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In der langen Version einer Limousine reisen hauptsächlich Geschäftsleute, die sich von einem Chauffeur von Termin zu Termin fahren lassen. Die Fahrgeschwindigkeit ist dabei meist gemäßigt, schließlich will sich der Big Boss im Fond auf kommende Gesprächspartner vorbereiten und auch mal etwas Ruhe finden. Die Tuner der Firma „Tuningwerk“ aus Puchheim bei München sehen das aber ganz anders. Für die Tuning-Spezialisten steht der moderne Chef eher unter Zeitdruck, starkem Zeitdruck. Auf andere Weise lässt sich das aktuelle Projekt der Puchheimer nicht erklären. Das Tuningwerk spendiert dem BMW 7er in der Langversion eine Leistungssteigerung, womit das Flaggschiff sogar einem Sportwagen Konkurrenz machen kann.

Nach dem Tuning bringt es das 4,4-Liter-Triebwerk des 7er auf stolze 720 Pferdestärken. Als Grundlage dient die 555 PS starke M-Version des Achtzylinders, die ansonsten im BMW X6 M und X5 M zum Einsatz kommt. Das maximale Drehmoment liegt bei 1 090 Newtonmeter, die M-Version nur 680 Newtonmeter. Damit bekommt der V8 den Zwei-Tonner in 3,5 Sekunden von null auf Tempo 100. Erst bei über 350 km/h ist Schluss. Eine neue Fünfgang-Sportautomatik sorgt für die Schaltvorgänge. Gebremst wird der 7er durch eine Karbon-Keramik-Bremsanlage, die zusammen mit einer neuen Rad-/Reifenkombination knapp 70 Kilogramm Gewicht einspart.

Weitere 50 Kilo werden mit einer neuen Sportauspuffanlage, einem modifizierten Frontspoiler und neuen Seitenschwellern ausgespart. Für die getunte Version des 5,21 Meter langen Fahrzeugs, die der Tuner NR 7s nennt, müssen mindestens 198 000 Euro aufgebracht werden – dann ist aber auch schon eine Vollausstattung inklusive. Wem das zu viel ist, für den hat das Tuningwerk auch die „kleine“ Version für 169 800 Euro in petto. Dann wird der serienmäßige 4,4-Liter-V8 aus dem 750i von 407 auf 530 PS hochgestockt, das maximale Drehmoment erhöht sich von 600 auf 740 Newtonmeter. Nicht ganz so schnell wie sein Nebenbuhler schafft er es immer noch in sportlichen 4,2 Sekunden von null auf 100 km/h. Auch der „Kleine“ bricht die 300-km/h-Marke, erst bei 310 Stundenkilometer steht die Tachonadel. Abgebremst wird mit einer High-Performance-Stahlbremsanlage. Auf besonderen Wunsch ist die schwächere Variante auch mit Allradantrieb zu bekommen.