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Schlagwort: Cadillac

Der Cadillac ATS: Wie nahe kommt er BMW 3er und Audi A4?

Der Cadil­lac ATS tritt in der Mit­tel­klas­se gegen Kon­tra­hen­ten wie den BMW 3er und den Audi A4 an. Der letz­te Vor­stoß in die­ses Seg­ment war für Cadil­lac erfolg­los: Der BLS, wel­cher sich die Platt­form mit dem Saab 9-3 und dem Opel Vec­tra geteilt hat­te, wur­de zum Flop. Das soll der ATS wie­der gut machen, jedoch gibt es ihn erneut als Kom­bi, noch mit Die­sel­mo­tor. Immer­hin tritt er selbst­be­wusst mit ele­gant design­ter Karos­se­rie an, bei der aber die schi­cke Optik vor den prak­ti­schen Eigen­schaf­ten kommt. So ist das Kof­fer­raum­vo­lu­men mit 381 Liter ziem­lich mager und fürs Ein­stei­gen in den Fond muss man sich durch eine enge Tür­öff­nung zwän­gen. Dafür ist das Cock­pit attrak­tiv gestylt. Die Seri­en­aus­stat­tung ist bei­na­he üppig, beim 48 170 Euro teu­ren Test­wa­gen in der Linie Per­for­mance sind die Leder­aus­stat­tung, die Rück­fahr­ka­me­ra sowie ein Bose-Sound­sys­tem bereits ab Werk dabei.

Die ein­zig erhält­li­che Moto­ri­sie­rung ist ein Zwei­li­ter-Otto­mo­tor, wel­cher 276 PS lie­fert. Im Test­au­to ist die Maschi­ne mit einer Sechs­gang-Auto­ma­tik ver­knüpft, ihre Kraft auf einen varia­blen All­rad­an­trieb schickt. Die Tur­bo­ma­schi­ne hat aus­rei­chend Power, um von unten raus ordent­lich anzu­zie­hen und auch Zwi­schen­spurts kräf­tig zu absol­vie­ren. Jedoch läuft der Vier­zy­lin­der nicht beson­ders lei­se, bei Voll­gas-Sprints klingt er gequält und wird ziem­lich laut. Eben­so die Auto­ma­tik ist nicht ers­te Wahl: Sie schal­tet ver­ein­zelt ner­vös hin und her und setzt Kick­down-Befeh­le erst nach einer Gedenk­se­kun­de um.

Das Fahr­werk ist zwar ami-unty­pisch straff abge­stimmt, dar­un­ter lei­det jedoch der Kom­fort: Sogar klei­ne Uneben­hei­ten wer­den ans Popo­me­ter gemel­det. Viel Spaß macht es dage­gen, den Cad­di schnell durch Kur­ven zu bewe­gen. Der ATS bleibt dank sei­nes Vier­rad­an­trie­bes exakt in der Spur, die Karos­se­rie wankt gering. Aller­dings dürf­te die Len­kung gern noch direk­ter abge­stimmt sein. Kaum erfreu­lich ist der Ver­brauch: Der Tur­bo­mo­tor ver­braucht laut Her­stel­ler 8,4 Liter auf 100 Kilo­me­ter.

Motor und AntriebCadil­lac ATS 2.0 Tur­bo AWD 
Motor­artRei­hen-Tur­bo­mo­tor
Zylin­der4
Ven­ti­le4
Hub­raum in ccm1.998
Leis­tung in PS276
Leis­tung in kW203
bei U/min5.500
Dreh­mo­ment in Nm353
bei U/min1.700−5.500
AntriebAll­rad­an­trieb
Gän­ge6
Getrie­beAuto­ma­tik
Kraft­ver­tei­lungvaria­bel
Maße und Gewich­te 
Län­ge in mm4.644
Brei­te in mm1.805
Höhe in mm1.427
Rad­stand in mm2.775
Leer­ge­wicht in kg1.617
Zula­dung in kg513
Kof­fer­raum­vo­lu­men in Liter381
Kraft­stoff­artSuper
Fahr­leis­tun­gen / Ver­brauch 
Höchst­ge­schwin­dig­keit in km/h230
Beschleu­ni­gung 0-100 km/h in Sekun­den6,1
EG-Gesamt­ver­brauch in Liter/100 km8,4
EG-Ver­brauch inner­orts in Liter/100 km12,0
EG-Ver­brauch außer­orts in Liter/100 km6,3
Test­ver­brauch Gesamt in Liter/100 km11,4
CO2-Emis­si­on in g/km195
Schad­stoff­klas­seEuro 5

