Seit nun einem viertel Jahrhundert tunt die Firma AC Schnitzer BMW-Modelle. Damit ist sie einer der ältesten Fahrzeugveredler für die Münchner. Seit einigen Jahren werden ebenso Autos der BMW-Tochter Mini modifiziert. 1987 gründeten Willi Kohl und Herbert Schnitzer von der Firma Schnitzer Motorsport zusammen AC Schnitzer. Das AC steht für den Firmenstandort, nämlich Aachen. Das erste vorgestellte Modell war der ACS7, ein getunter BMW 7er. Das Motto damals hieß „Vom Rennsport auf die Straße“ und deutete auf die Erfahrungen an, die Schnitzer Motorsport unter anderem in der DTM sammeln konnte. Siege sind eine Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen, Geschwindigkeitsrekorde eine andere. Mit dem „Tension“ auf Grundlage des M6-Coupé konnte AC Schnitzer 2006 auf der Hochgeschwindigkeits-Teststrecke im italienischen Nardò mit 331,78 km/h einen Weltrekord im Bereich „schnellster straßenzugelassener BMW“ erlangen. 2007 und 2009 kamen neue Rekorde für den „schnellsten Flüssiggas-betriebenen Pkw“ mit einem umgebauten 335i und den „schnellsten Diesel-BMW“ mit einem aufgemotzten 335d hinzu.

Auch moderne Konzeptfahrzeuge erhöhten die Bekanntheit des Unternehmens. Zu erwähnen ist der bereits 1995 präsentierte CLS II auf Basis des BMW M3 E36. Als derzeitige Besonderheit kamen bei ihm Kohlefaser-Kevlar-Teile zum Einsatz. Der AC Schnitzer X-Road auf Basis des BMW 3er Touring wurde 2001 als Prototyp eingeführt. Die hochgelegte Studie sollte einiges an Geländegängigkeit darbieten können. Auch der außerordentlich sparsam arbeitende 99d auf Grundlage des BMW Z4 23i von 2011 ist beachtlich. Einerseits erhöhten die Ingenieure die Leistung des Serientriebwerks aus dem 320d EfficientDynamics von 163 auf 190 PS, parallel senkten sie die CO2-Emission von 109 auf 99 Gramm pro Kilometer. Auf der anderen Seite wurden Bremsen, Fahrwerk, Karosserie, Interieur und Radsatz in Leichtbauweise umgerüstet. Die Gewichtsersparnis belief sich auf insgesamt 230 Kilogramm.

2010 und 2011 entwickelten die Aachener im Rahmen der „Tune it! Safe!„-Kampage des Verbands der Automobiltuner (VDAT) je ein Polizeiauto, wie es wohl niemals von den Behörden eingesetzt werden wird. Mit den BMW 123d und Mini E im Streifenwagen-Look wollten die Tuner beweisen, dass sich sicheres Tuning und Fahrspaß keineswegs ausschließen. Zum Firmenjubiläum legen die Tuner für die BMW 1er, 3er und 5er je ein „25 Years Edition“-Paket auf. Die Pakete enthalten abgesehen von Bi-Color-Felgen auch einen Federsatz, Auspuffblenden, Velousfußmatten, beleuchtete Lederschaltknöpfe und außer AC-Schnitzer-Schriftzügen auch ein „25 Years“-Logo. Gerade der Preisvorteil von bis zu 1 100 Euro soll locken: Für den BMW 1er kostet das Package 3 366 Euro, für den 3er 4 246 Euro und für den 5er 5 266 Euro.