sdp_creations/ fotolia

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Der Autozu­lieferer Continental möchte mit Nokia hochpräzise Karten entwickeln, welche auch den Betrieb selbst­fahrender Fahr­zeuge gestatten sollen. Dadurch sollen Autos unter anderem ihre Position auf der Straße bis auf 10 bis 20 Zentimeter genau ermitteln können, wie Continental zur Automesse in Detroit mitteilte.

Die Karten sollen außerdem eine Reihe zusätzlicher Straßen­informationen ent­halten. Das seien beispielsweise genaue Spurdaten, variable Geschwindig­keits­be­grenzungen oder Durch­fahrt­verbote. Informationen zur gegenwärtigen Verkehrs­dichte sollen ebenso geliefert werden. „Der Fahrer wird in die Lage versetzt, Staus von vornherein umgehen zu können„, erläuterte Continental-Manager Ralf Lenninger. Zudem werde es damit möglich sein, LED-Scheinwerfer so weiterzuentwickeln, dass sie sich dem Straßenverlauf selbständig anpassten.

Digitale Karten zählen zum Kern­geschäft des künftigen Nokia-Konzerns nach dem geplanten Verkauf des Handy-Bereichs an Microsoft. Nokia entwickelt schon seit Jahren digitale Karten­dienste und bietet sie auch Autoherstellern an. Dafür kauften die Finnen 2007 den großen Karten­anbieter Navteq für etwa acht Milliarden Dollar.

Auch die Automobil­industrie setzt zunehmend auf die Zusammen­arbeit mit Smartphone-Herstellern bzw. deren Betriebs­systemen. So hat vergangene Woche Google auf der CES in Las Vegas seine Open Automotive Alliance präsentiert. Ebenso bei dieser Kooperation beteiligt ist Audi. Auch Ford stellte schon einige Konzepte vor, die in der Zusammenarbeit mit Smartphone-Software entstanden sind. Die Marktforschungsfirma Gartner schätzt derzeit, dass zum Jahr 2017 jeder vierte Autobauer Geld mit im Fahrzeug abgeschlossenen E-Commerce-Geschäften machen wird.

Interessant wird die Kooperation besonders hinsichtlich der hohen Kosten für integrierte Navigationssysteme im Auto. Diese sind meist deutlich teurer als tragbare Navis oder Smartphone-Apps, gewährleisten jedoch auch einige komfortable Zusatzfunktionen.