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Schlagwort: PSA Peugeot Citroen

Der Peugeot 308 SW mit neuem Dreizylinder-Turbobenziner im ausführlichen Test

antonmatveev/ fotolia

Wer eine Automarke zum Erfolg führen möchte, muss wie ein Langstreckensportler denken, nicht wie ein Sprinter. Falls das stimmt, hat der deutsche Peugeot-Geschäftsführer den richtigen Job. Denn obwohl man es Marcel de Rycker nicht auf den ersten Blick ansieht, hat er schon dreimal einen Ironman-Triathlon hinter sich gebracht. Ebenso seine Marke kann auf dem Weg zum Ruhm schon ein paar Erfolge aufweisen. Beim Design können die Franzosen seit der Einführung des 508 mit den Führenden mithalten, die Fahrwerke sind schon längst nicht mehr so butterweich, wie man es ihnen früher nachsagte, die Diesel sind sowieso in der Branche anerkannt, und mit den neuen Turbo-Dreizylindern tut sich jetzt auch etwas an der Benzinerfront. Es folgt der Test des Peugeot 308 SW.

Als vor anderthalb Jahren die neuen Dreizylinder von PSA Peugeot Citroën auf den Markt erschienen, war klar: Es fehlt eine Turboversion. Nun gibt es sie in Form einer 130 PS starken Ausführung des 308 SW 1.2 e-THP. Drinnen jedoch fällt zuerst die ungewöhnliche Cockpitgestaltung auf. Die unübliche Anordnung im Innenraum fällt nicht negativ auf, und schon bald hat man sich daran gewöhnt. Da die Bedienung vieler Funktionen über den Touchscreen erfolgt, fallen etliche Knöpfe weg, und die Mittelkonsole ist angenehm schlicht. Allerdings ist die Bedienung doch ein wenig umständlich: Statt die Klimaanlage per Drehrad einzustellen, muss man zunächst das entsprechende Icon am Rand des Touchpads suchen und dann mit dem Finger mehrfach die Pfeilchen treffen, um die Temperatur zu regulieren.

Schon auf den ersten Metern beim Fahren wird deutlich, dass der neue Turbobenziner ein Volltreffer ist. Die 130 PS des 1,2-Liter-Motors lassen den Kombi sportlich werden. Noch besser wird es, wenn man die Sport-Taste in der Mittelkonsole drückt. Der Sound ist dann ordentlich. Wenn man Musik hört, wird der Sound – beim Diesel übrigens ein anderer als beim Benziner –drehzahlabhängig dazugemixt. Das war bereits im abgelösten VW Golf GTD so.

Mit Ausnahme des Startknopfs ist die Sporttaste die wichtigste im gesamten Auto. Ist sie aktiv, wird auch die Lenkung schön direkt. Und wenn man sachte beschleunigt, verstärkt sich beim Betätigen der Taste der Vorwärtstrieb. Überdies färben sich die Instrumentenskalen rot und man kann die Momentanwerte für Leistung, Ladedruck und Drehmoment ablesen. Bei etwa 5 000 Touren werden 130 Pfederstärken erreicht. Wichtiger für das Fahrgefühl ist das Drehmoment, und hier geht die Skala bis 230 Newtonmeter.

Auf den meist schlechten Landstraßen am Pas de Calais schlägt sich auch das Fahrwerk besser als der Klassendurchschnitt. Der Asphalt-Flickenteppich macht sich weder klanglich noch durch harte Stöße nach innen bemerkbar. Ebenso in schnell genommenen Kurven fällt kein unangenehmes Wanken auf. Der Wert für den Benzinverbrauch liegt bei 7,3 Liter. Das ist nicht wenig.

Die Liste der Assistenten ist noch nicht so vollständig wie bei deutschen Marken, aber immerhin: Abstandstempomat, Notbremssystem, Kollisionswarnung, Totwinkelassistent, Einparkassistent und Rückfahrkamera sind verfügbar. Sogar Massagesitze sind erhältlich. Fehlende Elemente wie Spurverlassens- und Müdigkeitswarnung, Kurvenlicht und Fernlichtassistent fallen nicht allzu stark ins Gewicht. Jedoch lässt die Regelqualität des Abstandstempomaten doch ein wenig zu wünschen übrig.

Der 150-PS-Diesel Motor bringt zwar 370 Newtonmeter Drehmoment und treibt den Kombi gut voran, macht aber nicht ansatzweise so viel Spaß wie der Turbobenziner. Vor allem fehlt die Sportlichkeit. Es gibt keine Schaltwippen am Lenkrad, und die Sechsgang-Box schaltet nicht sonderlich überzeugend. Beim Bremsen zum Stillstand beispielsweise lässt sich das Herunterschalten als leichtes Ruckeln fühlen. Der Diesel erfüllt durch das Adblue-System wie alle Selbstzünder im 308 SW schon die Euro-6-Abgasnorm. Der 17 Liter große Additiv-Tank genügt für immerhin 20 000 Kilometer.

Ein Blick in die Preisliste offenbart, dass der Diesel natürlich weit teurer ist. Den Benziner gibt es für 20 450 Euro, den Selbstzünder mit Automatik nicht für weniger als 29 250 Euro. Jedoch bezieht sich der Selbstzünder-Preis auf die Topausstattung Allure. Die schlechte Nachricht in Bezug auf den Benziner: Das Sport-Paket, zu dem die Sport-Taste gehört, gibt es ausschließlich für die Topversion, und dann sind 24 600 Euro für den 1.2 e-THP mit 130 PS fällig. Am 24. Mai 2014 kommt der neue 308 SW zum Händler.