Nobles Debüt in Los Angeles: Der Cadillac XTS

Kurmyshov/ Foto­lia

Seit Jahr­zehn­ten ver­bin­det man Cadil­lac mit gro­ßen, luxu­riö­sen Limou­si­nen. Dar­an will die Mar­ke jetzt erneut anknüp­fen und prä­sen­tiert auf der Los Ange­les Auto Show (18. bis 27. Novem­ber 2011) das neue Top­mo­dell XTS. Es wird im Früh­jahr 2012 auf dem nord­ame­ri­ka­ni­schen Markt erschei­nen.

Optisch ori­en­tiert sich der 5,13 Meter lan­ge XTS stark am XTS Pla­ti­num Con­cept, wel­cher Anfang des jah­res 2010 in Detroit aus­ge­stellt wur­de. Kan­ten und Ecken kenn­zeich­nen das Design. Spe­zi­ell her­vor­ge­ho­ben wird von Sei­ten Cadil­lacs das Platz­an­ge­bot des XTS. Durch einen Rad­stand von 2,84 Meter soll der Wagen hier eine Men­ge bie­ten, zum Bei­spiel einen Fuß­raum von mehr als einem Meter. Für den Antrieb sorgt ein 3,6-Liter-V6-Benziner mit 305 Pfer­de­stär­ken und einem höchst­mög­li­chen Dreh­mo­ment von 358 New­ton­me­ter bei 5 300 Umdre­hun­gen. Die Kraft­über­tra­gung leis­tet eine Sechs­gang-Auto­ma­tik. Ange­bo­ten wird der XTS mit Front- oder All­rad­an­trieb, stets stan­dard­mä­ßig sind adap­ti­ve Dämp­fer und eine Luft­fe­de­rung hin­ten. Das Vier­rad­sys­tem mit elek­tro­nisch gelenk­tem Sperr­dif­fe­ren­zi­al stammt aus dem Hau­se Haldex.

An Bord des Cadil­lac XTS wird mit Tech­no­lo­gie nicht gegeizt. Ein Höhe­punkt ist der LCD-Touch­screen, der auch Ges­ten erken­nen kann. Um die Sicher­heit küm­mern sich ver­schie­de­ne Assis­tenz­sys­te­me. Stoß­fän­ger mit Kurz­stre­cken-Radar und Ultra­schall­sen­so­ren sol­len bei gerin­gen Tem­po einen Auf­prall vor­ne oder hin­ten mit einer Abfol­ge von Alarm­si­gna­len unter­bin­den. Auf Wunsch wird ein Brems­vor­gang ein­ge­lei­tet. Droht ein seit­li­cher Zusam­men­prall, warnt ein Vibra­ti­ons­alarm auf der jewei­li­gen Sei­te des Sitz­pols­ters den Fah­rer. Mit von der Par­tie sind ansons­ten ein Tot­win­kel­as­sis­tent, ein Spur­hal­te­sys­tem, eine adap­ti­ve Tem­po­re­ge­lung sowie ein Aus­park­war­ner. In die­sem Fall erfolgt eine War­nung durch visu­el­le und akus­ti­sche Signa­le vor kreu­zen­dem Ver­kehr beim rück­wärts Aus­par­ken.


Verschollen geglaubtes Auto wieder aufgetaucht

Mohs Sea­pla­ne Cor­po­ra­ti­on, die von 1967–1979 in Madi­son ansäs­sig war, pro­du­zier­ten ursprüng­lich Was­ser­flug­zeu­ge. In den 60er Jah­ren ver­such­te sich der Grün­der, Fabri­kant und Erfin­der Bruce Mohs aus Wis­con­sin als Uni­ver­sal­ge­nie. Er ent­wi­ckel­te Reflek­to­ren, Mini-Motor­rol­ler und Bei­wa­gen, die schwim­men konn­ten. Als Erfin­der besaß Mohs vie­le Paten­te für Sicher­heits­vor­rich­tun­gen und beschloss, die bes­ten in einer Luxus­li­mou­si­ne zu ver­ei­nen. Zum Bei­spiel das her­aus­sprin­gen­de Sicher­heits­glas, extrastar­ke Rück­leuch­ten oder beim Auf­prall nach hin­ten schwen­ken­de Sit­ze. Als Basis wähl­te er Nutz­fahr­zeug-Fahr­ge­stel­le von Inter­na­tio­nal Har­ves­ter.

