Rolf Dobberstein/ foto­lia

Der neue Tech­nik-Vor­stand der bri­ti­schen Luxus­mar­ke Jagu­ar Land Rover möch­te an den deut­schen Pre­mi­um­her­stel­lern vor­bei­zie­hen. „Wir stre­ben an, bei der Tech­no­lo­gie Num­mer eins zu sein“, äußer­te sich Wolf­gang Zie­bart in einem Inter­view mit dem Han­dels­blatt (Mitt­woch­aus­ga­be). Der Ex-Chef von Infi­ne­on und mehr­jäh­ri­ge BMW-Mana­ger, wel­cher seit August 2013 in der Jagu­ar-Zen­tra­le in Whit­ley arbei­tet, sieht sich im Vor­teil: „Unser Unter­neh­men ist klei­ner als die gro­ßen Kon­kur­ren­ten Audi, BMW und Mer­ce­des.“ Jagu­ar kön­ne dadurch schnel­ler sein und brau­che auch weni­ger Auf­wand. „Wir haben nicht so vie­le Leu­te, die da her­um­ent­schei­den“, sag­te Zie­bart wei­ter.

 

Jaguar Land Rover will mehr Anteile am Weltmarkt 

 

Die Deut­schen domi­nie­ren im Bereich Pre­mi­um. Ihr Welt­markt­an­teil lag im vor­he­ri­gen Jahr laut einer Stu­die der Invest­ment­bank UBS bei mehr als 88 Pro­zent – dank etli­cher Inno­va­tio­nen und moder­ner Tech­nik. Eine Rol­le, an der die Bri­ten nun rüt­teln wol­len, auch wenn die Deut­schen über zum Teil deut­lich beträcht­li­che­re Ent­wick­lungs-Etats ver­fü­gen. „Vor den Etats haben wir nicht so viel Sor­ge. In den letz­ten Jah­ren ist bei Jagu­ar nie eine gute Idee dar­an geschei­tert, dass kein Geld dafür da war“, erläu­tert Zie­bart.

 

Positionierung eines neuen Modells im absatzstarken Mittelklasse-Segment

 

Der bri­ti­sche Auto­her­stel­ler greift nach Jah­ren erheb­li­cher Ver­lus­te unter sei­nem neu­en Eigen­tü­mer, dem indi­schen Groß­kon­zern Tata, erneut an. Bis­lang fokus­sier­te sich Jagu­ar Land Rover auf das mar­gen­star­ke Top-Seg­ment sowie exqui­si­te Gelän­de­wa­gen. Doch mit einem neu­en Modell mit Namen XE, wel­ches 2015 auf den Markt kommt, plant Jagu­ar, das Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men in der absatz­star­ken Mit­tel­klas­se zu posi­tio­nie­ren.

 

Deutsche Hersteller erhalten dadurch einen starken Konkurrenten

 

Der neue Jagu­ar soll beson­ders dem 3er BMW, dem Audi A4 und der C-Klas­se von Mer­ce­des Kon­kur­renz machen. Die Bri­ten wer­den dadurch zu einem erns­ten Her­aus­for­de­rer der deut­schen Her­stel­ler im Pre­mi­umseg­ment. Im ers­ten Halb­jahr 2014 erlang­te Jagu­ar aber­mals einen Rekord­ab­satz und setz­te ins­ge­samt 240 372 Fahr­zeu­ge - und damit mehr als im gesam­ten Jahr 2010 - ab.