Motor und Antrieb Peugeot 308 SW 1.2 e-THP 130 PS 
Motorart Turbobenziner
Zylinder 3
Ventile 4
Hubraum in ccm 1.199
Leistung in PS 130
Leistung in kW 96
bei U/min 5.500
Drehmoment in Nm 230
bei U/min 1.750
Antrieb Frontantrieb
Gänge 6
Getriebe Schaltung
Fahrwerk  
Wendekreis in m 10,4
Räder, Reifen vorn 195/65R15 (Access)
Räder, Reifen hinten wie vorne
Maße und Gewichte  
Länge in mm 4.585
Breite in mm 1.804
Höhe in mm 1.472
Radstand in mm 2.730
Leergewicht in kg 1.420
Zuladung in kg 420
Kofferraumvolumen in Liter 610 *)
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.660 *)
Tankinhalt in Liter 53
Fahrleistungen / Verbrauch  
Höchstgeschwindigkeit in km/h 199
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 12,6
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,0
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 6,2
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,3
CO2-Emission in g/km 115
Schadstoffklasse Euro 6
Weitere Informationen  
*) Anmerkung inklusive 57 Liter großem Fach unter dem Ladeboden

General Motors rechnet mit Milliardenverlust für Opel

WavebreakmediaMicro / fotolia

Die Absatzschwäche in Europa nagt weiter an den Gewinnen von General Motors. Das Nettoergebnis des US-Konzerns ging im dritten Quartal wegen eines wiederkehrenden dreistelligen Millionenverlusts bei Opel fühlbar zurück, jedoch nicht so stark wie erwartet. Auch das boomende Nordamerika-Geschäft musste angesichts hoher Garantiekosten einen leichten Rücksetzer verkraften.

Dessen ungeachtet erzielte General Motors einen ordentlichen Gewinn. Das Nettoergebnis kam auf 1,8 Milliarden Dollar, nach 2,1 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,93 Dollar, deutlich mehr als Analysten im Vorfeld spekuliert hatten. Der Umsatz kletterte auf 37,6 Milliarden Dollar. Im Nordamerika-Geschäft sank der operative Gewinn durch hohe Garantiekosten aufgrund von Rückrufaktionen von 2,2 auf 1,8 Milliarden Euro.

Das Europageschäft mit den Marken Opel und Vauxhall verbuchte im Zeitraum von Juli bis September jedoch einen operativen Verlust von einer halben Milliarde US-Dollar, 200 Millionen Dollar mehr als im Vorjahreszeitraum. GM rechnet damit, dass sich der Verlust im Gesamtjahr auf 1,5 bis 1,8 Milliarden Dollar belaufen wird. Das Geschäft wird auch vorerst defizitär bleiben, erst zur Mitte des Jahrzehnts wird nach Angaben von GM der Breakeven erreicht werden.

Allein im dritten Quartal lief hier ein Minus von knapp 500 Millionen Euro auf. „Vor uns liegt noch viel Arbeit, besonders in Europa”, teilte Finanzchef Dan Ammann am Mittwoch in Detroit mit.

General Motors steckt bei Opel unter der Leitung von Vize-Chairman Stephen Girsky mitten in den Verhandlungen für eine Sanierung. Jedoch erweisen sich die Gespräche über ein Zukunftskonzept als zäh und gingen kürzlich in die Verlängerung. Anfänglich hatte bis Ende Oktober ein Plan vorliegen sollen. Seit Monaten schon verhandelt das Opel-Management mit Arbeitnehmervertretern über eine neue Ausrichtung des Rüsselsheimer Traditionsautobauers.
Opel ist nicht erst seit der dramatischen Absatzkrise in Europa das größte Problemkind im GM-Konzernverbund. Die deutsche Tochter schreibt seit mehreren Jahren Verluste. Sie hat zuletzt 1999 einen Jahresgewinn erwirtschaftet und ist einer der größten Bremsen für die Trendwende bei GM, seit sich der US-Konzern 2009 im Zuge einer Insolvenz restrukturiert hat.

Der Opel-Vorstand möchte das Unternehmen allerdings nicht nur gesund schrumpfen, sondern auch Milliarden in die Hand nehmen, um den Weg in die Zukunft zu legen. Mit neuen Modellen wie beispielsweise dem Lifestyle-Kleinwagen Adam und dem Kompakt-SUV Mokka sowie sparsamen Motoren wollen die Rüsselsheimer erneut in die Spur finden und irgendwann erneut die Nummer zwei in Europa hinter Volkswagen werden.
GM hat aber kürzlich noch andere Maßnahmen ergriffen, um dem Europa-Geschäft Entlastung zu verschaffen. So wurde eine Allianz mit den angeschlagenen französischen Autobauer PSA Peugeot Citroen gebildet. Die Partner wollen gemeinschaftliche Fahrzeugplattformen entwickeln und ein paar Funktionen wie Einkauf und Logistik zusammenlegen. In den nächsten 5 Jahren sollen pro Jahr 1,5 Milliarden Euro eingespart werden. Zur Vereinbarung zählt auch eine Beteiligung der Amerikaner an PSA in Höhe von sieben Prozent.