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Nach einer Stu­die haben die Nach­läs­se auf dem deut­schen Auto­markt ein neu­es Maxi­mum erreicht. Noch nie gäbe es so vie­le Son­der­ak­tio­nen wor­den wie im vor­he­ri­gen Monat. „Ohne Rabat­te geht im deut­schen Auto­markt nichts mehr”, sag­te Duden­höf­fer dazu. Sogar Pre­mi­um­her­stel­ler wie Mer­ce­des wür­den inzwi­schen zu „Sie­ger­prä­mi­en” und ähn­li­chen Ange­bo­ten grei­fen und zum Bei­spiel für das vor einem Modell­wech­sel ste­hen­de Top­mo­dell S-Klas­se kräf­ti­ge Nach­läs­se geben.

In der Theo­rie ist man sich einig. Mit­tel- und lang­fris­tig sei­en sol­che Preis­nach­läs­se auf Neu­wa­gen für nie­man­den hilf­reich, mahn­te Daim­ler-Boss Die­ter Zet­sche vor eini­gen Tagen. „Ich emp­feh­le unse­rer Bran­che die nöti­ge Dis­zi­plin, um sol­che unse­li­gen Rabatt­schlach­ten zu ver­hin­dern”, äußer­te er sich. Jedoch sieht die Pra­xis auf dem deut­schen Auto­markt anders aus. „In unse­rer Zeit­rei­he, die über sechs Jah­re zurück­reicht, haben wir noch nie so hohe Rabat­te gemes­sen wie jetzt”, sag­te Fer­di­nand Duden­höf­fer, Lei­ter des CAR Cen­ter Auto­mo­ti­ve Rese­arch an der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen.

Auf dem Gip­fel der Her­stel­ler­ak­tio­nen mit den höchs­ten Kun­den­vor­tei­len ste­hen jedoch die Auto­bau­er Hon­da und Citro­en. So ermit­tel­te das CAR Cen­ter die erheb­lichs­ten Nach­läs­se mit rund 30 Pro­zent zum Lis­ten­preis für den Hon­da-Klein­wa­gen Civic, wel­cher mit­ten in einem Modell­wech­sel steht. Eben­so die fran­zö­si­sche Mar­ke Citro­en bot den Kas­ten­wa­gen Ber­lin­go mit einem Nach­lass von 5 508 Euro an – eine Ver­güns­ti­gung gegen­über der Stan­dard­preis­lis­te von 29,7 Pro­zent. Dras­tisch ver­schärft wer­de der Rabatt­wett­be­werb inzwi­schen auch vom bis­lang sehr erfolg­reich wach­sen­den, korea­ni­schen Her­stel­ler Hyun­dai, den VW für den wich­tigs­ten Her­aus­for­de­rer hält. „Hyun­dai ist extrem aggres­siv im Markt unter­wegs und ver­sucht, mit sehr hohen tak­ti­schen Zulas­sun­gen sei­ne Zulas­sungs­zah­len wei­ter aus­zu­bau­en”, so heißt es in der Stu­die.

Der Preis­kampf wird damit zuneh­mend här­ter. Sogar Markt­füh­rer VW bie­tet den alten Golf mit außer­or­dent­lich hohen Rabat­ten an. Grund für die Lock­an­ge­bo­te ist die Zurück­hal­tung der pri­va­ten Auto­käu­fer. Der deut­sche Auto­markt fiel im Sep­tem­ber auf den nied­rigs­ten Stand seit 21 Jah­ren. Dem Erfin­dungs­reich­tum der Mar­ke­ting-Exper­ten schei­nen dabei kei­ne Gren­zen gesetzt zu sein. So wird mit Gut­schei­nen für Ben­zin oder Inspek­tio­nen eben­so bewor­ben wie mit zins­lo­sen Finan­zie­run­gen sowie hohen Gebraucht­wa­gen­über­zah­lun­gen.

Häu­figs­te Metho­de im Preis­krieg blei­ben die Eigen­zu­las­sun­gen, die nach Duden­höf­fer im Sep­tem­ber mit fast 63 000 Autos 27,8 Pro­zent des Gesamt­mark­tes aus­mach­ten. Die Tages­zu­las­sun­gen der Her­stel­ler und Händ­ler wer­den mit erheb­li­chen Rabat­ten in den per­ma­nen­ten Aus­ver­kauf gestellt. Auch schon vom Her­stel­ler über die Aus­stat­tung sub­ven­tio­nier­te Son­der­mo­del­le sind als Tages­zu­las­sun­gen ver­füg­bar.