Der Wagen schlug alles Dage­we­se­ne, so unpro­por­tio­niert, dass er jeden, der ihn sah, scho­ckier­te. Lang wie eine Cadil­lac-Limou­si­ne, aber 25 Zen­ti­me­ter brei­ter, auf 20-Zoll-Rädern mit stick­stoff­ge­füll­ten Rei­fen war es ein, in tech­ni­scher sowie in gestal­te­ri­scher Hin­sicht, sehr unge­wöhn­li­ches Auto. „Ich wuss­te, dass der Bug­at­ti Roya­le eine 1,8 Meter lan­ge Hau­be hat­te, also streck­te ich vorn noch etwas. Man muss die Kon­kur­renz in die Schran­ken ver­wei­sen“, erin­nert sich Mohs heu­te. Um sei­nem Wagen noch etwas fran­zö­si­sches Flair mit­zu­ge­ben, ver­lieh er ihm den Bei­na­men Osten­ta­ti­en­ne, in Anleh­nung an „osten­ta­tious“ (Eng­lisch für pom­pös).

Ein­stei­gen muss­ten die Insas­sen durch eine ein­zel­ne Heck­tür über eine Trep­pe. Mit sei­nem durch­sich­ti­gen Dach, Arma­tu­ren aus Wal­nuss­holz mit Gold­in­tar­si­en, Tep­pi­chen im Stil der Ming-Dynas­tie war das Gefährt ein wirk­lich exo­ti­sches Luxus­mo­bil.

1967 kam der Osten­ta­ti­en­ne Ope­ra Sedan auf den Markt, zu Prei­sen zwi­schen 19 600 und 25 600 Dol­lar, je nach Aus­stat­tung. Es blieb beim Pro­to­typ und dies wur­de Bruce Mohs’ All­tags­au­to und Show­stop­per – so als? Mohs 1968 die Wahl­kampf­re­de von Nel­son Rocke­fel­ler unter­brach, nur weil er in der Nähe vor­bei­fuhr. In Texas wur­de er von einem TV-Team mit einem Rock­star ver­wech­sel­te. Das Auto wur­de zur Fir­men­li­mo pro­mi­nen­ter Gäs­te, wenn sie die Mohs Sea­pla­ne Cor­po­ra­ti­on besuch­ten. In Mohs’ „Ger­man Restau­rant“, wel­ches an sein Auto­mu­se­um grenz­te, durf­te man umsonst ins Muse­um, wenn man im Lokal etwas bestell­te. Dort wur­de der Osten­ta­ti­en­ne Ope­ra Sedan auf­be­wahrt. In den spä­ten 80ern sank die Son­ne über Mohs-Impe­ri­um und es began­nen sich Legen­den um das skur­ri­le Gefährt zu ran­ken.

Doch erst 2008 inter­es­sier­te sich wie­der jemand für das Gefährt. Fred Bey­er, ein Tüft­ler genau wie Mohs, bil­de­te Auto­me­cha­ni­ker aus und mach­te das Uni­kum wie­der flott. Das 2,6-Megagramm-Monstrum wur­de aus dem Muse­um gezerrt. Der Lack blät­ter­te, der Rost blüh­te und in¬nen sah es wie in Omas Kel­ler aus, kommen¬tiert Bey­er.

Zu Hau­se erwach­te er dann schnel­ler zum Leben als erwar­tet. Der Ver­ga­ser wur­de über­holt, die Originalrei¬fen mit Stick­stoff befüllt und der Fünf­li­ter-V8 von Internatio¬nal Har­ves­ter schnurr­te wie vor 40 Jah­ren. Seit 2009 ist der Osten­ta­ti­en­ne Ope­ra Sedan wie­der her­ge­stellt.

Und Bruce Mohs? „Es war sei­ne Rei­se in die Ver­gan­gen­heit“, berich­tet Bey­er, „er hat­te Trä­nen in den Augen.