölfzylinder mit über 700 PS und 1 050 Newtonmeter Drehmoment.

In der Top-Variante kostet die Versailles-Edition 395 000 Euro, günstigere Ausführungen sind schon ab 268 000 Euro erhältlich. Allein der Wert des verwendeten Goldes wird mit 12 000 Euro festgesetzt. Die Lieferzeit für ein Fahrzeug beträgt nebenbei rund drei Monate.